Hamburg / Altona (erstepresse). In der letzten Sitzung der Altonaer Bezirksversammlung haben die Fraktionen von  GAL und CDU das Bezirksamt in einem Antrag beauftragt, im Bezirk nach einem geeigneten Standort für eine Wildtierauffangstation zu suchen. Ein privater Träger habe sich Anfang des Jahres mit einer entsprechenden Initiative an die Fraktionen und das Amt gewandt.

Kleine Rehkitze und andere Wildtiere könnten bald ihr neues vorübergehendes Zuhause in der geplanten Wildtierauffangstation in Altona finden. Foto: Wildpark Schwarze Berge

Einige engagierte Bürger hätten sich angeboten, im Hamburger Westen eine Wildtier-Auffangsstation einzurichten, und die zuständige Bezirksverwaltung um entsprechende Unterstützung gebeten. Statt jedoch auf diese Bitte angemessen einzugehen, habe sich das zuständige Baudezernat genötigt gesehen, eine „im Ton unangemessene, in der Sache falsche, für den Tierschutz abwegige und zum Thema Bürgernähe kontraproduktive“ Antwort zu geben, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU Altona. So habe zumindest nicht nur der Sprecher der CDU-Fraktion, Sven Hielscher, das Schreiben des Baudezernenten empfunden, sondern mit ihm alle Abgeordneten der schwarz-grünen Bezirkskoalition.

Hielscher: „Das Anliegen, verletzte Wildtiere wieder gesund zu pflegen und auszuwildern, ist uneingeschränkt richtig. Das Angebot der Initiatoren, damit nicht die öffentlichen Kassen zu belasten, ist honorig. Die Bitte an die Verwaltung, hierbei zu helfen, sollte eigentlich keiner Diskussion bedürfen. Da der Baudezernent – um ein zu diesem Thema ohne Zweifel schlechtes Bild zu nutzen – offenbar dennoch zum Jagen getragen werden muss, werden wir ihm über die Bezirksversammlung den notwendigen Schub in Sachen Tierschutz geben und dafür sorgen, dass die Bambi-Station im Hamburger Westen so schnell und unbürokratisch wie möglich ihre Arbeit aufnehmen kann.“

„Entsprechende Einrichtungen zur Pflege und Rehabilitation verletzter Wildtiere gibt es in anderen Bundesländern bereits zahlreich; selbst Berlin ist uns da voraus. Wir begrüßen deshalb die private Initiative sehr und bitten die Verwaltung, das Ansinnen konstruktiv zu unterstützen“, erklärt der Bezirksabgeordnete der GAL-Fraktion und Vorsitzende des Ausschusses für Grün, Naturschutz und Sport Lars Andersen. „Jeder, der schon mal ein verletztes Wildtier gefunden hat, weiß, wie schwierig die Situation in Hamburg ist. Tierheime für Haustiere sind beispielsweise für die Rehabilitation von verletzten Greifvögeln kaum der richtige Ort. Adressen von Menschen, die sich ehrenamtlich um bestimmte Tiergruppen kümmern, werden auch vor dem rechtlich komplexen Hintergrund von Natur- und Tierschutzgesetzen und des Jagdrechtes als Geheimtipps gehandelt. Eine anerkannte Wildtierauffangstation als zentrale Anlaufstelle könnte hier für Klarheit sorgen und die bestmögliche Versorgung auch für geschützte Tierarten bieten“, so Andersen weiter.

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