
Der Abriss des Bunkers in der Arnoldstraße in Ottensen dauert ja "nur" noch bis Mitte / Ende Dezember. Foto: erstepresse
Altona / Ottensen (erstepresse). Mal wieder Pustekuchen im “Gentryviertel” Hamburg-Ottensen? Mit schwerem Gerät wird seit einigen Wochen der Bunker in der Arnoldstraße abgerissen. Aber nicht nur das – der üble Vorgeschmack: Auf der angrenzenden Baustelle entsteht zudem extrem teurer Wohnraum in Ottensen. Stolze 4.092 EUR + 5% Provision soll man z.B. laut Verkaufsunterlagen des einen Bauherren (Grundstück rechts) pro m² Wohnfläche hinblättern. Auf dem Baugrundstück links bauen Familien aus Ottensen in Eigenbedarf. Der Quadratmeter war zwar günstiger, muss den Bauherren aber 3.250 EUR Wert sein (genauere Infos folgen in einem weiteren Beitrag!). Die Anwohner drumherum haben das Nachsehen. Erst wird die Lebensqualität durch Lärm und Baustelle gemindert, dann steigen vermutlich die Mieten für Wohnraum durch die “Aufwertung” der umliegenden Lage. Ein Paradebeispiel für “Gentrifizierung“.
Leider hätten sich die Planer ein wenig verkalkuliert, flattert es in einer eher lieblos formulierten Postwurfmitteilung in die Briefkästen der umliegenden Wohneinheiten herein. Huch, die Bunkerdecke ist 2,00m statt angenommener 1,40m dick. Das ging natürlich nicht aus den “vorhandenen Planungsunterlagen” hervor, die sich die Anwohner “bereits” bei einem Termin im Juni hätten anschauen können. War das also alles Pustekuchen?
Von ca. 7:45 bis 18:00 Uhr (Kernarbeitszeit 8.00 – 18.00 Uhr) wird hier jeden Tag von Montag bis Freitag der Bunker zerlegt. Zwei Bagger hauen dafür den ganzen Tag auf Stahlbeton herum. Drumherum fällt das Wohnen derzeit – gelinde gesagt – schwer. Kindergärten und Horte machen die Türen und Fenster zu, um die Kinder vor dem ohrenbetäubenden Sourroundmodus zu schützen.
Ab wann spricht man von Schmerzgrenze und dauerhaften Schäden?
Der “Umweltmedizinische Informationsdienst”, herausgegeben vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR),
Robert Koch-Institut (RKI) und Umweltbundesamt (UBA) spricht in einer Ausgabe von “Schäden für Kinder ab einer Schmerzgrenze 120 db” (Dezibel). Wenn man gar langfristige Schäden für die Kinder vermeiden möchte, solle ein Lärmpegel von mehr als 85 db (Dezibel) vermieden werden. Aber was ist mit Erwachsenen? Die Frage bleibt offen.
Wir fragen uns: Ist diese Baustelle nur ein kleiner Vorgeschmack auf die “Dauerbaustelle Altona”? Manche empfinden Lärm bereits als Körperverletzung. In unserem Film kann man sich auch als Nicht-Anwohner dazu eine Meinung bilden.
Eine Mitteilung aus dem Schreiben “Baustellen-Information”* kann doch immerhin ein wenig beruhigen: “Die Arbeiten zum Bunkerabbruch werden voraussichtlich Mitte/Ende Dezember2009 beendet sein.” Da bleibt im Sinne der Anwohner nur zu hoffen, dass die Baustelle zu Weihnachten nicht auch noch die Christbaumkugeln von den Bäumen schüttelt und es auch zwischen den Feiertagen ruhig bliebt. Denn nach dem Buker-Abriss geht das das Bauvorhaben, für die teuren Wohnlagen im “Erholungviertel Ottensen” erst richtig los.
*Angegebene Verantwortliche auf dem Flugblatt “Baustellen-Information zu dem pinken Grundstück (nicht das Grundstück rechts) – Bauleitung: Huke-Schubert Berge Architekten / Baubetreuung: Altonaer Spar- und Bauverein eG”
Wichtige, ergänzende Information: Nach Auskunft des Altonaer Bau- und Sparvereins handelt sich um zwei getrennte Baustellen und Bauvorhaben. Insgesamt entstehen vier Gebäude auf dem pinken Grundstück mit 32 Wohneinheiten für Familien (3-5 Zimmer-Wohnungen). Auf dem Grundstück (in Grau) baut Großmann und Berger. Pläne hierfür können öffentlich eingesehen werden.
Die Redaktion berichtet demnächst noch in einem Folgebeitrag zu weiteren Details und nimmt dieses Thema zum Anlass um das neue Dossier “Baustelle Altona” einzurichten. Hinweise zu weiteren Anwohnerproblemen an die Redaktion sind erbeten. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie aber bitte die zuständigen Ämter und Behörden.
Hier ein kleines Video, das den tatsächlichen Lärmpegel verdeutlicht.
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… komisch, baut eigentlich nur noch der ASBV und BVE in Altona Wohnungen?