Thalia Gaußstraße: Harold und Maude

Ein depressiv veranlagter junger Mann aus wohlhabendem Haus, dessen seltsame Vorlieben Friedhöfe, Beerdigungen und das Inszenieren von Selbstmordversuchen umfassen, verliebt sich in eine äußerst vitale 79-jährige und findet durch sie zurück ins Leben.

So oder so ähnlich könnte man beginnen, wenn man über “šHarold und Maude”˜ schreiben wollte. Allerdings fehlt schon in diesen wenigen Worten das Entscheidende, das, was auch nur schwer in Worte zu kleiden ist: “šHarold und Maude”˜ ist mehr als eine der schönsten und bizarrsten Liebesgeschichten der (Film)-geschichte, es ist ein Lehrgang über das Leben und die Liebe und dazu noch eine zeitlose Hymne an beides.

Sie lernen sich kennen, auf einer Beerdigung natürlich. Maude eröffnet Harold einen ganz neuen Blick auf die Welt in
ihrer sehr speziellen, so liebevollen wie radikalen Art. Was kann er, was können wir von Maude lernen? Maude ist ein Freigeist, ein Mensch, der die Idee von Macht, Status und Besitz aufgegeben und der sich von Regeln und Autoritäten befreit hat. Konventionelles Verhalten lehnt sie ab und strebt nach einer Moral, die sich an einer persönlichen Ethik von Offenheit, Spontaneität und Großzügig keit orien tiert. Für sie gibt es nicht nur das Recht zu lieben, sondern das Recht zu lieben, wen man möchte. Sie genießt den Moment. Und sie hat Ehrfurcht und Re spekt vor der Natur und jedem Lebewesen. Diese scheinbar so simplen Grundsätze, die doch kaum einer in der Lage ist zu befolgen oder zu spüren, gibt sie, am Ende ihres eigenen Lebens angekommen, weiter an Harold, der den langen Weg, der noch vor ihm liegt, endlich als ein Geschenk annehmen kann mit der Erkenntnis, dass das Leben schön ist und wert, gelebt zu werden.

Dauer 1 Stunde 30 Minuten

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=4568

geschrieben von bei Mai 25 2009. abgelegt unter Events. Antworten verfolgen RSS 2.0. Eine Meinung zu diesem Thema?

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