Nach Ende des 1. Weltkriegs hatte man in Altona alle Hände voll zu tun, um die schrecklichen Folgen, wie Tod, Hunger, Arbeitslosigkeit und Inflation zu überwinden. Weil es dabei der Stadt selbst nicht gut ging, tendierte man in den Führungsebenen Altonas ernsthaft dazu, sich der großen Schwester Hamburg anzuschließen, um überleben zu können. Denn das „kleine“ Altona schien in seinen bisherigen Grenzen kaum richtige überlebenschancen zu haben.

Als Oberbürgermeister Bernhard Schnackenburg mit seinem Vorhaben nachhaltig scheiterte, wollte sein Nachfolger, Oberbürgermeister Max Brauer, seinem Altona auf einem anderen Wege eine wohlmeinende Zukunft verschaffen. Denn er war zu der nachhaltigen Auffassung gelangt, dass Altona nur durch die Eingemeindungen weiterer Nachbargemeinden (nach Ottensen, Bahrenfeld usw.) eine reelle Chance haben würde, sein Schicksal weiterhin eigenhändig verwalten zu können.

Bereits um 1925 warb Max Brauer überall in Altona und den umliegenden Gemeinden für seine Idee. Doch nicht bei allen Gemeinden, wie zum Beispiel Blankenese oder Osdorf, die um ihre bisherige Eigenständigkeit fürchteten, löste sein Vorhaben Begeisterungsstürme aus. Eher das Gegenteil war der Fall, wie sich später herausstellte. Denn während man in Osdorf es ablehnte, die Eingemeindungsurkunde überhaupt zu unterschreiben, lehnte es Blankenese mehrheitlich ab, ein Teil von Altona zu werden.

Doch aller Widerstand half nicht weiter, und so bekam Max Brauer doch noch seinen Willen mit Hilfe eines „Eingemeindungsgesetz“. Dieses Gesetz regelt dann auch im Juli 1927 u. a. die Eingemeindung der beiden Gemeinden, die zu wichtigen Stadtteilen von Altona wurden. Aus Altona war nun „Groß-Altona“ geworden, welches in der Rangfolge der deutschen Großstädte nun immerhin auf Platz 22 landete. Noch einen Platz vor Kiel auf Platz 23. Für ihr ungeheures persönliches Engagement erhielten sowohl Oberbürgermeister Max Brauer und Vize-Admiral D. Dähnhardt die goldene Plakette der Stadt Altona tief empfundenen Dank.

Zur Auszeichnung mit der goldenen Plakette der Stadt Altona
Die Plakette war damals im „modern einfachen“ Stil angefertigt worden, in einer Zeit, in der mehr und mehr einfachere Formen und Darstellungen gefragt waren. Diese Ehrung war derzeit etwas ganz Besonderes und hatte einen höheren Stellenwert, als so mancher Preis, der heute bereits für „Nichtigkeiten“ verliehen wurde. Denn damals gab es keine Massenverleihungen wie heute.

übrigens gab es diese Medaille auch in Silber. Mit dieser Auszeichnung wurde bereits 1926 Altonas Stadtarchivar Paul Theodor Hoffmann für seine enorme Arbeit für die Stadt ausgezeichnet. Denn P. T. Hoffmann hatte u. a. die bisher eher spärliche Altona-Literatur um Werke wie Altona 1919 – 1929, „Die Elbchaussee“ und „Die Geschichte des Altonaer Stadttheaters“ bereichert. Aber auch andere, herausragende Persönlichkeiten, wie u. a. Ärzte, verlieh man in dieser Zeit die begehrte Medaille für ihre Verdienste.

Das Altonaer Stadtarchiv e.V. informiert auf altona.INFO in der regelmäßigen Rubrik „Ein Stück Altona“ zur Stadt- und Stadtteilgeschichte Altonas. Ein Besuch lohnt sich sehr, auch unter

Die aktuelle Ausgabe von Mien leeves Altona (PDF)

KOMMENTAR / LESERBRIEF

Antwort hinterlassen