Foto: Christian Kaiser

Gelebte Nachbarschaft in Ottensen: Frau Plötz ist 94 und Ingo Köster, der beliebte Mopedschrauber vom Hohenesch ist 52 Jahre jung. Er kümmert sich um die alte Dame als wäre sie seine Großmutter. Oft vergisst sie was zu trinken oder was sie überhaupt wollte. Dann sitzt sie in der Cantina der Stadtteilküche des Viertels, oder im Hinterhof – lauscht dem wohligen Klang der Stimmen der Jüngeren.

Wird diese selbstverständliche Menschlichkeit auch in Zukunft, nach 700 Jahren Ottensen noch zu finden sein? Oder verkriecht sich jeder bald in seinen privaten Winkel, seine Wohnburg mit eigener Tiefgarage?

Text und Bild: Christian Kaiser

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1 KOMMENTAR / LESERBRIEF

  1. Liebe Redaktion von Altona.info, lieber Christian,

    diese Nettigkeiten bzw. Menschlichkeiten, werden mit den nächsten Mieterhöhungen in dem nächsten Jahr oder eventuell Jahren verloren gehen bzw. aus Geldmangel wegziehen müssen. Diese vielen lieben netten Menschen aus Ottensen, die hier schon seit Jahren wohnen und sich seit mehreren Jahren, gar Jahrzehnten kennen, wird es hier demnächst nicht mehr geben. Nur das Problem ist es, Sie sind es, die Ottensen groß und liebenswert gemacht haben. Hier wird es kälter als in den schlimmsten Trabantenstadtteilen Hamburgs.
    Die Menschen, die in den letzten Jahren hier nach Ottensen / Altona gezogen sind, sind auf alle Fälle nicht hierher gekommen um die Menschlichkeit hochleben zu lassen (wie auch, wenn Sie alle mit Scheuklappen herumlaufen und mehr darauf achten gut auszusehen und aufpassen, das ihr Rollköfferchen, den Sie hinter sich herziehen, nicht umkippt), sondern um dort zu wohnen wo es sozusagen „hip“ ist.

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