Hamburg / München (erstepresse). CEO Axel Wieandt scheidet „einvernehmlich“ aus der HRE aus, meldet die Pressestelle der Hypo-Real-Estate in München. Vorherige Gerüchte um einen Rücktritt bei der Bank werden damit bestätigt. Der Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate Holding AG Dr. Axel Wieandt hätte dem Aufsichtsrat am Donnerstag den Rücktritt von seinen Ämtern im Konzern angeboten wegen „unterschiedlicher Auffassungen“ bezüglich der Geschäftsleitung zwischen ihm und dem Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin.

Der Aufsichtsrat hätte dieses Angebot mit Bedauern angenommen und Dr. Axel Wieandt mit Wirkung vom heutigen Tag von seinen Pflichten entbunden. Der Aufsichtsrat dankte Dr. Wieandt für seine Arbeit als Vorstandsvorsitzender. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Bernd Thiemann sagte: „Dr. Axel Wieandt hat im Oktober 2008 auf dem Höhepunkt der Krise als neuer Vorstandsvorsitzender Verantwortung übernommen. Er hat wesentlichen Anteil an der Stabilisierung und Neuausrichtung des Konzerns, die Weichen sind erkennbar gestellt. Wir wünschen Dr. Axel Wieandt für seinen weiteren Berufsweg alles erdenklich Gute“, so Thiemann. über die Nachfolge von Dr. Axel Wieandt als Vorstandsvorsitzendem werde der Aufsichtsrat zu gegebener Zeit entscheiden. Mit der Wahrnehmung der Funktion des Vorstandsvorsitzenden und der Koordination der Arbeit im Vorstand hat der Aufsichtsrat bis auf weiteres Manuela Better betraut. Sie gehört dem Vorstand seit Februar 2009 an und verantwortet als Chief Risk Officer das Risikomanagement der Gruppe.

Der Rücktritt des HRE-Chefs erfolgt genau einen Tag vor Verkündung der Zahlen und wirft wieder Fragen rund um die Geschäfte der HRE auf. Kenner der Szene meinen, Wieandt hätte höhrere Bezüge gefordert. Andere berichten, er hätte mehr Einfluss gegenüber dem staatlichen Rettungsfonds gefordert. Welche unterschiedlichen Auffassungen gab es? Das bleibt leider zunächst im Verborgenen, wie vermutlich so viele Dinge, seitdem die Bank verstaatlicht wurde.
Der Abgang des Bankenmangers erfolgt immerhin nur 1 1/2 Jahre nach seinem Antritt. Die „systemrelevante“ Bank mußte von der Bundesrepublik mit hohen dreistelligen Milliardenbeträgen bzw. Garantien des Bundes gestützt werden. Noch immer sind zahlreiche Fragen offen, z.B. wieso trotz einiger Anfragen im Deutschen Bundestag noch keine Gläubigerliste der irischen HRE-Tochter „Depfa“ vorgelegt worden ist. Morgen soll indes die Bilanz für 2009 vorgelegt werden.

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