Hamburg/Altona (erstepresse). Im Falle des ermordeten Taxifahrers Peter Lüchow in Nienstedten gibt es immer noch keine weiteren Indizien. Deswegen haben die Ermittler der Mordkommission heute Nachmittag um 14:00 Uhr, am Bahnhof – Blankenese Flugblätter an die Passanten, Taxifahrer und umliegenden Läden verteilt.

Die Polizei erhofft sich durch die Fahndungsaufrufe Mithilfe der Bürger und Bürgerinnen bei der Aufklärung dieses Falles. “Wir haben immer gute Erfahrungen mit Fahndungsaufrufen gemacht. Die Menschen sind immer bereit zu helfen und sind uns in vergangenen Ermittlungen sehr hilfreich gewesen”, so Polizeisprecherin Ulrike Sweden. Der 58-jährige Taxifahrer Peter Lüchow habe nach Angaben der Polizei am Donnerstag, den 14.01.2010 um 22:07 Uhr, vom Taxistand am Bahnhof – Blankenese seine Tour gestartet. Auffällig am Taxi des Opfers sei das Fehlen eines Aufklebers, das auf die Zugehörigkeit eines Taxiverbandes hinweise. Bisweilen könnten keine genaueren Rückschlüsse auf das Motiv der Tat gezogen werden. Die Spuren würden zurzeit in der Kriminalabteilung untersucht. Filmmaterialien der Hamburger Hochbahn seien sichergestellt worden. Untersuchungen haben ergeben, dass Geldbörse und Papiere des Ermordeten gefehlt haben. “Raubüberfälle passieren Taxifahrern ständig. Deswegen ist eine Raubtat auch nicht auszuschließen”, erklärt Sweden.

Wie empfinden die Taxifahrer über das Ereignis?

Wir befragen eine Taxifahrerin (46 Jahre), die gerade ihre Tour am selben Taxistand wie das Opfer starten will. Sie will uns lieber nicht ihren Namen nennen.

altona.INFO: Wann und wie haben Sie von dem Ereignis erfahren?

Taxifahrerin: Am nächsten Morgen habe ich es in der Zeitung gelesen. Und in den letzten Tagen hat es sich viel unter den Taxifahrern herumgesprochen.

altona.INFO: Haben Sie Angst?

Taxifahrerin: Natürlich habe ich Angst. Vor allem als Frau. Der Beruf ist nicht gerade ungefährlich. Ständig steigen fremde Menschen ins Auto. Deswegen arbeite ich auch fast nur tagsüber. Ich nehme auch nicht jeden mit in meinem Taxi.

altona.INFO: Sind sie jetzt besonders vorsichtig? Und wie schützen Sie sich?

Taxifahrerin: Vorsichtig muss man immer sein. Aber wie kann man sich denn richtig schützen? Waffen sind nicht erlaubt. Da kann man bloß versuchen die Flucht zu ergreifen, falls dich jemand angreift.

Der letzte Sachstandsbericht der Mordkommission:

Nach ersten Erkenntissen ist das Opfer am 14.01.2010 um 22:07 Uhr vom Taxistand am S-Bahnhof Blankenese gestartet. Die Taxe wurde 3,6 km gefahren. Das ist die exakte Entfernung zum Auffindeort in der Christian-F.-Hansenstraße 5, so dass die Taxe etwa um 22:15 Uhr dort eingetroffen sein dürfte. Daraus lässt sich schließen, dass der oder die unbekannten Täter den 58-Jährigen um etwa diese Zeit töteten.

Zunächst deutete nichts auf eine Raubtat hin, weil das Kellnerportmonnee des Opfers in der Ablage der Fahrertür sichergestellt werden konnte. Die näheren Untersuchungen ergaben, dass die persönliche Brieftasche des Taxifahrers mit Personalpapieren und einem unbekannten Geldbetrag entwendet wurde. Eine Raubtat ist damit nicht ausgeschlossen.

Am Tatort konnten mehrere Hülsen sichergestellt werden, die zur Zeit auf DNA-Spuren untersucht werden. Die Beamten der Mordkommission können aus polizeitaktischen Gründen keine Angaben dazu machen, wie viele Schüsse abgegeben worden sind. Weiterhin konnten in der Taxe und an der Bekleidung des Opfers umfangreiche Spuren gesichert werden, die zur Zeit ausgewertet werden.

Die Mordkommission bittet um Hinweise zu folgenden Fragen:

–    Wer hat die Taxe mit dem Kennzeichen HH-CE 675 um 22:07 Uhr vom Taxenstand am S-Bahnhof Blankenese wegfahren sehen?
–    Welcher Taxifahrer oder -fahrerin hat im Bereich der  Christian-F.-Hansen-Straße nach 22:15 Uhr Fahrgäste aufgenommen?
–    Privatpersonen, die über Videoaufzeichnungen im Bereich des  S-Bahnhofes Blankenese verfügen werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Hinweise bitte an den Kriminaldauerdienst unter Tel. 4286-56789.

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