Altona / Neumühlen (erstepresse). Der Hamburger Senat lehnt eine Unterschutzstellung der Elbtreppenhäuser in Neumühlen im Ganzen ab. Dies geht aus einer Antwort des Senates auf die Kleine Anfrage des Altonaer  Bürgerschaftsabgeordneten Arno Münster (SPD) hervor. „Die zuständige Behörde hat alle Gebäude in den Jahren 1980, 1996 und 2007 überprüft und weder als Einzeldenkmale noch als ein denkmalschutzwürdiges Ensemble eingestuft“, so der Senat. Auf Basis einer Innenbesichtigung in 2009 seien die Häuser Elbtreppe 13a/b und 15 a/b als Ensemble allerdings für „denkmalschutzwürdig“ befunden worden.

Münster kritisiert, dass ein umfassendes Gutachten aus dem Jahr 2009 die Denkmalwürdigkeit des Ensembles bescheinigte und das Denkmalschutzamt letztmalig im Jahre 2007 alle Gebäude überprüft habe. „Das Vorgehen des Denkmalschutzamtes ist für mich nicht nachvollziehbar“, erklärt Arno Münster. „Jetzt reiche offenbar eine oberflächliche Innenbegehung von zwei Gebäuden aus, um zwei Denkmäler zu finden“, so Münster weiter. Er frage sich, was wohl herauskäme, wenn das Denkmalschutzamt alle Gebäude noch einmal gründlich untersuchte und vermutet, dass es sich bei dem Gewölbe im Haus Elbtreppe 5, die vom Denkmalschutzamt nicht weiter untersucht wurden, um „Reste der ersten Besiedlung Neumühlens“ aus dem 17. Jahrhundert handeln könnte.

„Solange das Denkmalschutzamt dem Gutachten aus 2009 nicht eine gleichwertige Komplettuntersuchung entgegen setzt, lässt sich der Verdacht, dass hier den wirtschaftlichen Interessen von SAGA GWG der Vorzug gegeben wird nicht ausräumen“, sagt der SPD-Abgeordnete Münster.

1 KOMMENTAR / LESERBRIEF

  1. Nachvollziehbar ist das schon, wenn man weiss das das Denkmalschutzamt an der kurzen Behördenleine hängt… man nehme nur Beispiele wie den Abriss der Flora (von Gutav Eiffel!), das Bismarckbad, den Altonaer Bahnhof, das Kühlhaus,den Bahnhof Holstenstrasse, die Wendelhalle im HBF, den Bahnhof Sternschanze, die Seefahrtschule, Heuburg und die Europapassage

    Passt der Schutz nicht zum städtschen Konzept der Inwertsetzung, wird bereits bestehender Schutz auch mal unbürokratisch aufgehoben.Wie man am „Geschäftshaus Ottensen“ sieht lohnt sich das ja so richtig, aus 10 Mio für das Schwimmbad werden nach nur drei Jahren über 60 Mio, da haben Werte wie Tradition, Baukultur und Denkmalpflege keine Chance.

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