Hamburg / Altona (erstepresse). Die Bezirksversammlung Altona hat in seiner Juni-Sitzung einstimmig die Einrichtung eines Radfahrstreifens entlang der Großen Elbstraße beim Altonaer Fischmarkt beschlossen. Die Bezirkspolitik präferiert dabei statt Radweg einen Radfahrstreifen, der entlang der Fahrbahn mit einer durchgezogenen Linie verläuft.

Die SPD-Bezirksfraktion forderte mit einem Änderungs- und Ergänzungsantrag, dass die Anregungen und Bedenken der Bürger aus der jüngst durchgeführten öffentlichen Anhörung in das Gesamtkonzept aufgenommen werden. Unter anderem wollte die SPD-Fraktion vom Bezirksamt prüfen lassen, was die komplette Herrichtung der Großen Elbstraße mit geschnittenem Pflaster als Fahrbahnbelag kosten würde, um dem deutlich zunehmenden Verkehr Rechnung zu tragen und die Lärmbelastung für die Anwohner und Gäste der anliegenden Restaurants so gering wie möglich zu halten. Außerdem sollte erneut geprüft werden, ob und in welcher Form alternative Parklösungen für Anwohner geschaffen werden können. Diese Änderungen beziehungsweise Ergänzungen wurden mit der Mehrheit von CDU und GAL jedoch abgelehnt.

“Es ist schon absurd, wie die Koalition aus CDU und GAL mit dem Bürgerwillen umgeht. Anfangs lehnte diese Koalition eine öffentliche Anhörung mit dem Argument ab, es sei mit dem Radweg entlang der Großen Elbstraße doch schon alles entschieden. Nachdem nun eine öffentliche Anhörung auf Drängen der SPD-Fraktion durchgeführt wurde, ignoriert CDU und GAL die bei der öffentlichen  Anhörung mit Recht vorgebrachten Hinweise und Anregungen der anwesenden Bürgerinnen und Bürger”, so Henrik Strate verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bezirksfraktion. “Bei der öffentlichen Anhörung wurden sehr individuelle Wünsche geäußert, unter anderem bezüglich von Anwohnerparkplätzen. Parkraum für Anwohner kann nicht kostenlos abgegeben werden”, sagt Joachim Eggeling, Mitglied der CDU-Fraktion Altona.

Mittlerweile sei deutlich geworden, dass die Finanzierung für das 1,8 Mio Euro-Konzept von Argus ungewiss ist. Die BSU habe verkündet, dass das Geld dieses Jahr und möglicherweise auch nächstes Jahr noch nicht zur Verfügung gestellt werden kann. “Die BSU hat auf der Anhörung eher um das Thema herumgeschifft”, erklärt Strate. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung appellierte die SPD-Fraktion deshalb gleichzeitig an den Senat, die bereits zugesagten Mittel für den Ausbau nicht weiter zu verschieben. “Kein einziger der von Senatorin Hajduk angekündigten zwölf Kilometer Fahrradstreifen wird in Altona verlaufen. Die bisher auf den Weg gebrachten Planungen verlaufen im Sande. Die Große Elbstraße ist als internationaler Radwanderweg in einem erbärmlichen Zustand und kein Aushängeschild für unsere Stadt. Die SPD-Fraktion fordert daher einen Ausbau noch in diesem Jahr und kein Warten auf den Sankt Nimmerleinstag!”, setzt sich Henrik Strate für den Radweg im Bezirk Altona ein.

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