Der Rettungs-Hubschrauber "Christoph 29" landete mitten auf der grünen Wiese am Kemal-Altun-Platz in Altona / Ottensen. Foto: erstepresse
Der Rettungs-Hubschrauber "Christoph 29" landete mitten auf der grünen Wiese am Kemal-Altun-Platz in Altona / Ottensen. Foto: erstepresse


Altona / Ottensen (erstepresse). Polizei, Feuerwehr rückten mit einer ersten Flotte an, kurz danach ein ohrenbetäubender Lärm. Der erst zwei Jahre alte Rettungshubschrauber „Christoph 29″der Bundespolizei  setzte mitten auf der Wiese des Spielplatzes am Kemal-Altun-Platz (Bei der Reitbahn / Große Brunnenstraße)
zur Landung an. Was war passiert? Wir haben ein kurzes Interview mit dem Piloten geführt.

Erst dachten wir an einen Promotionauftritt der Bundespolizei. Auf der frisch gemähten Wiese stand ein blitzblanker Hubschrauber bei bestem Wetter. Viele Kinder tummelten sich rund um dieses faszinierende Fluggerät.  Pilot Kapitän M. Berndt saß ganz entspannt auf einer Bank am Rande und genoss sichtlich die Sonne. „Nur ein Eis fehlt jetzt noch“, scherzte er. Doch der Einsatz war alles andere als lustig. „Wir bringen den Arzt in Notfällen schnellstmöglich per Hubschrauber zum Patienten“, berichtet Capitän Berndt. Während er wartet, wird der Patient von dem zweiköpfigen Ärzteteam in einem Haus unweit der Landestelle behandelt. Wir interessieren uns auch für seinen Job, denn seien wir doch mal ehrlich: So ziemlich jeder Junge wollte doch schon mal Hubschrauberpilot werden – und wurde es (leider) nicht. Sichtlich beneidet wird Berndt von zahlreichen neugierigen Kindern, aber auch ein paar Männer interessieren sich für die Fragen, die wir dem Kapitän stellen.

Berndt hat seine Laufbahn über die Polizei eingeschlagen, eine anderthalbjährige Ausbildung  brachte ihm nach Jahren Flugtraining schließlich die Befähigung, diesen Hubschrauber zu fliegen, den er sich mit einem Kollegen teilt. „Wir fliegen 2500 Einsätze im Jahr, ungefähr fünf am Tag“, berichtet der Kapitän, der einen der insgesamt 12 Hubschrauber dieser Art im Einsatz der Bundespolizei (ehemals Bundesgrenzschutz) fliegen  darf. „Ich bin hier nur der Chauffeur“, witzelt der freundliche und gutgelaunte Pilot.

Der Hubschrauber-Pilot, Capitän M. Berndt. Vermutlich hat einen der zumindest unter Jungs begehrtesten Jobs in Deutschland. Foto: erstepresse
Der Hubschrauber-Pilot, Kapitän M. Berndt. Vermutlich hat er den - zumindest unter Jungs - begehrtesten Job in Deutschland. Foto: erstepresse

Nun kommt es wahrlich nicht häufig vor, dass mal ein Hubschrauber mitten auf einem belebten Platz landet. Darf man das denn, ist unsere Frage? Die Antwort ist „Ja, die Enscheidung, wo und ob man landet trifft der Pilot alleine“, sagt Berndt, der dafür allerdings auch auf umfangreiche, modernste Technik zurückgreifen kann. Alleine sieben Monitore zeigen in „Christoph 29“ ( Eurocopter EC 135) Messungen an.  Ob Kassenpatient oder Privatpatient spielt bei dem Einsatz des ca. 1.200 EUR teuren Transporters übrigens keinerlei Rolle. In der Leitstelle Florian wird anhand des aktuten Falles eine fast schon automatische Entscheidung getroffen, ob per PKW oder aus der Luft „gerettet“ wird.

In dem vorliegenden Fall wurde der Notfallarzt aus der Luft gebracht. Der Patient wurde per PKW in das Krankenhaus gefahren.

In unserem Video haben wir den stürmischen Abflug von „Christoph 29“ festgehalten.

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