Hamburg (erstepresse). Hamburg als Medienstandort will sich bei der Fortentwicklung des Urheber- und Leistungsschutzrechts positionieren. Dies erklärte Staatsrat Dr. Nikolas Hill anlässlich der Vorstellung des von der Behörde für Kultur, Sport und Medien geförderten Projekts „Kreativität und Urheberrecht in der Netzökonomie“. Das Projekt, geleitet vom Hans-Bredow-Insitut für Medienforschung (HBI), soll Vorschläge entwickeln, wie das Urheberrecht an die Bedingungen des Internet und der modernen Kommunikation angepasst werden kann mit dem Ziel, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Potenziale der Medienwirtschaft besser auszuschöpfen.

Eine Expertengruppe mit Wissenschaftlern der Universität Hamburg, des HBI, der Bucerius Law School,  des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht und der Hamburg Media School entwickelt derzeit Vorschläge. Dies geschehe im Dialog mit der Wirtschaft und mit einem internationalen wissenschaftlichen Beraterkreis aus Australien, China, Großbritannien, Israel, Niederlande, Österreich und den USA. Staatsrat Dr. Hill: „über 20.000 Unternehmen der Medien- und Kreativwirtschaft haben sich in Hamburg niedergelassen. Für die Branche und für Hamburg brauchen wir faire rechtliche Rahmenbedingungen, die eine Balance schaffen zwischen den Interessen von Urhebern, Unternehmen und Nutzern. Dabei geht es uns nicht um kurzfristige Veränderungen, sondern um ein zukunftsfähiges Urheberrecht.“

Dr. Wolfgang Schulz: „Das Projekt fordert uns besonders heraus: An vielen Stellen verändern sich die Wertschöpfungsketten grundlegend. Nur wenn Ideen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen zusammen kommen und eine echte Ideenwerkstatt entsteht, besteht die Chance, angemessen darauf zu reagieren. Da praktisch überall auf der Welt dieselben Fragen auftauchen, wollen wir auch nach Lösungen schauen, die sich in anderen Ländern bewährt haben.“

Das Projekt sei aus dem Internationalen Mediendialog Hamburg vom 8. Juni 2009 entstanden, als Verleger, die Musikwirtschaft, der Gesamtverband der Kommunikationsagenturen und die Produzentenallianz Film & Fernsehen Erklärungen verabschiedet hatten, in denen sie den Schutz ihrer Leistungen einforderten. Die Erklärung der Verleger sei inzwischen vom europäischen und Weltverlegerverband übernommen worden.

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