Bezirksversammlung debattiert über “Moltkeblock” in Altona

Altona/Ottensen. Der Moltkeblock in Ottensen soll nachverdichtet werden, so das Ziel der Eigentümer SAGA und GGB (altona.INFO berichtete ).Um dieses Vorhaben zu verhindern, hat die Anwohnerinitiative “Pro Moltkeblock” bereits den ersten Schritt getan und die SPD-Fraktion Altona auf ihre Seite gebracht, die in der gestrigen Sitzung der Bezirksversammlung ihren Antrag zum Erhalt und Denkmalschutz des Moltkeblocks eingebracht hat.

Laut Aussagen von Stefan Krappa (SPD) sei eine Planung der Eigentümer sowie eines Architektenbüros im Rahmen einer Mieterversammlung den Mietern des Moltkeblocks präsentiert worden. Diese Planungen würden eine Bebauung des Innenhofes mit 15 Reihenhäusern, die Errichtung einer Tiefgarage sowie umfangreiche Sanierungsarbeiten der Rückfassaden vorsehen. Mit dem Erlös aus der Neubebauung sollen die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten an den bestehenden Geschosswohnungen finanziert werden, die dann langfristig in Eigentumswohnungen umgewandelt werden sollen.

“Es gibt gute Gründe, diese Nachverdichtung nicht durchzuführen.Wir sind der Meinung, dass man die Chance nutzen sollte, das Ensemble Moltkeblock unter Denkmalschutz zu stellen, um ein Stück vom historischen Ottensen retten zu können”, sagt Stefan Krappa. Robert Jarowoy (LINKE) bestätigt dieses Argument: “Die Arbeit von Oelsner wird in Altona leider nicht fortgesetzt. Das macht sich beim Thema Buchenhofwald und Fernwärmetrasse bemerkbar.Die Bäume werden abgesägt, als sei man hier beim Holzfällerclub. Auch wenn der Moltkeblock nicht als Denkmal zu schützen wäre, so ist es trotzdem wichtig, die Wohnfläche der Bewohner zu erhalten!” Auch die FDP Fraktion wolle alles dafür tun, dass der Innenhof zusammen mit der Vorfassade unter Denkmalschutz gestellt wird.

Sollen die Kleingärten im Innenhof des Moltkeblocks erhalten bleiben?

  • Ja, der Moltkeblock mit seinen Innengärten ist ein Kulturdenkmal. (66%, 166 Stimmen)
  • Nein, Altona braucht mehr Wohnungen, die an diese Stelle gebaut werden können. (34%, 87 Stimmen)

Gesamt Stimmen: 253

Nun sei zu prüfen, ob die dem Eigentümer bereits erteilte Baugenehmigung zur Instandsetzung und Modernisierung der Rückfassaden auch ohne Bebauung des Innenhofes möglich wäre. Laut Antrag der SPD-Fraktion soll die Bezirksversammlung an die Eigentümergesellschaft appellieren, die notwendigen Arbeiten an den Mietwohnungen “nach der gesetzlich vorgesehenen Absprache mit den Mietern denkmalgerecht durchzuführen” und nach Abschluss auf eine Umwandlung der Mietwohnungen in Eigentumswohnungen zu verzichten.

In diesem Punkt sind sich die Fraktionen uneins. Man wolle erst das Gutachten des Denkmalschutzamtes abwarten, so die Meinung der GAL und der CDU.  “Wir sind der Auffasung, dass die Frage des Denkmalschutzes und der damit verbundenen Sanierung erst dann entschieden werden soll, wenn das dafür zuständige Amt seine Meinung offen gelegt hat. Das Denkmalschutzamt muss bei einer möglichen Anhörung vertreten sein, danach werden wir zu einer Entscheidung kommen”, so Uwe Szczesny, Fraktionsvorsitzender der CDU Altona. Beschlossen wurde letztendlich ein Alternativantrag der Fraktionen CDU, GAL und FDP, der vorsieht, das Gutachten des Denkmalschutzamtes abzuwarten. Erst im Anschluss werde man über ein weiteres Vorgehen entscheiden, sollte dieses Gutachten nicht “Pro Moltkeblock” ausfallen.

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=14343

geschrieben von bei Feb 26 2010. abgelegt unter Allgemeines, Aus Stadtteilen, Bezirksversammlung, Ottensen, Politik Wirtschaft Gesellschaft. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

1 Reaktion für “Bezirksversammlung debattiert über “Moltkeblock” in Altona”

  1. Christian Kaiser

    Es wäre schön und beruhigend wenn sich der Denkmalschutz endlich aus der Deckung wagen, dem Wunsch der Anwohner folgen würde und wie in der Bezirksversammlung gefordert, das Ensemble Molteblock unter Schutz stellen würde.

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