Hamburg / Altona (erstepresse). Die Veranstalter zählten wie in vergangenen Jahren wieder eine halbe Million Besucher. Doch der zwölften Altonale setzte am Wochenende das Wetter mächtig zu: Bereits am Freitagabend war es windig und kalt, und auch an den vergangenen Altonale-Sonnabenden hatte man die Bahrenfelder Straße in den elf Jahren zuvor schon deutlich voller gesehen.

Dass die Spaßparade, die als „Stamp“ in den September verlegt wurde, als Magnet am Sonntag über alle Maßen fehlen würde – wie viele befürchtet hatten -, bestätigte der Besucher-Zustrom am sonnigsten aller Tage dann jedoch nicht. Insbesondere der Kunstmarkt mit seinen weißen Zelten in der Nähe des Spritzenplatzes lockte viele Besucher. „Zum fünften Mal haben wir die Künstler gebeten, ihre Werke hier zum Verkauf auszustellen“, sagte Altonale-Geschäftsführer Dieter Meine beim Schlendern über das Areal. „Mittlerweile ist der Kunstmarkt immer beliebter geworden. Etwa 60 Künstler aus Hamburg, Norddeutschland und Berlin sind mittlerweile dabei.“ Außerdem präsentierten sich rund 140 Vereine auf der Infomeile und 20 Aussteller auf der Elbmeile, während die gut über das weitläufige Straßengeflecht verteilten Musikbühnen viele Zuhörer auf den Plätzen versammelten.

überhaupt die Kunst: Während sich die kommerziellen Buden der Altonale immer mehr aus der Neuen Großen Bergstraße und bereits völlig aus der Großen Bergstraße zurückgezogen haben, fanden sich bei den 110 Veranstaltungen aus den Bereichen Literatur, Theater, Film, Kunst und Musik, die schon zwei Wochen vor dem Straßenfest starteten, wieder zahlreiche Gäste ein. Man verzeichnete gute bis „sehr sehr gute“ Besucherzahlen, teilte der künstlerische Leiter Gerhard Fiedler mit. Im kommenden Jahr könnte sich die Zahl der Kulturveranstaltungen allerdings auf etwa 90 reduzieren. Damit würde man die Menschen konzentrierter zu Highlights locken, so Fiedler. Außerdem soll das Musikprogramm – nicht zu verwechseln mit dem Bühnenprogramm während des Straßenfestes – eventuell erweitert werden.

Eine Wieder-Erweiterung ist auch für Altona-Altstadt geplant. „Wir geben nicht auf“, sagte Dieter Meine mit Blick auf die Große Bergstraße östlich des Bahnhofes. Spätestens, wenn Ikea wie bislang geplant Ende 2012 dort eine neue Filiale eröffnet, könnte die Fußgängerzone auch für Altonale-Stände wieder attraktiver werden. Doch so lang will man nicht warten: Derzeit denke man bereits über ein neues Konzept für 2011 nach, so Meine.

Text: Olaf Dittmann
Film: Julika Solf
Bilder: Simone Wendorff, Christoph Zeuch

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