“Mitte Altona”: Bürgerinnen und Bürger “wünschen sich was” – Teil 2

Die Anregungen der Beteiligten wurden, wie hier exemplarisch, zu fünf Leitbildern gesammelt. Foto: erstepresse


Hamburg / Altona (erstepresse). Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung zu “Mitte Altona” vom 25. Mai fanden sich lediglich rund 60 Bürgerinnen und Bürger, darunter auch viele Funktionsträger, in den Räumen der Theodor-Haubach-Schule ein. Zu dem “Bürgerforum”, wie es von der BSU in Abstimmung mit den Eigentümern genannt wird, hatten sich vorab ca. 120 Teilnehmer registriert.

Zeit für viele Fragen ist nicht, doch nach einleitenden Worten von Oberbaudirektor Jörn Walter kommen sofort einige gewichtige Themen auf. Teilnehmer protestieren, es sei ja schließlich keine echte Bürgerbeteiligung und sie nähmen nur “unter Protest” an der Veranstaltung teil. Walter sagt zu, dass es neben dieser Veranstaltung noch zu “vielen weiteren Formen der Bürgerbeteiligung”, insbesondere in den nachfolgenden Planverfahren kommen werde. Auch sollen im Herbst der Öffentlichkeit die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs präsentiert werden – und Johannes Gerdelmann (Amt für Landschaftsplanung, BSU) hat eine dicke und unangekündigte überraschung für die Teilnehmer parat. Aus der Mitte der Anwesenden sollen am Abend drei Vertreterinnen und Vertreter gewählt werden, die dann als “Berater” des Preisgerichtes fungieren (dazu später mehr).

Ein Mieter aus der Harkortstraße meint, er fühle sich “wie auf Eiern” angesichts der recht unkonkreten Planungen, während andere unbeantwortete Fragen zum Verkehrsaufkommen stellen, die quotierte Verteilung der geplanten Nutzungen versuchen zu ergründen. Eine spannende Frage verbindet ein Teilnehmer mit der Bewertung der Bahnflächen. Er frage sich, für welchen Preis von der Bahn AG die seinerzeit aus Staatseigentum überlassenen oder günstig verkauften Flächen im Zuge des geplanten Wohnungsbaus rückerworben werden müssten.

Einige Fragen werden direkt beantwortet, andere bleiben offen im Raum stehen (siehe auch Filmbeiträge). Dass sich die Vertreter sehr bemühen, wird jedoch deutlich. Ein Moderator weist darauf hin, dass man zusammengekommen sei, um Vorschläge der für die entwickelten “Leitbilder” zu sammeln (siehe auch Protokoll der STEG zur Auftaktveranstaltung, PDF)

Oberbaudirektor Jörn Walter leitete die Veranstaltung "Bürgerforum Mitte Altona" mit einer Zusammenfassung ein. Ca. 60 Bürgerinnen und Bürger waren an dem sonnenreichen Samstag Nachmittag gekommen. Foto: erstepresse

Oberbaudirektor Jörn Walter leitete die Veranstaltung "Bürgerforum Mitte Altona" mit einer Zusammenfassung ein. Ca. 60 Bürgerinnen und Bürger waren an dem sonnenreichen Samstag Nachmittag gekommen. Foto: erstepresse


“Wünsch dir was” für Mitte Altona

Gesagt, getan: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer teilen sich in Gruppen auf und durchlaufen, beladen mit Ideen und Anregungen, am Nachmittag den “Parcour” in den Räumen der Grundschule. Zeit für eine Vorstellung der Teilnehmer untereinander bleibt nicht. Eine Möglichkeit für eine Diskussion zu den Vorschlägen ebenfalls nicht. Produktiv ist dagegen das Brainstorming. Die gesetzten drei Stunden mit einer Kaffeepause vergehen wie im Flug und die Pinnwände haben zum Abschluss der Veranstaltung kaum noch Platz für weitere Wünsche (siehe auch Bildergalerie), die in den Sessions à 20 Minuten zusammenkommen.

Schon während des Ideensammelns ist  auffällig, dass die Anregungen teils sehr widersprüchlich ausfallen. Jens Kuhne, Regierungsdirektor a.D BSU, macht es an einem Beispiel deutlich: “Manche wollen den Wasserturm abreißen, andere nicht. Güterbahnhof weg, Güterbahnhof bleibt.”
Zum Abschluss stellen die einzelnen Mitarbeiter der (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und Steg (beauftragtes Unternehmen für die vorbereitenden Untersuchungen) dem Plenum Ideen aus den Gruppen vor. “Man müsse jetzt noch mal die klugen von den nicht so klugen Ideen trennen”, sagt Gerdelmann und ergänzt man könne die Anwesenden in ihrer Zusammensetzung auch schwerlich als repräsentativ betrachten.

Zum Abschluss der Ideenrunde lobt eine Teilnehmerin den Einsatz der Mitarbeiter und andere kündigen an, in eigenen Gruppen und Initiativen das Thema weiter behandeln zu wollen.


Wahl der “Berater” für das Preisgericht: altona.INFO ist dabei!

Eine von den Teilnehmern geforderte umfangreiche Bürgerbeteiligung ist nach Auskunft der BSU auf der Veranstaltung aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Dies liege auch nicht in der Hand der Behörde, sondern sei schlussendlich eine Entscheidung der Eigentümer. Trotzdem habe man sich mit den Eigentümern verständigt, insgesamt sechs Vertreter in ein ca. zwanzigköpfiges Gremium einzuladen, das das “Preisgericht” für den städtebaulichen Wettbewerb bildet. Drei Vertreter, so die Vorstellung des Veranstalters, sollen direkt von den Anwesenden bestimmt werden. Weitere drei Vertreter würden von der Bezirksversammlung bestimmt.

Per Handzeichen werden nach einer kurzen Vorstellung drei Vertreterinnen und Vertreter gewählt:

Carsten Dohse, Architekt (21 Stimmen)
Maren Lorenz, Historikerin (24  Stimmen)
Christoph Zeuch, Journalist (28 Stimmen)

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Anmerkung d. Redaktion: Die Kandidatur unseres Redakteurs war nicht geplant und auch wurde diese Möglichkeit für eine Beteiligung im Vorfeld unserer Redaktion nicht bekannt. Trotzdem entschieden wir aus der Situation heraus, dass ein guter Einblick in die Planungen zu “Mitte Altona” auch Gelegenheiten bieten kann. Die Aufstellung eines Vertreters unserer Redaktion kann für unsere Leserinnen und Leser eine Brücke bilden. Soweit gesetzlich zugelassen, werden wir von altona.INFO in Abstimmung mit allen Beteiligten daher versuchen, möglichst viel Transparenz in das “Jahrhundertprojekt für Altona” (Oberbaudirektor) zu bringen und unsere bereits intensive Berichterstattung ausbauen. Wir zählen und bauen dabei auf die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser und werden auf allen Seiten für Verständnis werben.


WIR DANKEN FüR ANREGUNGEN, HINWEISE UND DISKUSSION IN UNSEREM FORUM “BAHNHOF ALTONA” – “MITTE ALTONA”


Die detaillierte Zusammenfassung der Veranstaltung in unserem Filmbeitrag:

TEIL 1

TEIL 2

TEIL 3


Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=19768

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