Altona/Osdorf. Die Zahlen sprechen eigentlich für sich. Während der sechsmonatigen Pilotphase hat sich die Besucherfrequenz der mobilen Bürgerdienste stetig gesteigert. Zum Schluss hatten bis zu 256 Bürgerinnen und Bürger im Monat die mobilen Bürgerdienste im Sozialen Dienstleistungszentrum am Achtern Born aufgesucht.

Dort fanden sie fast alle angebotenen Leistungen eines Kundenzentrums vor wie Passverlängerungen, An- und Ummeldungen oder Meldebestätigungen. Dennoch hat das Bezirksamt Altona die mobilen Bürgerdienste schließen lassen. Seit Jahresbeginn sind die Bürgerinnen und Bürger Osdorfs wieder gezwungen, ins entfernte Kundenzentrum nach Blankenese zu fahren, um entsprechende Dienste in Anspruch zu nehmen. Dem Regionalausschuss wurde nun die offizielle Begründung für die Schließung präsentiert. Die notwendige Zahl an „Kunden“ wurde nicht erreicht, hieß die Antwort des Amtes. Eventuell werde man, so Ingeborg Alter, Leiterin des Fachamtes Einwohnerwesen, im Herbst erneut prüfen, ob der Dienst wieder an gleicher Stelle angeboten werden könne.

Damit gibt sich Claudius von Rüden, Distriktsvorsitzender der SPD Osdorf und Mitglied im Regionalausschuss, nicht zufrieden. Er fordert eine sofortige Wiederaufnahme der mobilen Bürgerdienste. Seiner Ansicht nach sei die Schließung willkürlich und unverhältnismäßig. „Der mobile Bürgerdienst ist das erste Altonaer Opfer der Schwarz-Grünen Sparmaßnahmen, die die Bezirke und die Bürgerinnen und Bürger nun ausbaden müssen.“ Dabei würden die mobilen Bürgerdienste in Osdorf sogar häufiger in Anspruch genommen als die Angebote des Sozialen Dienstleistungszentrums an gleicher Stelle, das immerhin für den gesamten Hamburger Westen zentrale Anlaufstelle für die Bereiche Grundsicherung und Soziales, Jugend- und Familienhilfe sowie Gesundheit ist. Werden dort durchschnittlich 34 Personen pro Tag bedient, waren es zuletzt beim mobilen Bürgerdienst fast doppelt so viele. Damit sei das Ziel des Amtes von 80 sogenannte fallauslösenden Anliegen nur knapp verfehlt worden. „In ein oder zwei Monaten wäre die Vorgabe sicherlich erreicht worden“, so Claudius von Rüden. Davon sei auszugehen, weil seitens des Amtes umfangreiche Werbemaßnahmen für das bisher kaum ausgelastete Soziale Dienstleistungszentrum geplant seien.

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