Hamburg/Altona (erstepresse). Schädel-Hirn-Verletzungen, Muskel- oder auch Nervenerkrankungen können zur Notwendigkeit einer dauerhaften Unterstützung der Atmung (Langzeitbeatmung) bei Kindern und Jugendlichen führen. Sauerstoffflaschen, Beatmungs- und Absauggeräte sind die ständigen Begleiter der jungen Patienten. Ihr Leben verbringen die meisten in einem knapp 300 kg schweren E-Rollstuhl.

Viele Krankenhausaufenthalte müssen die Patienten, die ohne Beatmung unter chronischer Luftnot leiden, über sich ergehen lassen. Und zu Hause leben die Kinder meist nicht nur mit ihren Eltern, sondern auch mit Pflegepersonal, das rund um die Uhr für die Beobachtung und Betreuung zuständig ist. Der Alltag ist geprägt von logistischen Aufgaben. Termine, Schulbesuche, Urlaube und noch vieles mehr müssen von langer Hand geplant sein. Doch nicht nur das tägliche Leben stellt die betroffenen Familien zum Teil vor eine große Herausforderung, auch die seelische Belastung und vor allem die Angst, dass das eigene Kind sehr früh sterben könnte, sind ständig präsent.

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So wird die neue Wohnstation "Lufthafen" des AKK aussehen

Das Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, diese Patienten und deren Familien auf ihrem schweren Weg nicht nur durch die medizinische Betreuung zu unterstützen. „Die Betroffenen erlernen bei uns ein Stück Selbstständigkeit und den Umgang mit dem Alltag.“, so Christiane Dienhold, Geschäftsführerin des Altonaer Kinderkrankenhauses. Die Wohnstation werde direkt auf dem Gelände des AKK gebaut, um die Infrastruktur des Kinderkrankenhauses in das Konzept zu integrieren. Seit 30 Jahren ist das AKK spezialisiert auf langzeitbeatmete Patienten. Eine Beatmungsambulanz wurde bereits erfolgreich etabliert.

Im gesamten norddeutschen Raum gibt es bislang keine derartige Wohneinrichtung. Das Betreuungsangebot wird sowohl den Bedürfnissen der betroffenen Patienten als auch deren Familien angepasst. In familiärer und wohnlicher Atmosphäre sowie behindertengerechter Raumgestaltung lernen die Kinder und ihre Eltern, besser mit den Folgen der Erkrankung umzugehen, und gewinnen wieder ein Stück Lebensqualität.

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