Hamburg (erstepresse). „Hallo Oma! Rate mal, wer hier ist „¦“ So harmlos beginnt häufig ein Telefongespräch, das Sie am Ende um Ihre Ersparnisse bringt. Die Polizei Hamburg stellt einen sprunghaften Anstieg der Fallzahlen mit dieser Betrugsmasche fest. Täglich gehen neue Anzeigen aus dem gesamten Hamburger Stadtgebiet ein, weshalb jetzt erneut eindringlich vor den Betrügern gewarnt wird.

Sie haben es auf ältere Menschen abgesehen und nutzen die Hilflosigkeit und Vertrauensseligkeit unserer älteren Mitbürger schamlos aus. Sie geben sich als Enkel oder Neffe aus und bitten ihre „Oma“ oder „Tante“ um eine finanzielle Hilfe, weil sie angeblich gerade in einer Notsituation stecken oder aber Geld leihen wollen für einen einmaligen Gelegenheitskauf. Der Enkeltrick ist nicht neu und funktioniert leider immer wieder. Durch geschicktes Fragen haben die Täter zuvor Namen und familiäre Zusammenhänge erfahren und setzen ihr Wissen nun geschickt ein. Auch wenn die Opfer sich zunächst unsicher sind, ob es sich am Telefon wirklich um einen Verwandten handelt, gelingt es dem Anrufer häufig, Zweifel an seiner Identität durch den Hinweis auf eine starke Erkältung oder die schlechte Telefonverbindung zu zerstreuen. Oft trauen sich die alten Menschen auch nicht, überhaupt Zweifel zu äußern. Schließlich wollen sie die ihnen eingeredete Vergesslichkeit nicht auch noch eingestehen.

So kommt es häufig zu der Bereitschaft, dem angeblichen Enkel oder Neffen mit mehreren Tausend Euro auszuhelfen. Die gutgläubige Oma oder Tante legt das Geld zur Abholung bereit, und kurz vor dem vereinbarten Termin ruft der Täter erneut an: Nun erzählt er dem Opfer, dass er selbst nicht kommen kann, weil er bei einem wichtigen Termin ist oder im Stau stecken geblieben ist. Er kündigt einen Freund oder einen Boten an, dem das Geld übergeben werden soll. Ein Mittäter klingelt dann wenig später beim immernoch ahnungslosen Opfer und beruft sich auf die vorherigen Telefonate. Mit lieben Grüßen an den Enkel wird das Geld übergeben und der Abholer verschwindet eilig. Bei den Tätern handelt es sich um organisierte Serientäter, die sicher und geübt auftreten. Erst viel später, häufig nach einem Telefonat mit Verwandten, wird dem Opfer der Betrug deutlich.

Die Polizei rät:

„¢    Werden Sie misstrauisch, wenn ein angeblicher Verwandter ganz dringend viel Geld von Ihnen braucht. Kein Anliegen ist so dringend, dass eine große Summe Bargeld innerhalb von kurzer Zeit beschafft werden muss.

„¢    Wenn Sie einen solchen Anruf erhalten, dann versichern Sie sich, dass es sich wirklich um einen Verwandten handelt: Fragen Sie nach Vor- und Nachnamen des Anrufers und nach den Namen weiterer Verwandter.
Rufen Sie ihn zurück. Besorgen Sie sich die Telefonnummer selbst – aus Ihrem eigenen Adressverzeichnis oder von anderen Verwandten.

„¢    Versuchen Sie bei derartigen Anliegen, Ihren Verwandten persönlich zu treffen. Ein Verwandter wird für Ihre Vorsichtsmaßnahmen Verständnis haben. Sicherlich wird er es auch verstehen, wenn Sie ihm das benötigte Geld überweisen.

„¢    Haben Sie den Verdacht, dass Sie Opfer eines Betruges werden sollen, rufen Sie frühzeitig die Polizei über Notruf 110. Wenn Sie der Situation gewachsen sind, schlägt die Polizei Ihnen in geeigneten Fällen vor, zum Schein auf die Forderung des Täters einzugehen. So kann der Betrüger bei der Geldübergabe an Ort und Stelle überführt und festgenommen werden. Die Hilfe der Polizei  ist, auch wenn Sie sich geirrt haben sollten, selbstverständlich kostenlos.

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