Hamburg (erstepresse). Die Schulbus-Erhebung „Schüler- und Lehrerbefragung zum Umgang mit Suchtmitteln“ hat im Auftrag der Stadt Hamburg im vergangenem Jahr rund 3.500 Hamburger Schülerinnen und Schüler aller Schulformen zwischen 14 und 18 Jahren zu ihrem Umgang mit Sucht- und Rauschmitteln befragt.

Ergebnisse der Schulbus-Erhebung zeigen Suchtmittelkonsum von Jugendlichen in Hamburg. Foto: erstepresse

Theo Baumgärtner, Autor der Studie und Leiter des Büros für Suchtprävention: „Das Durchschnittsalter der ersten Erfahrungen im Umgang mit Alkohol ist seit 2004 kontinuierlich angestiegen. Ähnlich ist die Entwicklung beim Rauchen. Auch hier steigen die Jugendlichen später in den Konsum ein. Eine positive Entwicklung, an der abzulesen ist, dass unsere vielfältigen Aktivitäten zur Aufklärung offensichtlich Früchte tragen.“

Die Konsumtrends von Suchtmitteln bei Jugendlichen sind laut der aktuellen SCHULBUS-Erhebung gegenüber 2007 uneinheitlich. Während der Alkohol-Konsum männlicher Jugendlicher nahezu unverändert geblieben sei, stieg der Konsum bei Mädchen an. Auch bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund sei ein Anstieg zu verzeichnen gewesen, insbesondere bei den Intensiv-Konsumenten. Jedoch verbleibe ihr Konsum-Niveau unter dem der Nicht Migranten. Bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund sei insbesondere beim so genannten „Binge Drinking“, also des Trinkens von mehr als fünf Gläsern Alkohol bei einer Trinkgelegenheit, ein Anstieg von 18 Prozent auf nun 29 Prozent zu verzeichnen. Dieser Wert verbleibe jedoch weiterhin unter den 38 Prozent der Binge-Trinker ohne Migrationshintergrund.

Ein sehr erfreuliches Bild zeige sich hingegen beim Tabak-Konsum: Sowohl bei Jungen wie auch bei Mädchen sei der Konsum zurückgegangen und das Einstiegsalter angestiegen. Ein uneinheitliches Bild ergibt sich laut Studie auch beim Konsum von Cannabis. Während bei den Jungen der Trend leicht ansteige, konsumieren Mädchen weniger. Der Konsum  illegaler Drogen hingegen bliebe bei Jungen und Mädchen der Einzelfall und stellt weiterhin einen rückläufigen Trend fest. „Der Suchtmittel-Konsum von Hamburger Jugendlichen hat sich alles in allem auf dem gegenüber den Vorjahren niedrigen Niveau von 2007 stabilisiert“, so Gesundheitssenator Dietrich Wersich. „Erfreulich ist der Trend zum immer höher werdenden Einstiegsalter. Denn wer früher anfängt, der trinkt oder raucht auch mit 18 Jahren bereits deutlich mehr. Hier zeigen unsere Maßnahmen, wie z.B. das Rauchverbot in der Schule, nachhaltige Wirkung. Die Zahlen zeigen aber auch, dass die Anstrengungen der gesamten Gesellschaft gegen den verfrühten Suchtmittelkonsum bei Kindern und Jugendlichen nicht nachlassen dürfen.“

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