Hamburg (erstepresse). Die Hamburger Wirtschaft hat in diesem Jahr weniger Lehrstellen eingetragen als im vergangenen Jahr. Insgesamt haben von Januar bis Ende November 11.732 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag mit Unternehmen der Handwerks- bzw. Handelskammer abgeschlossen. Dies bedeute einen Rückgang von rund 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Obgleich ausreichende Ausbildungsplätze vorhanden seien, konnten viele angebotene Lehrstellen nicht besetzt werden. Hauptsächlich resultiere dies aus einem wachsenden Mangel an geeigneten Bewerbern.

Josef Katzer, Präsident der Hamburger Handwerkskammer, betonte in diesem Zusammenhang noch einmal die Bedeutung der Schulreform: „Die Handwerkskammer verzeichnet 2.378 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge – im Vergleich zum Ausbildungsrekordjahr 2008 ein Minus von 12,7 Prozent. Mit einem so spürbaren Rückgang der Ausbildungszahlen haben wir nicht gerechnet. Die Wirtschaftskrise ist dafür allerdings nicht verantwortlich. Unsere Handwerksbetriebe haben unvermindert Lehrstellen angeboten, um dem Fachkräftemängel entgegenzuwirken. Viele Stellen konnten allerdings nicht besetzt werden: Die vergleichsweise guten Bewerber aus dem Umland werden weniger, und die Hamburger Schulabgänger können sie augenscheinlich nicht ersetzen. Wir brauchen daher den Erfolg der Stadtteilschule, den Umbau des übergangssystems Schule-Beruf und eine verbesserte Unterrichtsqualität.“

Schulsenatorin Christa Goetsch: „Die Ausbildungsbereitschaft der Hamburger Betriebe ist hoch, das ist sehr zu begrüßen. Der Senat verbessert insbesondere mit dem Sonderprogramm Ausbildung die Ausbildungssituation. Außerdem bemühen sich alle Beteiligten, mit der Reform des übergangssystems den Weg der Hamburger Schulabgänger in Ausbildung zu erleichtern. Auch durch die steigende Zahl der Hamburger Schulerinnen und Schüler mit Abitur und die sinkende Zahl der Schulabbrecher werden in Zukunft mehr junge Menschen aus Hamburg auch in Hamburg einen Ausbildungsplatz erhalten.“

Der Präses der Handelskammer, Frank Horch, unterstrich, dass trotz der Wirtschaftskrise auch in diesem Jahr jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot auf einen Ausbildungsplatz oder einen Platz im Rahmen der Einstiegsqualifizierung gemacht werden konnte: „Wir haben zum dritten Mal hintereinander die Hürde von 9.000 neu eingetragenen Ausbildungsverträgen übersprungen. Zum Stichtag 30. November 2009 wurden insgesamt 9.354 neue Ausbildungsverträge in das Verzeichnis unserer Handelskammer eingetragen. Obwohl die aktuellen Zahlen ein Minus von 9,10 % gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des außergewöhnlich erfolgreichen Jahres 2008 ausweisen, haben Hamburger Unternehmen auch 2009 ihre Ausbildungsbereitschaft unter Beweis gestellt und sind damit ihrer sozialen Verantwortung in beeindruckender Weise gerecht geworden.“

KOMMENTAR / LESERBRIEF

Antwort hinterlassen