Altona/Bahrenfeld. Seit Samstag, 12. Dezember, besetzen Eltern von Kindern mit Behinderungen ein leer stehendes Gebäude am Holstenkamp 119 in Bahrenfeld. Sie wollen für ihre Kinder ein bundesweit einmaliges Wohn- und Selbsthilfeprojekt an diesem Standort realisieren und haben sich im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens bei der Finanzbehörde um das seit sieben Jahren leer stehende Gelände, das zum Pflegezentrum Bahrenfeld gehört und aufgegeben wurde, bemüht.

Melanie Schlotzhauer, Vorsitzende der SPD Altona und Arnold Schnittger, Vorsitzender des Vereins Nicos Farm e.V.
Seit gut zwei Jahren bemühen sich diese Eltern, die sich in der Initiative Nicos Farm e.V. zusammengeschlossen haben, um ein Gespräch mit dem Hamburger Senat, um ihre Idee und ihr Konzept vorzustellen – bisher ohne Erfolg. Auf Schreiben werde nicht geantwortet, das Prinzip heiße vertrösten und totschweigen.
Die Vorsitzende der SPD Altona, Melanie Schlotzhauer (38), hat sich ein Bild von der Situation vor Ort gemacht. Sie fasst die Ergebnisse des Gesprächs mit den betroffenen Eltern und mit dem Vorsitzenden des Vereins, Arnold Schnittger, zusammen: “Ich bin empört, dass Herr von Beust und sein Senat nicht eine Minute für die Eltern behinderter Kinder übrig haben und diese einzig die Besetzung als Mittel sehen, Öffentlichkeit zu erzeugen. Nicos Farm hat ein generationenübergreifendes Wohnkonzept für Eltern von Kindern mit schwersten Behinderungen entwickelt. Es setzt auf Selbsthilfe und soll Eltern eine Entlastung bei der Pflege ihrer besonderen Kinder geben. Dieses Konzept könnte als Pilotprojekt bundesweite Beachtung finden. Die CDU und Herr von Beust ignorieren leider die Pläne dieser schwer belasteten Eltern vollkommen.”
Das Projekt sei bereits im Sozialausschuss der Bezirksversammlung Altona vorgestellt worden, dessen Vorsitzende Melanie Schlotzhauer ist. Eine besondere Herausforderung für den Verein Nicos Farm sei es, Partner zur Finanzierung des Konzeptes zu gewinnen, so lange keine konkrete Immobilie gefunden worden ist. “Hier beißt sich die Katze in den Schwanz”, so Schlotzhauer weiter, “denn eine Immobilie erhält nur, wer ein Finanzierungskonzept vorlegt. Stiftungen und Banken zeigen reges Interesse am Konzept, aber nur beim Vorliegen einer Immobilie. Hier müssen Bürgermeister und Sozialsenator wenigstens Gespräche führen. Die Eltern brauchen vor allem politische Unterstützung und Beratung bei Standortfragen.”













