Wer sich ein wenig intensiver mit der Altonaer Stadtgeschichte beschäftigt, stößt unweigerlich immer wieder auf Altonas ehemaligen Kulturtempel von 1876, an der Königstraße: das Altonaer Stadttheater. Das Altonaer Stadtarchiv besitzt eine sehr umfangreiche Sammlung von Programmen, Schauspieler- und Szenenfotos aus dem Leben der Bühne, die auch in Hamburg sehr beliebt war. Denn man konnte sich dort auch zahlreiche „Singstücke“ anschauen.

In dieser Sammlung findet man auch u. a. einen „Theaterzettel“, aus dem hervor geht, dass dort um 1930 einmal das Stück „Struensee“ von Otto Erler, ein Drama in fünf Aufzügen, aufgeführt wurde. In dieser Inszenierung ging es um Friedrich Struensee, der einmal um 1770 Leibarzt des geistig eingeschränkten dänischen Königs Christian VII. war. Diese Rolle wurde von einem langjährigen Mitglied des Theaterensembles gespielt, Kurt Eggers-Kestner. Die Rolle des Leibarztes Friedrich Struensee wurde von Publikumsliebling Gustav Knuth verkörpert, der erst in der Nachkriegszeit im deutschen Filmgeschäft richtig Karriere machte. Seine Frau, die beliebte Schauspielerin Gustel Busch, spielte die Rolle der Caroline Mathilde. Das Schauspielerpaar hatte sich am Altonaer Stadttheater kennen und lieben gelernt.

Die Spielleitung bei dieser Aufführung hatte der Schauspieler Hanns Fischer, der gemeinsam mit seiner Schauspielkollegin Anna Meyerer sogar zum Ehrenmitglied des Ensembles ernannt wurde. Das Bühnenbild zur Inszenierung stellte der Bühnenbildner Karl Gröning auf die Bühne. In dieser Zeit ging bei Karl Gröning Anneliese Bontemps in die Lehre, die später – nach dem zweiten Weltkrieg – viele Jahre lang im Altonaer Theater von Hans Fitze (Gründung 1954 im „Haus der Jugend“) zahlreiche viel gelobte Bühnenbilder für spannende und unterhaltsame Aufführungen erstellte.

Wer in Altona den Namen „Struensee“ hört, verbindet diesen Begriff häufig sofort mit der Struenseestraße, die bis 1946 noch Kleine Mühlenstraße hieß. Wer aber gleichzeitig meint, es handele sich dabei um den mit einem Straßennamen geehrten o. a. Leibarzt des dänischen Königs, der irrt. Denn hier wurde nämlich sein Vater geehrt, der hier einmal als „Stadtarzt“ gearbeitet hatte.

Das Altonaer Stadtarchiv e.V. informiert auf altona.INFO in der regelmäßigen Rubrik „Ein Stück Altona“ zur Stadt- und Stadtteilgeschichte Altonas. Ein Besuch lohnt sich sehr, auch unter

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