Fernwärme-/Moorburgtrasse durch den Schellfischtunnel?
Hamburg / Altona (erstepresse). Die Fernwärmetrasse alias Moorburgtrasse könnte nach Auffassung der Fraktionen von CDU und GAL direkt in den Schellfischtunnel gelegt werden. Dies sieht ein Antrag der Fraktionen für die Sitzung der Bezirksversammlung mit dem Titel “Endlich sinnvoll nutzen” vor. Seit Jahren gäbe es immer wieder Versuche, den Schellfischtunnel einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Alle bisherigen Ideen, insbesondere die Nutzung als ÖPNV-Verbindung zwischen Altonaer Bahnhof und Altonaer Hafennordrand scheiterten an kostspieligen Sicherheitsauflagen und den geeigneten Transportmitteln. Zuletzt war eine Klage des BUND gegen die Stadt Hamburg erfolgreich.
Um Menschen von A nach B zu bringen, eignete sich der Schellfischtunnel bisher leider nicht so recht, steht im dem Antrag. Kabel und Rohre hätten aber darin durchaus Platz. Der Stromkonzern Vattenfall versuche seit längerem die sogenannte “Moorburg-Trasse” zu realisieren. Auch wenn Kohle-Fernwärme prinzipiell klimapolitisch äußerst kritisch zu sehen sei, stelle der Konzern die Anforderung an die Stadt, diese Fernwärmeleitung zu bauen. Die derzeit von Stadt und Vattenfall geplante Trassenführung sorge mitunter für großen Protest der Bevölkerung vor Ort, die eine Trassenführung durch Parks und Grünflächen ablehne. Bäume müssten gefällt, Parks aufgerissen und der Verkehr würde langfristig behindert.
Die Fraktionen sehen nun die Gelegenheit für die Nutzung des Schellfischtunnels für die Trasse. “Eine Führung der Fernwärmeleitung durch den vorhandenen Schellfischtunnel wäre daher eine Möglichkeit, die Auswirkungen auf Natur und Mensch deutlich zu verringern. Zusätzlich bietet sich auch die sinnvolle Möglichkeit, die notwendige Entwässerung für die Neubebauung des Gebietes des Güterbahnhofes durch den Schellfischtunnel zu führen”, heißt es weiter in dem Antrag.
Was sagen Vattenfall und der BUND?
Der Versorger hat das Thema noch nicht entschieden, heißt es auf Anfrage von altona.INFO. “Vattenfall prüft bereits seit einigen Wochen intern, ob die Leitung durch den Schellfischtunnel verlegt werden kann. Der Tunnel selbst ist unproblematisch, aber beim Anschluss insbesondere durch das Hafengebiet zeichnen sich technisch sehr große Schwierigkeiten ab. Eine Entscheidung dazu ist noch nicht getroffen”, so Sabine Neumann, Leiterin der Kommunikation bei Vattenfall gegenüber altona.INFO.
Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer BUND Hamburg, stellt dagegen nach wie vor die Trasse insgesamt in Frage. Der Favorit für eine Wärmeversorgung ist für den BUND immer noch eine dezentrale Struktur mit Blockheizkraftwerken, die auch “monopolistische Ausmaße” eines einzelnen Unternehmens verhindern würde. “Mit dem Vorschlag fallen GAL und CDU dem Staatsrat Christian Maaß in den Rücken”, sagt Braasch. Man müsse auch immer die gesamte Trasse und nicht nur einen Ausschnitt betrachten. “Die geplante Trasse ist 12 km lang und der Schellfischtunnel gerade mal 500 m”, sagt der BUND-Geschäftsführer. Laut Braasch entspanne der Vorschlag der Verlegung durch den Schellfischtunnel lediglich die Sitiuation im Gählerpark.
Zur Zeit wird das Planfeststellungsverfahren erarbeitet, das im Rahmen der vor dem Oberverwaltungsgericht erfolgreichen “Partizipationsklage” des BUND gegen die Stadt Hamburg notwendig wurde.
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Also eine Fernwärmeleitung zu bauen, für den Transport von Kohle-Fernwärme, verfehlt wohl den Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsgedanken um Kilometer. Das heißt also, man soll einen bisher relativ unnützen Tunnel für eine besonders ineffiziente, Fernwärmeleitung verwenden. Ich muss schon sagen, sehr durchdacht, das Konzept.
Klar:
“Auch wenn Kohle-Fernwärme prinzipiell klimapolitisch äußerst kritisch zu sehen sei, stelle der Konzern die Anforderung an die Stadt, diese Fernwärmeleitung zu bauen”
Was ein Konzern fordert muss die Stadt also realisieren….wer macht hier Poliik, der Senat oder Vattenfall?