"Kiosk 2000" in der Bahrenfelder Straße am belebten Alma-Platz in Ottensen. Foto: erstepresse

Hamburg / Altona (erstepresse). Der Bezirk Hamburg-Altona will Kiosken den Ausschank von Alkohol an Sonn- und Feiertagen deutlich erschweren und fordert von der Stadt Hamburg einen neuen Gesetzentwurf. Durch konzessionierte Kioske in den Stadtteilen Sternschanze und Ottensen komme es auch nach dem Ende der Nutzungszeiten der Außengastronomie zu erheblichen Beeinträchtigungen von Ruhe und Sauberkeit.

Ein herber Rückschlag für die zumeist familiengeführten Kioskbetriebe in Altona. Die Bezirksversammlung will mit einer Verschärfung des Ladenöffnungsgesetzes sogenannte „Scheinkonzessionen“ von Kiosken umgehen. Mancher Kiosk-Kunde hatte sich schon gewundert, wieso man denn jetzt auch „Kaffee“ im Angebot hatte.

„Ruhe und Sauberkeit sind insbesondere durch einen regen nächtlichen Verkauf von alkoholischen Getränken beeinträchtigt“, heißt es in der Beschlussvorlage der Bezirksversammlung. Diese Entwicklung führe laut Bezirksversammlung praktisch dazu, dass insbesondere an Wochenenden große Gruppen von Menschen bis spät in die Nacht im öffentlichen Raum Alkohol verzehrten, damit die Nachtruhe der Bewohnerschaft empfindlich stören und durch ihre Hinterlassenschaften zu einer Vermüllung der Stadtteile beitragen.


Kiosk oder Gaststätte – der feine Unterschied

Die Politik setzt auf eine deutlichere Unterscheidung zwischen Kiosk und Gaststätte. In der Beschlussvorlage heißt es: „Kioske sind in der Regel Verkaufsstellen i.S.d §2 Abs. 1 Nr. 2 Hamburgisches Gesetz zur Regelung der Ladenöffnungszeiten (HmbgLÖV), für die ein Verbot der Sonntags- und Feiertagsöffnung besteht, es sei denn, sie haben eine zusätzliche Erlaubnis gemäß §2 Gaststättengesetz. Nachdem durch die Föderalismusreform das Gaststättenrecht Ländersache geworden ist, ist der Landesgesetzgeber aufgefordert hier Abhilfe zu schaffen.

Vor diesem Hintergrund beschließt die Bezirksversammlung am 25. Februar: Die Bezirksversammlung Altona ersucht gemäß §27 BezVG die zuständige Behörde der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Konzessionierung eines Gaststättengewerbes an das tatsächliche Vorhandensein eines gastronomischen Betriebes knüpft, um so „Scheinkonzessionen“, die von Ladengeschäften zum Zwecke der Umgehung des HmbgLÖV gehalten werden, zu unterbinden. Die Regelungen des HmbgLÖV sollen dabei unbenommen bleiben.“

Schreibt uns eure Meinung zum Thema

Ottensen und Schanze sind sind beliebte Treffpunkte in Altona. Für die Anwohner scheint „Müll“ und „Lärm“ eine Beeinträchtigung zu sein. Was meint ihr? Wird die Durchsetzung des Verbotes für Kioske an Sonn- und Feiertagen zu den gewünschten Zielen führen? Schreibt uns gerne eure Meinung und Ideen zum Thema!

5 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Es gibt einige Anwohner, ganz speziell am Alma-Wartenberg-Platz, die sich durch den Lärm der Feiernden, natürlich nicht nur aber auch durch die Personen die vorm Kiosk stehen und Alkohol verzehren oder dort Alkohol gekauft haben und weit vom Kiosk entfernt sitzen und das gekaufte Getränk in der Runde von Freunden genießen, extrem gestört fühlen.
    Greg, du willst mir nicht erzählen, das du das vorher beschriebene nicht auch schon, wie ich auch, in einer warmen Sommernacht, gemacht hast.

    Achso Greg, höre bitte auf Rüben mit Erbsen miteinander zu vergleichen. Hamburg und Berlin sind Weltstädte, aber nicht vergleichbar. Dafür ist die eine Stadt zu nahe an der östlichen Grenze Deutschlands und kriegt von dort einen extremen Einfluss und die andere mitten drin im Geschehen der Welt. ;-)

    • Es gibt einige Anwohner, ganz speziell am Alma-Wartenberg-Platz, die sich durch den Lärm der Feiernden, natürlich nicht nur aber auch durch die Personen die vorm Aurel oder anderen Kneipen stehen und Alkohol verzehren oder dort Alkohol gekauft haben und weit vom Kiosk entfernt sitzen und das gekaufte Getränk in der Runde von Freunden genießen, extrem gestört fühlen.

      Als Anwohner kan es einem sicherlich Jacke sein ob der Lärm dort stattfindet wo der Alkohohl gekauft wurde…..und der Kiosk ist kaum weiter entfernt als die Gastrobestuhlung die mittlerweile den Platz dominiert.

      Es sind wohl eher die Gastronomen die um Umsätze fürchten und in guten Alkonsum aus der Kneipe und schlechten aus der Dose unterscheiden, und sich von den weniger schicken Zaungästen beinträchtigt fühlen.

      In der Susannenstrasse gibt es trotz Gastroalarm ja die selbe Diskussion.

      Merke: Lärm und Alk sind gut solange die Kassen klingeln.

      Ich trinke da auch manchmal gerne ein Bierchen vom Kiosk und lasse mir dieses Recht auf einem öffentlichen Platz auch nicht wegnehmen, notfalls hilft ein Rucksack. Ich schlage abschliessend vor zum Schutz der Anwohner den Konsum von billigen Tankenbier am Elbstrand zu untersagen!

  2. Wunderbare Provinzposse. Wer will sich denn da in seiner Partei profilieren? Ich kenne nicht EINEN Bürger Altonas, der sich von offenen Kiosken belästigt fühlt. Falls es noch keinem aufgefallen ist, Hamburg will eine Weltstadt sein. Fahrt mal nach Berlin und schaut Euch da mal die Öffnungszeiten an.
    Und mal abgesehen davon: Die Eignerfamilien arbeiten alle hart und rund um die Uhr. Solche vollkommen überflüssigen Diskussionen bedrohen nur die Existenzen. Und ja…ich kaufe mir auch Sonntags gerne ein Bier am Kiosk.

  3. Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Es geht nicht darum, dass Kioske an Sonntagen keine Zeitung, Milch oder Zigaretten verkaufen, dass ist gesetzlich erlaubt. Nicht erlaubt ist jedoch der Alkoholverkauf in der Nacht zum Sonntag. Das Geschäft machen die Kioske „legal“ zur Zeit nur mit einer Gaststättenkonzession – genau dagegen zielt unser Antrag. Das ist im Sinne der Anwohner und echten Gastronomen, denn wer feiern will, macht das besser in Club und Kneipe als vorm Schlafzimmerfenster der Altoner.

    • Stell dich mal IM SOMMER vor den Kiosk.

      Kaum einer „macht das besser in Club und Kneipe“ sondern VOR Club und Kneipe, aber das ist scheinbar geräuschlos solange das Gesöff aus der Kaschemme kommt……

      Ungeschickte Lobbyarbeit für die „echten Gastronomen“, denen die Anwohner schon seit ewigen Zeiten scheissegal sind. Wenn ihr wirklich etwas „im Sinne der Anwohner“ unternehmen wollt dann stellt entsprechend radikale Anträge gegen die Ausufernde Aussengastronomie in Ottensen, der Schanze oder auf St.Pauli.

      P.S:
      Die Entscheidung Vor der Kneipe oder Vor dem Kiosk muss man sich auch leisten können und wollen.

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