
Der Impfstoff gegen Aids ist ein Hoffnungsschimmer für den schwarzen Kontinent. Foto: medecins sans frontieres.
Hamburg / Genf (erstepresse). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Spezialabteilung der Vereinten Nationen für HIV/AIDS/SIDA (UNAIDS) melden heute einen Durchbruch in der AIDS-Forschung. Sie äußern sich sehr optimistisch über die Ergebnisse der bislang größten HIV-Impfstoffstudie (16.000 Testpersonen), die jemals geführt wurde. Die Studienergebnisse seien das erste Anzeichen dafür, dass ein Impfstoff eine HIV-Infektion bei Erwachsenen vorbeugen kann und aus diesem Grund von großer Wichtigkeit.
“Die zwei UN-Behörden gratulieren den Hauptermittlern, Sponsoren und den freiwilligen Versuchspersonen, die dieses ermutigende Ergebnis möglich gemacht haben. Die Ergebnisse des “RV144 HIV”- Impftests zeigen, dass die Testpersonen nach der Impfung zu 31,2 % besser gegen das HIV-Virus geschützt waren”, so die Mitteilung. Diese Ergebnisse hätten neue Hoffnung in das Untersuchungsfeld bezüglich der HIV-Impfung gebracht und versprechen, dass eine sichere und hocheffektive HIV-Impfung möglicherweise bald für die besonders bedürftigen Völker der Welt erhältlich sein könnte.
Einige Details zur Untersuchung in Thailand
Im Jahr 2006 bekam die Hälfte der 16 395 männlichen und weiblichen Freiwiligen aus Thailand im Rahmen des Phase III-Tests Dosen von zwei verschiedenen Aids-Impfstoffen verabreicht. Einer von der Firma Sanofi-Pasteur und ein anderer von der “Non-Profit Oraganisation” Global Solutions for Infectious Diseases. Der andere Teil der Probanden nahm jedoch ein Placebo ein, also nur einen vermeintlicher Impfstoff, ohne jegliche Wirkung. Innerhalb der letzten drei Jahre wurden die Freiwilligen dann regelmäßig auf das HI-Virus untersucht. In der Gruppe der Geimpften sei es zu 51 HIV-Infektionen gekommen – in der Gruppe der mit einem Placebo geimpften Kontrollgruppe haben sich allerdings 74 Personen infiziert. Unter dem Strich weise dies erstmalig nach, dass ein Impfstoff mehr Wirkung zeige, als keiner, berichtet die WHO zusammen mit der Thailändischen Gesundheitsbehörde, die für diesen Test die Federführung hatte. Durch diesen “Nachweise” spricht man unter Wissenschaftlern auch von einem sogenannten “Durchbruch”. Inwiefern man diese Ergebnisse nun auch in die Praxis umsetzen kann, bleibt abzuwarten.
Die UNAIDS fordert, dass jetzt mehr Arbeit von den Forschern und einer weiteren Gruppe internationaler Mitarbeitern in die Analyse investiert werden muss. Die Wirkungen des Impfstoffes sollte nun auch auf ihre Dauerhaftigkeit überprüft werden, fordern die Spezialisten der Vereinten Nationen (UNO). Andere Experten warnen vor zu viel Euphorie. Ein solcher Impfstoff sei natürlich immer noch kein allgemeiner Schutz gegen AIDS.
Quelle: UNAIDS
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