Hamburg/Altona. Die Verwendung von Tausalzen und tausalzhaltigen Mitteln ist auf öffentlichen Gehwegen, nach  §33 Absatz 2 des Hamburgischen Wegegesetzes, verboten. Trotz dieses Verbots und gesicherter Erkenntnisse über Schädlichkeit von Tausalzen kommen laut Angaben des Bezirksamts noch immer große Mengen davon im Kampf gegen die winterliche Glätte zum Einsatz.

Geeignete und für Privathaushalte zwingend zu verwendende Streumittel seien beispielsweise Sand, Splitt und salzfreies abstumpfendes Granulat, das der Handel auch mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ (RAL ZU 13) anbietet. Auf privaten Wegen und Auffahrten sollte nur mit abstumpfenden Mitteln gestreut werden, da hier meist eine unmittelbare Nachbarschaft zu Gartenböden und Gehölzen bestehe.

Das Salz, welches noch immer von vielen Bürgerinnen und Bürgern verwendet werde, habe schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt. Es belastet Böden, Oberflächengewässer und Grundwasser, Sträucher und Bäume. Die Pflanzen nehmen das salzhaltige Wasser auf und würden regelrecht vergiftet, da sie kaum noch Wasser und Mineralien aufnehmen könnten. In der Folge komme es zu verringertem Wachstum und zu einer erhöhten Anfälligkeit  für Krankheiten. Weitere Folgeschäden können auftreten, so verhindert das Salz z.B. das Keimen von Pflanzensamen im Frühjahr und der Boden kann schlechter Wasser aufnehmen. Indirekt beschleunige der massive Streusalzeinsatz somit auch den Klimawandel, denn gesunde Bäume können viel mehr Kohlendioxid aus der Luft binden, als erkrankte (altona.INFo berichtete bereits).

Dort wo Streusalz unvermeidbar ist, sollten Auftausalze nur sparsam eingesetzt werden, zumal Studien gezeigt haben, dass die Verkehrssicherheit durch den Einsatz alternativer Streumittel nicht sinkt. Schneeräumen und das Streuen von salzfreien, abstumpfenden Mitteln hätten die gleiche Wirkung, schädigen aber nicht die Umwelt.

1 KOMMENTAR / LESERBRIEF

  1. Schön! Wer wäre denn mal so freundlich, Schnee zu räumen und Sand zu streuen? Momentan ist eine Fortbewegung in Ottensen und Altona ohne Schlittschuhe oder Langlaufskier so gut wie unmöglich- es sei denn, man bewegt sich gleich auf allen Vieren vorwärts! Und wer kümmert sich um die Bushaltestellen (z.B. Kreuzkirche)? Das scheint eine Rechts-und Streupflichtfreie Zone zu sein. Solche Probleme hatten wir doch früher nicht- gehe ich zu Fuß, breche ich mir die Knochen. Nehme ich das Auto, erleide ich in den zahlreichen Schlaglöchern Achsbruch oder riskiere beim Ausweichen eine Kollision mit dem Gegenverkehr. Zu was für einem erbärmlichen Entwicklungsland sind wir hier verkommen? Aber Hauptsache, die Elbphilharmonie wird fertig. Grrrrrrr….. :o(=(

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