Der Kollegiensaal im Altonaer Rathaus. Hier tagt die Bezirksversammlung.

Hamburg / Altona (erstepresse). Das Bauverfahren Ikea wurde dem Bezirk Altona mit Evokation durch den Hamburger Senat abgenommen (altona.INFO Bericht). Entscheidungen bezüglich der Ansiedlung und des Genehmigungsverfahres für den Bau von Ikea in Altona liegen nun nicht mehr in eigenen Händen, vielmehr bei der Stadt Hamburg selbst. Federführend ist dort die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), die im Vorfeld Kooperationsbereitschaft für Vorschläge aus „All-zu-nah“ (Altona) signalisiert hatte.

Nachdem bereits der Ikea-Workshop ohne Beteiligung der Politik Ideen gesammelt hat, reichten CDU und GAL auf der letzten Sitzung der Bezirksversammlung einen „dringenden Antrag“ ein. Demzufolge wurden Vorschläge beschlossen, die allerdings keinerlei Auswirkungen auf die Entscheidungen der BSU haben müssen. Die Forderungen im Einzelnen im Wortlaut des Beschlusses der Bezirksversammlung:

Gestaltung des Gebäudes und des Umfeldes:

1. Umlaufende straßenparallele Gebäudeaußenkanten (Im Norden, Süden, Westen entsprechend dem Erneuerungskonzept. Der Durchgang im Osten bleibt erhalten) Umlaufend Absenken der Traufkante auf Oberkante Fußboden unterstes Parkdeck (21m).
2. Ab Traufkante Ausformulierung eines geneigten Daches ohne größere Durchdringungen  von Erschließungskernen oder Gebäudetechnik an der West- und Südseite.
3. Realisierungswettbewerb (von wenigstens 6 Büros) zur äußeren Gestaltung. Auslobungskriterien u.a.: Der Neubau muss sich in den Stadtraum einfügen und soll einen deutlichen Beitrag zur Stadtreparatur leisten.
Dabei müssen die Fassaden in ihrer Ausformulierung (auch in Bezug auf Materialität, Farbigkeit und Präsenz der Wortmarke) den besonderen Anforderungen an ein innerstädtisches Gebäude genügen, die an ein innerstädtisches Gebäude, das in einer Fußgängerzone liegt, zu stellen sind..
4. Keine Aktionsflächen vor dem Gebäude („Keine Fahnen“).
5. Eine Nachhaltigkeit des Gebäudes und eine ökologische Bauweise müssen gewährleistet sein.

Verkehr:

A. Forderungen an IKEA:

1. Zufahrt gemäß Verkehrsgutachten

2. Anlieferverkehr:
a. Einhausung der LKW-Zufahrt
b. Anlieferregelung: Möglichst keine Anlieferung vor 6:00 Uhr morgens

3. PKW-Verkehr:
a. Öffnungszeitenregelung des Parkhauses Mo-Sa von 8:00 bis max. 21:00 Uhr b. Lärmschutzmaßnahmen für PKW: Die Zufahrten sind einzuhausen. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob passive Lärmschutzmaßnahmen verwendet werden müssen.

4. Fahrradfreundliche Ausgestaltung (überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten)

5. Folgende Bewirtschaftung des Parkhauses: Die erste Stunde ist kostenlos; danach Gebühren, die ggf. mit dem Einkauf verrechnet werden.A nreize, mit dem Auto zu kommen, sind zu vermeiden.

6. Schlüssiges, attraktives ÖPNV-Konzept von IKEA auf der Grundlage eines Gutachtens, das aufzeigt, wie ein „Modal Split“ (Aufteilung Auto / andere Verkehrsmittel) mit einem Anteil von mindestens 60% autofreien Verkehren tatsächlich erreicht werden kann.

7. Der Kaufpreis einer HVV-Karte soll mit dem Einkaufwert verrechnet werden können.


B. Forderungen an die BSU (Behörde für
Stadtentwicklung und Umwelt):

1. Es wird ein erweitertes, zweites Verkehrsgutachten erstellt, das die weiteren Strassen um Ikea hinsichtlich Parkdruck und Lärmbelästigung berücksichtigt. Die Gebiete um Hospital- und Chemnitzstraße sind einzubeziehen. Ebenso ist zu untersuchen, wie denkbare Verkehre durch die verkehrsberuhigten Gebiete Ottensens vermieden
werden können (Stichwort Eulenstraße).
2. Integration des IKEA Parkhauses in ein Parkleitsystem für das Zentrum von Altona (IKEA beteiligt sich dabei an den Kosten)
3. IKEA Ausschilderung (IKEA trägt die Kosten) unter Einbeziehung in ein dynamisches Parkleitsystem.
4. Alle Maßnahmen der Verkehrslenkung werden jährlich evaluiert.

C. Forderungen an die BWA (Behörde für Wirtschaft und Arbeit):

Restriktive Behandlung von Sonder-Öffnungszeiten für IKEA. Abendliche Öffnung bis max. 21 Uhr.

D. Forderungen an das Bezirksamt Altona:

Der Verkehrsausschuss erarbeitet ein Parkraumkonzept für Altona Altstadt. Dabei soll insbesondere die Möglichkeit der Einrichtung von Anliegerparkplätzen geprüft werden. Im übrigen geht die Bezirksversammlung davon aus, dass die BSU alle notwendigen Maßnahmen eng mit dem Bezirk Altona und seiner Bezirksversammlung eng über den Sonderausschuss IKEA abstimmt.

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