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Vattenfall erhöht in Hamburg zum 1. Januar 2010 die Preise. Foto: Vattenfall


Hamburg (erstepresse). Nach zweieinhalb Jahren plant Vattenfall ab 1. Januar 2010 für seine Kunden neue Strompreise. „Die steigenden Kosten der erneuerbaren Energien“ seien für die Kostensteigerung verantwortlich. Betroffen sind sowohl Privat- und Gewerbekunden von Vattenfall in Hamburg.
In der Grundversorgung zahlen demnach Privatkunden 4,4 Prozent mehr für ihren Strom, Gewerbekunden 8,9 Prozent. Der monatliche Grundpreis bliebe stabil.

„Einem Hamburger Durchschnittshaushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 2.500 Kilowattstunden entstehen im Grundversorgungstarif Hamburg Basis so Mehrkosten von rund 2 Euro pro Monat“, schreibt Vattenfall. Trotz der Preisänderung bliebe Hamburg bei den Stromkosten eine der günstigsten Städte Deutschlands. Alle Hamburger Vattenfall-Kunden würden persönlich angeschrieben und über die Preisänderungen informiert.


Wieso Vattenfall die Stompreise erhöht

Das Unternehmen reagiert nach eigenen Angaben mit der Preiserhöhung auf steigende Kosten, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entstünden. Diese hätten sich seit der letzten Preiserhöhung von Vattenfall im Jahr 2007 verdoppelt. „Die Förderung der erneuerbaren Energien hat den Strompreis in den letzten drei Jahren um 5-6 Prozent verteuert. Das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) sichert den Betreibern beispielsweise von Windkraft- oder Solaranlagen feste Einnahmen für den von ihnen erzeugten Strom. Der Beitrag des Stromkunden an der Förderung dieser klimaschonenden Energien erfolgt über seinen jeweiligen Energieversorger und dient dem aktiven Klimaschutz“, heißt es in einer Mitteilung des Energiekonzerns.

Vattenfall sieht sich selbst bei den günstigen Anbietern. Der eigene Anteil am Strompreis der Privat- und Gewerbekunden läge auch nach der Preiserhöhung 2010 unter dem Niveau von 1998 zum Start der Liberalisierung des deutschen Strommarktes, argumentiert Vattenfall. So habe der Anteil von Steuern und Abgaben 1998 noch bei 25 Prozent gelegen. Seit 2009 läge dieser nun bei rund 40 Prozent.

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Verbraucherzentrale Hamburg: „Kalkulation für Verbraucher nicht nachvollziehbar“

Dr. Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg, äußert sich empört zu der Begründung der Preiserhöhung durch Vattenfall. „Der ‚Schwarze Peter‘ wird hier zu Unrecht den „Erneuerbaren Energien“ zugeschoben. Immerhin bietet Vattenfall diese Produkte selbst auch an und profitiere davon“, so Hörmann gegenüber ALTONA.INFO.  Vor ca. eineinhalb Jahren habe die Bundesnetzagentur zudem festgestellt, dass Vattenfall überhöhte sogenannte „Durchleitungsentgelte“ verlangte. „Die sind auch nicht an die Verbraucher zurückgegeben worden“, sagt Hörmann. Seiner Ansicht nach, könne die Antwort eines Verbrauchers im Falle von Preiserhöhungen nur sein, den Anbieter zu wechseln. Viel zu wenige Verbraucher würden dies, im Gegensatz zum Telekommunikationsmarkt, machen. Die Verbraucherzentrale empfehle „verivox.de“ als Plattform, um sich über Vergleichspreise zu informieren.  Die Verbraucherzentrale rate selbst zu Ökostrom, „die Preisunterschiede sind längst nicht mehr so hoch“, ergänzt Hörmann.


Wo sich Vattenfall-Kunden informieren können

Die Strompreisänderung soll bei der nächsten Jahresrechnung berücksichtigt werden. Hier würden – für Kunden nachvollziehbar – unterschiedliche Preise während des Abrechnungszeitraumes ausgewiesen. Eine Meldung des aktuellen Zählerstandes sei nicht erforderlich. Dieser würde nach einem anerkannten Verfahren rechnerisch ermittelt.

Für Rückfragen von Kunden zu den neuen Preisen oder den Vattenfall Stromprodukten hat Vattenfall eine Service-Hotline von montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und sonnabends 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 01802-11 33 11 geschaltet (6 Cent pro Anruf aus dem Festnetz der T-Com, abweichende Preise aus Mobilfunknetzen). Persönlich informieren die Kundenberater im Vattenfall Center, Spitalerstraße 22, montags bis freitags 9-18 Uhr, sonnabends 10-14 Uhr.

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