A7-Deckel Stellingen / Schnelsen: Berliner gewinnen Wettbewerb zur Gestaltung

So soll es aussehen: 1. Preis Weidinger Landschaftsarchitekten Berlin Abschnitt Stellingen. Foto: BSU
Hamburg (erstepresse). Die Bundesrepublik plant den Ausbau der A7 zwischen Elbtunnel und Bordesholmer Dreieck. Der in diesem Zusammenhang gesetzlich vorgeschriebene Lärmschutz soll zum Teil in Form einer überdeckelung der A7 erfüllt werden. Hamburg will darüber hinaus ergänzende Deckelbauwerke errichten, um einen verbesserten Lärmschutz und weitere städtebauliche Entwicklung zu ermöglichen. Insgesamt ist geplant, über 3,5 Kilometer der Autobahn unter drei Deckelabschnitten verschwinden zu lassen. In Bahrenfeld/Othmarschen soll der Deckel insgesamt 2.030 Meter lang sein, in Stellingen 980 Meter und in Schnelsen 560 Meter.
Die Deckel bieten wichtige städtebauliche Entwicklungschancen, denn durch die Autobahn getrennte Stadtteile wachsen zusammen, heißt es in einer Mitteilung der BSU. Entlang des Deckels soll die Belastung der Anwohner durch Autobahnlärm über den gesetzlichen Lärmschutz hinaus gesenkt werden, es sollen neue Grünflächen entstehen, die Platz für Freizeit-, Erholungs- und Spielmöglichkeiten bieten sollen. Zudem könnten durch die Verlagerung von Kleingartenanlagen aus den angrenzenden Stadtteilen auf die Deckelflächen mindestens 2.000 neue Wohnungen in den benachbarten Stadtteilen entstehen. Zur Gestaltung dieser neuen Park- und Grünanlagen hat Hamburg im Februar unter Landschaftsarchitekten europaweit einen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb ausgeschrieben – zunächst für die Deckel in Schnelsen und in Stellingen.
Von den in einem Bewerbungsverfahren ausgewählten 25 Büros haben 22 Landschaftsarchitekten ihre Entwürfe zur Beurteilung vorgelegt. Am 08. Juli 2010 hat das Preisgericht unter dem Vorsitz des Schweizer Landschaftsarchitekten Guido Hager die Planung der Büros POLA Landschaftsarchitekten, Berlin, und Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin, jeweils mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Das Preisgericht hat empfohlen, den Entwurf von POLA für den Deckel in Schnelsen, den Vorschlag von Weidinger für den Deckel in Stellingen zu realisieren. “Das Jahrhundertbauwerk der Autobahndeckelung verbindet Stadtteile, schafft Nachbarschaften und vermittelt die Dynamik eines weiten Landschaftsraumes mit allen Möglichkeiten des Parkgenusses. Die Kleingärten erhalten eine integrierende Stellung in den einmaligen Parkkonzepten: Das vielfältige Nebeneinander in den Kleingärten und entlang der Promenaden begleitet eine großzügige Mitte”, sagt der Vorsitzende der Jury, Guido Hager.
Die beiden mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeiten schlagen jeweils sehr großzügige Parkanlagen für Schnelsen und Stellingen vor. In Schnelsen soll auf dem 560 Meter langen, schmalen Deckelbauwerk eine etwa 400m lange, vielfältig nutzbare Wiese entstehen, die, eingefasst von Bäumen und dezent flankiert von Kleingärten, sich gut mit den angrenzenden Quartieren vernetze und damit der Nachbarschaft einen attraktiven Freiraum biete. Der 980 Meter lange Stellinger Deckel soll eine Gliederung in drei Teile erfahren: während im Südlichen Abschnitt zur Kieler Straße hin kompakt Flächen für Kleingärten angeboten würden, entstünden nördliche vom Wördemanns Weg ein großzügiger, multifunktionaler Park, der sich im südlichen Teil als offener Freiraum präsentiere und nach Norden mit einer sich verdichtenden Vegetation mit Baumbestand der Umgebung verbinde.
Anja Hajduk, Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, sagt: “Durch die Autobahn-Deckel wachsen Stadtteile zusammen, die Jahrzehnte durch die Autobahn getrennt waren und die Anwohner bekommen neben einem optimalen Lärmschutz dringend benötigte Grünflächen. Mit dem Ergebnis des Wettbewerbs nehmen die Deckel nun Gestalt an. Ich bin mir sicher, dass es mit den prämierten Entwürfen gelingen wird, die Lebensqualität in Stellingen und Schnelsen weiter zu verbessern.” Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter ergänzt: “An einer problembehafteten Autobahnerweiterung wird mit dem Deckel ein Landschaftsplanungsprojekt von generationenübergreifender Bedeutung realisiert. Schnelsen und Stellingen erhalten mit den ausgezeichneten Wettbewerbsarbeiten großzügige Parkanlagen mit weiträumigen Wiesenflächen und attraktiven Kleingärten. Die Vision von der überwindung dieser faktischen “šLärmmauer”˜ durch Hamburg nimmt endlich konkrete Gestalt an.”
Die Wettbewerbsarbeiten sind vom 22. Juli bis zum 27. August 2010 in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Stadthausbrücke 8 öffentlich ausgestellt (09.00 bis 18.00 Uhr).
Hier geht es zum Dossier
Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=21128













Grundsätzlich gefällt uns der Entwurf. Aber der Weg auf der Imbekstieg Seite sollte auf die andere Seite(Olloweg) gelegt werden! Begründung: auf der Imbekstiegseite verläuft der Weg parallel zu den Häusern. Wenn man bedenkt, daß die Grundstücke hier teilw. nur noch 4-5-meter lang sind, dann ist es so als spazierten die Fußgänger im eigenen Garten. Nach all den Jahren des Krachs und der Lärmbelästigung ist den Anwohnern im Imbekstieg doch endlichmal ein wenig Ruhe zu gönnen! Die Verlegung des Weges auf die Ollowegseite bedarf nur einer anderen Planung. Für eine Änderung wären die Anwohner im Imbekstieg sehr dankbar.