Fischmarkt Altona: Areal West “soll Perlenkette vollenden”

v.l.n.r Hartwig Sommerfeld, Geschäftsführer der FMH, Professor Jörn Walter, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg, Thomas Kuhlmann, Leiter des HHLA Segments Immobilien.

v.l.n.r Hartwig Sommerfeld, Geschäftsführer der FMH, Professor Jörn Walter, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg, Thomas Kuhlmann, Leiter des HHLA Segments Immobilien.

Hamburg / Altona (erstepresse). Der städte- und hochbauliche Architekturwettbewerb “Areal West” für die Neubebauung der letzten Lücke am nördlichen Elbufer in Hamburg-Altona ist abgeschlossen. Mit dem Bau möchte die Fischmarkt Hamburg-Altona GmbH (FMH) die “Perlenkette an der Elbmeile vollenden”. Der erste Bauabschnitt startet in der ersten Hälfte 2012 und soll dreigeschossige Gebäude beinhalten, die auch Blickbeziehungen auf die Elbe gewährleisten sollen.

Der von der Fischmarkt Hamburg-Altona GmbH (FMH) im September 2009 ausgelobte Realisierungswettbewerb “Areal West” war bundesweit mit 78 Bewerbern auf ein enormes Interesse gestoßen. 36 Teilnehmer wurden zur ersten Stufe des Wettbewerbs zugelassen, wovon Anfang Dezember 2009 zehn Entwürfe für die zweite Stufe ausgewählt worden waren. Das 17.500 Quadratmeter große Areal zwischen Elbkaihaus und den Columbia Twins hatte die FMH, ein Tochterunternehmen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), initiiert, um städtebauliche Lösungen für das noch letzte bebaubare Areal am nördlichen Elbufer in Hamburg-Altona zu finden.

Die Preisgerichtsjury, darunter Oberbaudirektor Professor Jörn Walter sowie Dr. Reinhold Gütter, Baudezernent des Bezirks Altona, die Berliner Professorinnen Petra Kahlfeldt und Ulla Luther, sowie Vertreter aller Fraktionen der Bezirksversammlung Altona, hat am 30. Juni 2010 die besten städtebaulichen Entwürfe ausgewählt: Mit dem jeweils ersten Platz wurden die Gerber Architekten (Dortmund) mit der Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH (Berlin) sowie die Schweger Associated Architects GmbH (Berlin) mit der Hager Landschaftsarchitektur AG (Zürich) ausgezeichnet. Der zweite Platz entfällt. Den dritten Platz belegten die APB.Architekten BDA (Hamburg) mit den Rehwaldt Landschaftsarchitekten (Dresden).

Die Jury habe bei der Auswahl der besten Entwürfe auch ein Augenmerk darauf gelegt, dass die städtebaulichen Lösungen die Sichtbeziehungen vom Geesthang und den öffentlichen Wegen unterhalb der Rainvilleterrasse in Altona auf die Elbe mit Köhlbrand und Hafenpanorama gewährleistet sind, “um die Elbe weiterhin erlebbar zu machen”. Unter touristischen Aspekten ist zudem ein 3-4 Sterne-Hotel mit Bestandteil der Planungen. Insgesamt sieht das Projekt eine Bruttogeschossfläche von zirka 27.000 Quadratmetern vor, außerdem sollen 350 bis 400 Stellplätze für Pkw geschaffen werden.

Oberbaudirektor Jörn Walter merkte anlässlich der Vorstellung an, dass man bei der Auswahl der Sieger insbesondere auf die Einhaltung der Gebäudehöhen (17m Höhe am Wasser) geachtet habe und so sei man auch bei der Dreigeschossigkeit geblieben. Nach seiner Auffassung wäre es zudem “gut für den Standort, wenn man nicht mit nur einem Architekten zusammenarbeitet”. Bei der Neubebauung des Areals möchte sich die die FMH an den beiden Gewinnern des Realisierungswettbewerbs orientieren. Hartwig Sommerfeld, Geschäftsführer der FMH freut sich über “das große Interesse an unserem Architekturwettbewerb und die hohe Qualität der Entwürfe”. Die Entwürfe haben eine Bandbreite zwischen futuristischem Design und traditioneller Hafenrandbebauung. Hamburg kann sich auf eine gelungene Verbindung von Tradition und Moderne freuen”, sagt Sommerfeld. Für die FMH sei allerdings auch relevant, dass der Kapitalrückfluss aus der Investition in überschaubarer Zeit realisierbar ist.

Die Gebäude sollen zu einem hohen Anteil Büroflächen (25-30%), Gewerbe- und Kühlflächen (20%, 11%) beinhalten. Auch ein paar Wohnungen (15%) sollen dort entstehen. “Eine hafentypische Architektur mit Noblesse und einem lebendigen Nutzungsmix” sieht Jörn Walter an dieser Stelle entstehen. Angesprochen auf das Thema “Beachclubs” sagt er “wir denken noch mal darüber nach” und so ganz abwegig findet er es nicht.

In der ersten Hälfte 2012 will die FMH den ersten Bauabschnitt des “Areals West” am nördlichen Elbufer in Hamburg-Altona starten. Man rechnet mit einem Investitionsvolumen von 55 bis 60 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt wird voraussichtlich Ende 2015 / Anfang 2016 fertig gestellt sein. Die FMH präsentiert die Entwürfe aus dem mit 200.000 EUR dotierten Wettbewerb der Öffentlichkeit in einer Ausstellung im Elbkaihaus. Die Termine: 9. Juli, bis Sonntag, 11. Juli, jeweils von 13 bis 18 Uhr sowie von Freitag, 16. Juli, bis Sonntag, 18. Juli, jeweils von 13 bis 18 Uhr.

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=20895

geschrieben von bei Jul 2 2010. abgelegt unter Allgemeines, Altona-Altstadt, Aus Stadtteilen, Meldungen, News & Meldungen, Politik Wirtschaft Gesellschaft, Wirtschaft. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

6 Reaktionen für “Fischmarkt Altona: Areal West “soll Perlenkette vollenden””

  1. J. Hirsch

    Oberbaudirektor Björn Walter wird hiermit in den 1. Rang des Adelsstandes der Immobilienkaufleute der Freien und Hansestadt Hamburg erhoben. Verdichtung, Verdummung und Verkauf von staatlichen Eigentum als Programm. Das kann doch nicht alles sein. Grünachsen verbauen wird sich als folgenschwerer Fehler in der Zukunft erweisen. Von einem wirkliuch klugen Stadtplaner kann man mehr erwarten. Möge der Mann über seinen Rücktritt gerne einmal in Ruhe nachdenken.
    Es grüßt J. Hirsch!

    • robbitop

      Den Geschmack des Herrn Walter kann man ja bereits an seiner formidablen Gesichtsbehaarung ablesen.

      Und wie seine Vorgänger kann er mit blumigster Prosa jeden noch so furchtbaren Klotz schönreden.

      Ungeschriebene Gesetze der Stadtplanung, zB. den Altonaer Balkon und andere Aussichtspunkte nicht zu verbauen sind heute Schnee von gestern, genauso wie die frevelhafte Verunstaltung der Stadtsilhouette durch “Hafenkrone”, Teherani Türme etc.

      Dafür engagiert sich der Ästhet für ungemein innovative und stadteilbezogene Glaszähne an der Sophienterasse, die nichteinmal der “investor” wollte.

      Der Zahn wurde ihm allerdings von Dohnany &Co gezogen

      Was Anlass zur Hoffnung gibt:

      Auch Oberzubaudirektor Walter hat seine Grenzen!

  2. tom

    350 bis 400 Stellplätze, wie sollen die denn alle dahin kommen? Vor allem wenn man bedenkt, dass die Altonaer Elbparks das Naherholungsgebiet für Altona-Altstadt sind, kann ich nicht verstehen, warum man immer mehr Pkw-Verkehr in diesen Bereich führen will. Bislang geibt es hier noch nicht einmal einen Fahrradweg, geschweige denn ein attraktiver ÖPNV. Schon heute fährt ein Großteil der Büroarbeiter in diesem Bereich in der Mittagspause mit dem Auto nach Ottensen. … und zur Architektur, na ja, besonders innovativ ist das nicht.

  3. robbitop

    Wenigstens ist es nicht gleich 60 Stockwerke hoch.

  4. Bigbud

    Da wird neben dem Hafenbahnhof ja ein “besonders schönes” Stück der Perlenkette entstehen. Schade, dass Hamburg am Wasser immer austauschbarer wird…

Reaktion

TOP-Partner