Neues Glanzstück für die Hamburger City kann jetzt vorangetrieben werden

Ergebnis des Investorenauswahlverfahrens zur Stadthausbrücke

Die denkmalgeschützten Gebäude der Stadthausbrücke, in denen derzeit noch die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) untergebracht ist, bieten aufgrund ihrer Höfestruktur und ihrer historischen Bausubstanz ideale Voraussetzungen für die Entwicklung eines neuen, lebendigen Quartiers in der Hamburger Innenstadt. Durch die Kombination verschiedener Nutzungen (Wohnen und Arbeiten, Einzelhandel, Gastronomie, Kultur) verspricht es eine besondere urbane Qualität. Unter Berücksichtigung der Ausschreibungskriterien hat die Quantum Immobilien AG ein sehr überzeugendes Konzept für das Ensemble vorgelegt: In den bestehenden Strukturen des Quartiers soll durch die Ansiedlung von Hamburger Unternehmen und Gewerbetreibenden ein „Hamburger Kleinod“ entstehen. Der sensible Umgang mit dem denkmalgeschützten Gebäudebestand bedingt eine ebenso unkonventionelle wie individuelle Nutzung der erdgeschossigen Gewerbeflächen. Neben einem ganzjährigen Wochenmarkt in einem der überdachten Höfe sind zum Fleet orientierte Wohnflächen, ein Boutiquehotel, ein Club im Souterrain, Büro- und Atelierflächen sowie eine als Lernort konzipierte Gedenkstätte am ehemaligen Sitz der Gestapo geplant. Nach dem Umzug der BSU nach Wilhelmsburg im Rahmen der IBA 2013 soll die Quantum Immobilien AG den Bereich neu entwickeln.
Investorenauswahlverfahren ist jetzt abgeschlossen
Im Rahmen des Investorenauswahlverfahren, das von Drees&Sommer seit Ende Juli 2008 professionell begleitet wurde, konnten sich Interessenten bis zum 29.08.2008 mit einem Grobkonzept bewerben. Nach einstimmigem Beschluss des Auswahlgremiums, in dem leitende Mitarbeiter der Finanzbehörde, des Bezirksamt-Mitte, der Behörde für Wirtschaft und Arbeit, der BSU und der Behörde für Kultur, Sport und Medien vertreten waren, ist die Quantum Immobilien AG als sogenannter „bevorzugter Bewerber“ hervorgegangen.
In einem ersten Schritt waren aus zehn Bewerbungen auf der Grundlage der im Vorhinein definierten Wertungskriterien Preis, Stadtwirtschaftliche Effekte, Nutzungskonzept, Städtebau und Denkmalschutz drei Bewerber für das weitere Verfahren ausgewählt worden. In einem zweiten Schritt hatten die drei Bewerber die Möglichkeit, ihre Angebote weiter zu konkretisieren, um eine vergleichende Wertung zu ermöglichen. Bei der Bewertung der Angebote in dieser zweiten Stufe wurde u.a. auf den Nachweis der Wohnqualität, ein tragfähiges und nachhaltiges Nutzungskonzept für Gewerbeflächen sowie auf einen sehr sensiblen Umgang mit den Anforderungen des Denkmalschutzes Wert gelegt.
Die Quantum AG wird aufgefordert werden, kurzfristig ein notariell beurkundetes Angebot zum Kauf des Grundstückes abzugeben. Die Finanzbehörde wird auf dieser Grundlage dann der Kommission für Bodenordnung empfehlen, der  Veräußerung der Immobilie an die Quantum AG zuzustimmen.
Entwicklung des Verfahrens von 2008 bis heute
Im Frühjahr 2008 war eine Anhandgabe der Immobilie Stadthausbrücke an die Garbe Group im Rahmen der Wirtschaftsförderung nach den dafür vorgeschriebenen Kriterien vorgesehen. Die Garbe Group war im Hinblick auf diese Immobilie als Wirtschaftsförderfall anerkannt. Das Unternehmen sollte während der Anhandgabezeit Gelegenheit erhalten, seine Bebauungs- und Nutzungsvorstellungen mit den beteiligten Behörden vor einem Verkauf abzustimmen und das Konzept detailliert zu entwickeln.
Im weiteren Verlauf wurde dann entschieden, dieses Grundstück im Rahmen eines Investorenauswahlverfahrens zu vergeben. Im Laufe des Verfahrens sollten Aspekte und Auflagen geklärt werden, die bei der geplanten Anhandgabe erst später eingeflossen wären.
Wesentliche Belange des Denkmalschutzes und des Städtebaus konnten konkreter in die Angebote einfließen und gewürdigt werden. Allein die jetzt bekannten Nutzungsmöglichkeiten in der Erdgeschosszone führen zu einer Preisdifferenz von ca. 5 Mio. Euro. Dieser Betrag hätte auch im Rahmen des Wirtschaftsförderungsverfahrens von 2008 vertragsgemäß nachgeleistet werden müssen. Im Ergebnis sind damit heute bereits die sehr detaillierten Erkenntnisse über Vorgaben und Möglichkeiten der Nutzung für Wohn- und Gewerbezwecke in die Angebote eingeflossen. Damit war es den Bewerbern besser möglich, diese Aspekte auf wesentlich sicherer Basis ohne zu hohe Risikoabschläge zu kalkulieren, da konkrete jetzt eine Planungsgrundlage als Konzept vorliegt, deren erwartbare positive Preiseffekte sich im Verlauf des damaligen Anhandgabeverfahren erst im Rahmen der Detailplanung – in ähnlicher Form und Höhe – ergeben hätten. Die abgegebenen Gebote liegen aufgrund dieser Effekte, die insgesamt ca. 7-8 Mio. Euro ausmachen – in einem sehr ähnlichen Preissegment.
Erste Reaktionen
Die Garbe Group teilte gegenüber der Finanzbehörde in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung mit: „Wir gratulieren Quantum zum Ausschreibungserfolg und wünschen gutes Gelingen bei der Realisierung des Projekts. Trotz der Wettbewerbersituation verband Quantum und die Garbe Group immer der Wunsch, die besondere Historie der Stadthausbrücke bei der Projektentwicklung zu berücksichtigen. Wir werden die Umsetzung des Konzepts von Quantum und den denkmalpflegerischen Umgang mit der Bausubstanz aufmerksam verfolgen.“
Frank Gerhard Schmidt, Geschäftsführer der Quantum Immobilien AG, sagte dazu: „Wir bedanken uns bei der Stadt und allen Wettbewerbern, inbesondere bei der Garbe Group für das faire Verfahren. Die letzten 12 Monate haben viel gefordert und ein sehr gutes Ergebnis für Hamburg gebracht. Wir werden alles dafür tun, dass dieser besondere Ort für alle Hamburger ein einmaliges Erlebnis wird und der bestehende Charme der alten Bausubstanz in eine neue Ära geführt wird.“

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