Ein neuer Stadtteil für Altona kommt. Nun, das Kommando auf der Baustelle hat jetzt Hamburg, nicht jedoch die Anlieger bzw. besser gesagt, die Altonaer. Foto: erstepresse
Ein neuer Stadtteil für Altona kommt. Das Kommando auf der Baustelle hat jetzt Hamburg. Die Anlieger, besser gesagt die Altonaer, schauen zu und dürfen noch "beraten". Foto: erstepresse

Hamburg / Altona (erstepresse). Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Altona hat auf seiner Sondersitzung am 22. Juli der Einrichtung eines Vorbehaltsgebietes für die Stadt Hamburg (BSU) zugestimmt. Wie bereits berichtet, gibt der Bezirk damit die Planungen zum „Jahrhundertprojekt für Altona“ aus der Hand. Der Antrag wurde von den Fraktionen SPD, LINKE und FDP abgelehnt.

In vier Minuten wurde beschlossen, was für 15 Jahre gültig ist. Hintergrund: Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) hatte die Bezirksversammlung aufgefordert, sich zu der Einrichtung eines Vorbehaltsgebietes nach §7 des Bauleitplanfeststellungsgesetzes zu entscheiden. Ein paar Monate blieben für die überlegungen, in diesem Sinne ist es nun geschehen. Was das bedeutet? Der Bezirk hat sämtliche Bauaufsichtsthemen und Planungen bis zum Jahr 2025 für das gigantische Gebiet des Altonaer Bahnhofs inklusive eines darüber hinaus gehenden Umfeldes aus der Hand gegeben. „Mit dieser Entscheidung wird dem Bezirk die Planungshoheit für die zentralen Flächen Altonas aus der Hand gerissen. Sämtliche Bebauungspläne werden nun ausschließlich durch die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt erarbeitet und alle nachfolgenden Bauprüf- und Genehmigungsverfahren ebenfalls durch die Behörde durchgeführt“, sagt Thomas Adrian, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion.

Während CDU/GAL keine Alternative zu einer Zustimmung und die Kompetenz bei der BSU in den richtigen Händen sehen, sprechen Politiker der anderen Fraktionen von einer Offenbarung der Bezirkes. Die Kompetenz wäre im Bezirk vorhanden und nötigenfalls müsse die Stadt entsprechende Stellen einrichten, sagt die FDP. Die LINKE läuft Sturm und nimmt jetzt kein Blatt mehr vor den Mund. Robert Jarowoy, Fraktionsvorsitzender von Die LINKE, ist sehr enttäuscht über den Prozess und deutet nur an, was wohl schon im stillen Kämmerlein ausgemachte Sache sei. Im Gespräch mit altona.INFO spricht er von zwei 20-stöckigen Hochhäusern, die direkte Vorstellungen des Oberbaudirektors seien und bereits auf den vorgezogenen Flächen errichtet werden könnten. Auch ein neues Shoppingcenter, das von der ECE im Auftrag von Holsten entwickelt werden soll, mache die Runde. Holsten plane selbst lediglich eine „˜Showbrauerei“ auf dem bisherigen Betriebsgelände zu belassen. Altonaerinnen und Altonaer dürfen sich darauf gefasst machen, dass diese und andere Gerüchte in nächster Zeit vermehrt in der Öffentlichkeit auftauchen. Seit kurzer Zeit interessiert sich die Boulevardpresse für das Jahrhundertthema und am Montag erscheint der neue 150-Seiten starke „Krimi“ von Jarowoy – das Thema: „Mitte Altona“. Protagonisten des Buches hätten natürlich nur rein zufällig eine Ähnlichkeit mit lebenden Personen (Rezension folgt).

 

Bürgerbeteiligung nach wie vor in der Kritik

Zurück zu den Fakten: Die SPD sieht in der damals zugesagten Bürgerbeteiligung „nicht mehr als eine frohe Botschaft“. Neben einer Auftaktveranstaltung und einem anschließenden Workshop wurden insgesamt sechs „Bürgervertreter“ ohne Stimmrecht als Berater in die Preisgerichtsjury für den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb einbezogen, dessen Auslobungsunterlagen gerade an ausgesuchte Architekten und Landschaftsplaner verschickt wurden. Dieser Wettbewerb schafft – wie berichtet – die Grundlagen für die „vorläufigen Untersuchungen“ und soll erste Realisierungsideen beinhalten. Ende November werden der Öffentlichkeit die abschließenden Ergebnisse vorgestellt und mit dem Resümee endet auch die sogenannte „vorbereitende Untersuchung“. Was folgt ist dann die erste Bauphase und entsprechende B-Plan-Verfahren, in denen die unmittelbaren Anwohner und Eigentümer dann eine Rolle spielen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Adrian, einer von insgesamt sechs stimmberechtigten Mitgliedern der politischen Parteien aus Altona in der Preisgerichtsjury, sieht sich nunmehr zum „Bittsteller“ degradiert. Die im Hauptausschuss getroffene Entscheidung reicht weit über den Wettbewerb (bis ins Jahr 2025) hinaus und beinhaltet auch alle Bauplanungsphasen. „Auch wenn die BSU immer vorgibt, die Bezirkspolitik sowie die Bürgerinnen und Bürger bei den Planungen zu beteiligen, werden Entscheidungen ausschließlich von Behördenvertretern getroffen. Wir dürfen und können Vorschläge unterbreiten, die Behörde wird jedoch entscheiden“, sagt Thomas Adrian.

 

Der Senat hat es mit gut beratenen Vollprofis zu tun

Natürlich ist dies alles nur die halbe Wahrheit. Beobachter wissen, dass die Planung für ein solches Gebiet nicht nur eine städtebauliche Herausforderung ist, sondern auch sehr viel klare und durchsetzungsstarke Positionen benötigt. Die sogenannten „Partner“ auf der anderen Seite sind in Wahrheit allesamt ausschließlich betriebswirtschaftlich orientiert und damit auch juristisch wie finanziell exzellent aufgestellt. Um kommunale Interessen, wie einen geringen Bodenpreis, ein möglichst hoher Anteil an sozialem Wohnungsbau, Baugemeinschaften oder Grünflächen, will mit einer soliden Position gekämpft werden. Dauernde Abstimmungen zwischen Bezirk und Stadt könnten Verhandlungspositionen verwässern. Mitreden darf der Bezirk über die Politik natürlich nach wie vor. Entscheidungen treffen, im Gegensatz zur Hamburgischen Bürgerschaft, jedoch nicht.

 

Welche Interessen verfolgen die Eigentümer?

Die Bahn AG interessiert mindestens ein Kompensationsgeschäft. Der neue Bahnhof in Diebsteich soll sich über den Verkauf des Grundstückes (ca. 45% gehören der Bahn) mindestens refinanzieren. Nach Informationen von altona.INFO aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG ist mit einer Entscheidung des Konzernvorstands im Dezember 2010 zu rechnen. Mit Mitteln von Seiten des Bundes darf jedoch schon deshalb nicht gerechnet werden, weil Hamburg mit dem A7-Deckel bereits ein massives Bauprojekt aus Bundesmitteln finanziert. Traurig ist man bestimmt nicht darüber, wenn nach Abzug der Kosten für die „Shop-or-drive-through-Station“ in Diebsteich noch ein paar Euro in der Kasse verbleiben. Realisiert die Bahn möglichst schnell, spart sie sich zudem massive Sanierungskosten für Gleisanlagen, die in spätestens zwei bis drei Jahren fällig wären. Der Aktionär, derzeit zu 100% die Bundesrepublik, erhebt, wie kürzlich von der Bundesregierung kommuniziert, auch Ansprüche auf Gewinnausschüttung.

Letztere ist das ausschließliche Interesse der Investment-Gesellschafter von Aurelis. Die Gesellschaft, die im Jahr 2007 – ein Jahr vor dem geplanten Börsengang der Bahn AG – für 1,6 Mrd. Euro umfangreiche Grundstücksflächen der Bahn AG abkaufte, hat zwei Gesellschafter: Hochtief – Hamburgerinnen und Hamburgern durch Projekte wie die Elbphilharmonie bekannt- und den Finanzinvestoren Redwood Grove International (RGI) mit Sitz auf den Cayman-Islands. Allein der Hintergrund der beiden Gesellschafter prägt die klare Ausgangsposition. Aurelis gehört jedoch der kleinste Teil der Fläche mit den Hallen am ehemaligen Güterbahnhof. Hierfür wirbt die Firma bereits in einem Prospekt und stellt sich eine Mischnutzung vor.

Holsten AG, gegründet 1879 als Altona noch zu Schleswig-Holstein gehörte und Stadtstatus hatte, wurde 2004 von der dänischen Carlsberg-Brauerei (viertgrößte Brauerei der Welt) gekauft. Das traditionsreiche Unternehmen benötige den Produktionsstandort in Altona schon lange nicht mehr wirklich, hört man an vielen Ecken. Die Holsten AG ist jedoch in der Region mit seinen Produkten (Astra, Holsten, Beo) sehr verankert und könnte als Arbeitgeber auch ein nachhaltigeres Entwicklungsinteresse an dem Standort haben. Natürlich sind die Brauer keine Immobilienprofis und haben sich deshalb rechtzeitig mit einem Entwickler verabredet. Aus dem politischen Raum hört man, ECE (u.a. Europa-Passage, Elbe-Einkaufszentrum) habe einen Zuschlag für die Entwicklung im Auftrag von Holsten erhalten.

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Details zu dem Beschluss „Vorbehaltsgebiet“

über die Anträge der Fraktionen hatte altona.INFO bereits berichtet. Zwei Tage vor der Sitzung erhielten die Parteien eine überarbeitete Unterlage der BSU. CDU und GAL änderten daraufhin ihren Antrag, den sie jetzt auf diese Unterlage beziehen, die in Auszügen (PDF) zur Verfügung steht. Danach geht es neben der Abgabe der bauaufsichtlichen Zuständigkeit vor allem auch um die Erweiterung des bisherigen sogenannten „Vorbehaltsgebietes“ auf Randflächen, wie das Gelände nördlich der Streesemannstraße. Auch östlich und westlich wurden Umfelder einbezogen.

Das nun erweiterte Vorbehaltsgebiet.
Das nun erweiterte Vorbehaltsgebiet.

ORIGINAL-AUSZUG AUS DEM DRUCKSACHENENTWURF „VORBEHALTSGEBIET MITTE-ALTONA“:

Erläuterung zur Abgrenzung des Vorbehaltsgebiets

Das Gebiet der VU§165 Mitte Altona soll als Ganzes in das geplante Vorbehaltsgebiet aufgenommen werden. Ergänzend sollen aufgrund des derzeitigen Sach- /Planungsstandes weitere Bereiche ebenfalls mit in das Vorbehaltsgebiet aufgenommen werden.
Bei deren Abgrenzung wurden grundsätzlich folgende zwei Leitgedanken verfolgt:
a) Nahtloser Anschluss an aktuelle Bebauungspläne im Umfeld des VU§165- Gebiets: Dies ist aus planungsrechtlichen und „handwerklichen“ Gründen geboten, weil damit eine konsistente und kraftschlüssige Planrechtssetzung gewährleistet wird.
b) Nahtloser Anschluss an die Bereiche, die aller Voraussicht nach zum Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens für die Verlagerung der Fernbahn werden: Hier ist zwingend zu gewährleisten, dass die DB AG als Antragstellerin des Planfeststellungsverfahrens mit nur einer Planungs-Dienststelle der FHH verhandelt.

Alle Themen und Forderungen der FHH, die nicht Gegenstand der Planfeststellung sind, müssen auf dem Verhandlungswege mit der DB AG durchgesetzt und durch die Instrumente der kommunalen Bauleitplanung und Bauaufsicht konsistent umgesetzt werden. Sobald die DB AG mit mehreren Planungsdienststellen der FHH in Kontakt steht, besteht ein erhebliches Risiko, dass übergeordnete Ziele nicht durchgängig umgesetzt werden können. Sobald das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen und erkennbar ist, dass Flächen, die aus den vorgenannten Gründen nicht mehr zwingend in der Zuständigkeit der BSU bleiben müssen, werden diese umgehend wieder aus dem Vorbehaltsgebiet entlassen (dies gilt auch für alle anderen Flächen im Vorbehaltsgebiet!), so dass nur wenige Flächen während der gesamten Laufzeit des Vorbehaltsgebiets in der Zuständigkeit der BSU bleiben.

Die Einbeziehung von Flächen in das Vorbehaltsgebiet führt nicht automatisch zu einer Neubeplanung, sondern hat vorerst nur eine Änderung der Zuständigkeit zur Konsequenz.

Erläuterung der Gebietsabgrenzung über das VU§165-Gebiet hinaus:

a. Flächen südlich der Waidmannstraße, südlich Isebekstieg, nordöstlich der Isebekstraße, westlich der Memellandallee: Durch die Ansiedlung des Fernbahnhofs besteht für die Flächen der Deutschen Post AG eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass eine planungsrechtliche Neuordnung der Flächen erforderlich wird. Sowohl der DB AG wie auch der Deutschen Post AG als größtem Grundeigentümer im Umfeld des Bahnhofs sollen Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden, um Hamburgs Interesse an einem angemessenen Fernbahnhofsauftritt zu erreichen, der seiner Funktion und Zentralität Rechnung trägt. Durch die unmittelbare Lage der Isebekstraße zwischen Postflächen und dem neuen Fernbahnhof muss dieser Bereich daher zwingend mit in die planerische Betrachtung einbezogen werden. Die Isebekstraße mündet direkt am neuen Fernbahnhof und bildet ggf. eine Nahtstelle zum künftigen Fachplanungsrecht. Sie erschließt außerdem das Seepostamt der DB AG und ist daher aus verkehrs-/erschließungstechnischer Sicht mit in die Planungsüberlegungen einzubeziehen.
Andererseits ist die vorhandene Wohnbebauung zu schützen und in die künftige Entwicklung zu integrieren.

b. Friedhof Diebsteich/Friedhofskapelle/westlicher Bahndamm/Schleswiger Straße:
Zur Sicherstellung einer geeigneten Erschließung auf der Westseite des Fernbahnhofs werden diese Flächen mit in das Vorbehaltsgebiet aufgenommen. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, ggf. einen konsistenten übergang zwischen Fachplanung nach Eisenbahnrecht und kommunaler Bauleitplanung gewährleisten zu können. Da die Zuständigkeit für die Beteiligung der FHH im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens hinsichtlich planerischer Belange bei der BSU liegt, kann durch die Einbeziehung der Fläche in das Vorbehaltsgebiet gewährleistet werden, dass die Abstimmung von Bebauungsplanung und Fachplanung effizient innerhalb einer Behörde betrieben wird. So können die Interessen der FHH auf kurzem Wege wechselseitig in die jeweiligen Verfahren hineingetragen werden. Würde die Zuständigkeit für die Bebauungsplanung im Bezirk bleiben, wären diese Abstimmungsvorgänge mit einem deutlich höheren Aufwand verbunden, insbesondere auch mit Blick auf die ausstehenden Verhandlungen zwischen BSU und der Deutschen Bahn AG. In diesem Fall wären erhebliche Effizienz- und Effektivitätsverluste zu erwarten.

c. Ostteil des Baublocks Leverkusener Str./Bessemer Weg:
Dieser Bereich soll zur Sicherstellung der Erschließung des Fernbahnhofs mit in das Vorbehaltsgebiet aufgenommen werden, dies betrifft insbesondere den nicht-motorisierten Individualverkehr. Dies ist durch die unter b) angeführten Punkte zu begründen. An der Stresemannstraße wird ggf. ein Neuordnungsbedarf entstehen, der mit den noch zu konkretisierenden verkehrlichen Erschließungserfordernissen abzustimmen ist. Auch hier sollte aus den vorgenannten Gründen die Planung abgestimmt aus einer Hand erfolgen.

d. Kaltenkircher Platz/Oeverseestraße/Kieler Straße/Bebauung südlich Stresemannstraße:
Im Bereich Kaltenkircher Platz wie auch am Knoten Kieler Straße/Stresemannstraße wird durch die Entwicklung der Flächen südlich und nördlich der Stresemannstraße ggf. eine Anpassung der Verkehrsinfrastruktur notwendig. Die verkehrlichen Untersuchungen und daraus resultierende Maßnahmen sind für das Gebiet der VU§165, aber auch für die Belastung der Stresemannstraße insgesamt noch nicht abgeschlossen. Wenn im Zuge der weiteren Flächenentwicklung ein Umbau der Stresemannstraße an dieser Stelle notwendig wird, sollte hier die Zuständigkeit für die Bauleitplanung zwingend bei der BSU liegen, da es sich um ein Verkehrsthema von gesamtstädtischer Bedeutung handelt und ggf. im Kontext der weiteren Umsetzung mit den jeweiligen Grundeigentümern zu
verhandeln ist. Dabei geht es ausschließlich um die Sicherung von Handlungsmöglichkeiten für die Ausgestaltung der Verkehrsplanung und explizit nicht um eine Neuordnung der Bebauung, die in diesem Bereich liegt. Sobald ausreichende Ergebnisse hinsichtlich der verkehrsplanerischen Anforderungen an diesen Teilbereich vorliegen und wenn dadurch kein Planungserfordernis entsteht, werden die Flächen seitens der BSU umgehend wieder aus dem Vorbehaltsgebiet entlassen.

e. Theodor-Haubach-Schule:
Im Zuge der Flächenentwicklung ist hier die Schaffung einer neuen Straßenverbindung zwischen Harkort- und Haubachstraße geplant. Inwieweit dabei auf bereits geltendes Planrecht zurück gegriffen werden kann, ist im weiteren Verlauf der Planungen zu prüfen. Die ggf. notwendige Änderung des Planrechts steht in engem Zusammenhang mit der Flächenentwicklung südlich der Stresemannstraße und ist als solche zu gewährleisten.

f. Kreuzung Haubachstraße/Julius-Leber-Straße:
Durch die Flächenentwicklung wird auch hier eine Anpassung des Kreuzungsbereichs notwendig werden. Die damit ggf. verbundene Änderung des Planrechts steht in engem Zusammenhang mit der Flächenentwicklung südlich der Stresemannstraße und ist als solche zu gewährleisten.

g. Umfeld Bahnhof Altona:
Besonders im Rahmen der Verlagerung der Fernbahn sollte für diesen Teilbereich und für den heutigen Bahnhof Altona nur eine Dienststelle der FHH als Gesprächs- und Verhandlungspartner für die DB AG agieren, um eine konsistente Umsetzung der Entwicklungsziele zu gewährleisten und um Fachplanung und Bebauungsplanung sinnvoll aufeinander abzustimmen. Denn mittel- bis langfristig wird u. a. durch den geplanten Grünzug Richtung Elbe eine Neuordnung dieses Bereichs notwendig, der die Durchgängigkeit sowohl in nordsüdlicher wie auch ost-westlicher Richtung verbessert und gleichzeitig den Verkehrserfordernissen Rechnung trägt.

h. Flächen zwischen Gaußstraße und S-Bahntrasse: Wesentlich für die Einbeziehung dieser Fläche ist, dass ggf. eine fußläufige Verbindung zwischen Gleisdreieck und Ottensen hier realisierbar ist. Derzeit ist noch nicht abzusehen, ob so eine Verbindung tatsächlich an dieser Stelle notwendig wird bzw. wo exakt sie liegen wird; dies wird sich erst in der weiteren Konkretisierung der Planungen zeigen. Insofern kann hier keine Eingrenzung auf einen Teilbereich erfolgen. Auch in diesem Fall ist darauf hinzuweisen, dass mit der Einbeziehung dieser Flächen in das Vorbehaltsgebiet keine automatische überplanung verbunden ist, sondern dass es darum geht, im Falle eines Planungserfordernisses die notwendigen Handlungsmöglichkeiten auch in Hinblick auf die Fachplanung sichern (vgl. dazu auch b) und eine abgestimmte Planung zu ermöglichen.

i. Fläche zwischen Schützenstraße/Kohlentwiete/Gleisdreieck:
Nur über diese Fläche kann eine Belegenheit für das Gleisdreieck geschaffen werden. Gleichzeitig sollen hier wichtige Fußwegverbindungen von den Bahnflächen nach Westen/Norden geschaffen werden (genaue Führung noch nicht bekannt).

Ergänzende Erläuterung zu h. und i.:

Beide Bereiche bilden „Nahtstellen“ zwischen Fachplanungsrecht und kommunaler Bauleitplanung. Das Gleisdreieck, das von diesen Flächen umschlossen wird, ist seinerseits heute vollkommen untererschlossen, stellt jedoch gleichzeitig die künftige „Verteilerfläche“ für den MIV, aber auch für Fuß- und Radverkehr dar. Zentrale Ziele der Flächenentwicklung wie Abbau der Barrierewirkung zwischen den Stadtteilen, Stärkung des nicht-motorisierten Individualverkehrs, grüne Wegeverbindungen etc. müssen an dieser Stelle räumlich umgesetzt werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist jedoch noch nicht abzusehen, wo exakt diese Verbindungen zu schaffen sind – dies wird erst nach dem Wettbewerb und dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens möglich sein. Insofern werden die angrenzenden Flächen nördlich und südlich des Gleisdreiecks in das Vorbehaltsgebiet aufgenommen. Sobald hier jedoch erkennbar ist, ob bzw. welche Teilbereiche überhaupt zur Erschließung bzw. für Fuß- und  Radwegeverbindungen benötigt werden, werden alle anderen nicht betroffenen Flächen umgehend wieder aus dem Vorbehaltsgebiet entlassen werden.

8 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. „Während CDU/GAL keine Alternative zu einer Zustimmung und die Kompetenz bei der BSU in den richtigen Händen sehen…“

    „Kompetenz!“ – gemäß einer Studie des Hamburger Landesrechnungshofes hat Hamburg in den letzten 20 Jahren 301 Mio Euro durch Mangelhafte Planung, Missachtung von gesetzlichen Vorgaben, zu großem politischen Druck und uneffektive Kontrollen verschwendet. Na, DAS nenne ich mal Kompetent. Nicht das der Bezirk da fähiger wäre, aber gerade was Bürgerbeteiligung angeht ist der Bezirk dann doch offener als die BSU (wenn auch immer noch viel zu viel im Bezirk hinter verschlossenen Türen entschieden wird).

  2. Die Bahn möchte mit dem Verkauf der Grundstücke (Die eigentlich wie die bereits an Aurelis verschacherten gar nicht ihr gehören) den Bau des neuen Bahnhofs Diebsteich refinanzieren?

    Wers glaubt….der Neubau wird als Infrastrukturmassnahme (nachdem man die alten Anlagen über Jahrzehnte verotten lies) vom Bund finanziert werden, die Erlöse werden im DB Moloch verschwinden…Stuttgart 21 lässt grüssen.

    Hier offenbart sich auch der wahre Grund für die Verlagerung, die enorm gestiegenen Grundstückspreise, nicht etwa die angeblichen Vorteile für den Bahnkunden und den Bezirk.

    Zumal wie bereits angekündigt die teure Infrastruktur und vermutlich auch die Sanierung des Geländes der angeblich bankrotten Staatskasse auferlegt werden, während sich die „Investoren“ die Hände reiben.

    Hochtief hat die Flächen ja schon vor Jahren von der Bahn „erworben“, mehrere hundert Millionen zahlt aber keiner ohne Zusicherungen von der Stadt in der Tasche zu haben….also wie gehabt alles seit Jahren ausgekungelt.

    Hat sich die Stadt mit der Hafencity bereits ein gigantisches Defizit ans Bein gebunden, bei dem u.a die BSU ihre überragende „Kompetenz“ bewiesen hat, stürtzt man sich zum Wohle von Bau und Immobilienmafia bereits ins nächste Abenteuer , während man die Öffentlichkeit mit halbgaren Schulreformen von den richtig dicken Dingern ablenkt……

    Freie Bananenstadt Hamburg, wohl bekomms!

      • Leider geht die Kompetenz der BSU weit über die Bebauungspläne hinaus. Die BSU wird im Vorbehaltsgebiet auch die Baugenehmigungsverfahren durchführen, also bis zur Farbe der Ziegel und Form der Dächer alleine entscheiden. Paradoxerweise wäre es dadurch auch möglich Befreiuungen von den Bebauungsplänen zu erteilen, die man selbst erstellt hat. Kurzum: Altona hat bei der Frage des Bahngeländes nichts mehr zu entscheiden.

        Was die Frage der Unterführung unter der Max-Brauer-Alle angeht ist, ist das Vorbehaltsgebiet jedoch kaum von Bedeutung. Der Bezirk erstellt zur Zeit ein Gutachten um die übergangssituation zu verbessern. Alle Maßnahmen daraus hätten ohnehin mit der BSU abgestimmt werden müssen, da die Max-Brauer-Alle als Hauptstraße unter BSU-Hoheit steht.

        • Das verstehe ich nicht… wenn der Tunnel Teil des Vorbehaltsgebietes ist und der Bezirk diesen trotzdem beplanen darf, warum hat der dann nichts mehr zu sagen in der „Mitte Altona“?
          Irgendwas läuft doch da komisch.

          Oh, und was die Befreiung von Bebauungsplänen angeht: Wenn der Investor laut genug schreit, dann ist doch eine Befreiung, egal von wem diese zu verantworten ist, nur noch eine Formsache.

          • Hallo David,

            die Unterführung unter der Max-Brauer-Allee steht zunächst einmal garnicht im Fokus der BSU, sondern die werden sich vor allem um die Babauung des Bahngeländes kümmern. Außerdem endet das Vorbehaltsgebiet am östlichen Bordstein der Max-Brauer-Allee. Das heißt, dass die Rampe, die in die Neue Große Bergstraße hinein ragt weiterhin vom Bezirk beplant werden kann. Im übrigen hat auch die BSU ein Interesse daran die übergangssituation vom Bahnhof in die Große Bergstraße wegen des Sanierungsgebietes zu verbessern.

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