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Frappant e.V. in Altona: “Fühlen uns wie überfallen”

Frappant_Altona

Hamburg/Altona (erstepresse). Nachdem die Initiative “Pro Ikea Altona” einen Antrag auf Durchführung eines Bürgerentscheides gestellt hat (altona.INFO berichtete bereits) , scheint die Lage beim Bezirk Altona klar zu sein. Dieses gilt jedoch nicht für die 130 Künstler und Designer, die innerhalb der nächsten Tage ihren Arbeitsplatz verlieren, sollten die Nutzungsverträge für das Frappant nicht verlängert werden.

Die Künstler im Frappant haben ihre Situation erkannt und wollen in der kommenden Woche noch einmal alle Register ziehen, um den drohenden Rausschmiss möglicherweise doch noch verhindern zu können. Einen besonderen Appell richten sie dabei an die Kulturbehörde und die Senatorin Welck. “Wir erwarten eine politische Unterstützung und ein aktives Interesse der Stadt.”, so Oliver Görnandt auf einer Pressekonferenz im Frappant am Montag, 23. November. Das Bezirksamt suche nicht das Gespräch mit den Künstlern und auf die angebotene Hilfe würden sie bislang vergeblich warten. “Wohlwollende Betrachtungen” kämen von mehreren Seiten, doch diese würden nicht umgesetzt.

Der Bescheid darüber, dass das Nutzungsrecht nach dem 30. November nicht verlängert werde, sei für die Künstler überraschend gekommen. Zwei Tage vor der Kündigung habe es noch ein Gespräch mit dem Hausmeister über Heizmöglichkeiten in den Räumen gegeben. “Der Winter schien somit für uns abgeklärt, nun fühlen wir uns wie überfallen.”

Pressekonferenz_Frappante.V._Altona

Benjamin Häger, Heiner Metzger, Cläre Caspar, Oliver Görnandt, Gianna Schade (Frappant e.V.)

Die wichtigste Frage, die für die 130 Künstler und Designer immernoch ungeklärt zu sein scheint: Warum wartet man die Entscheidung von Ikea nicht ab? Was passiert, wenn Ikea abspringt? Laut Angaben der Künstler des Frappant e.V. befindet sich das Bauvorhaben Ikea noch in der Prüfungsphase. Der schwedische Möbelhersteller habe noch bis Ende Dezember Zeit, die Idee “Ikea in Altona” zu verwerfen. Sollte dieser Fall eintreten, stünde das Gebäude ab dem 01. Dezember ein weiteres Mal leer, sagt die Initiative. Nach Informationen von altona.INFO steht Ikea jedoch unter keinerlei Zeitdruck, solange kein Bau(vor)bescheid vorliegt.

Benjamin Häger: “Wir sind dabei, eine Vision für das Gebäude auszuarbeiten, da wir in diesem Ort viel Potenzial sehen. Unter dem Slogan “Vom Kaufhaus zum Stadthaus” könnte aus dem Frappant ein Stadtteilzentrum für Altona entstehen.” Laut Angaben des Frappant e.V. würde schon jetzt eine strukturelle und konzeptionelle Arbeit am Frappant geleistet, für die allerdings noch mehr Zeit benötigt werde. Diese Forderung wird während der Pressekonferenz an vielen Stellen verdeutlicht: “Man hätte uns noch ein bisschen Zeit geben können”, so formuliert es Cläre Caspar.

Am kommenden Samstag, 28. November, laden alle 130 Künstler zum “Tag des offenen Ateliers” ein und öffnen ab 11 Uhr für Besucher die Türen des Frappants. Abends finden Lesungen und Konzerte statt, auch die Initiativen “Komm in die Gänge” und “Recht auf Stadt” werden einen Teil zum Programm beitragen. Am Sonntag, 29. November, findet eine Podiumsdiskussion statt, zu der alle Bürger ebenfalls herzlich eingeladen sind. “Wir möchten, dass sich die Bürger einmischen”, sagen die Kreativen. Die Künstler möchten einen sogenannten “Räumungsvergleich mit Ikea” durchsetzen und meinen damit ein Nutzungsrecht des Frappants, bis das Bauvorhaben Ikea Mitte 2010 beginnt.


Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=10048

geschrieben von am 23 Nov 2009. abgelegt unter Ikea Altona. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

1 Kommentar / Leserbrief / Frage für “Frappant e.V. in Altona: “Fühlen uns wie überfallen””

  1. Michael

    Ein Hinweis fehlt hier: Eigentümer des Gebäudes ist immer noch die Firma Immo Trading GmbH – insofern ist diese natürlich der erste und wesentlichste Ansprechpartner für alle Verlängerungen der Nutzung. Solang der Eigentümer auf stur schaltet, nutzen alle Absprachen mit Bezirk, Senat und/oder IKEA nichts.

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