“Atom-Alarm” vor dem Wahlkreisbüro von Marcus Weinberg

Lautstark protestierten die Atomkraftgegner vor dem Abgeordnetenbüro von Marcus Weinberg (CDU) in Altona. Foto: erstepresse
Altona / Bahrenfeld (erstepresse). Mit Tröten, Trillerpfeifen, Topfdeckeln und Trommeln haben am Montag, 26. Juli, rund 35 Bürgerinnen und Bürger lautstark vor dem Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Marcus Weinberg (CDU) in Altona “Alarm geschlagen”. Die Aktion unter dem Motto ” Atom-Alarm” war Teil eines bundesweiten Aktionstages in rund 50 Städten, zu dem das Kampagnennetzwerk Campact aufgerufen hatte.
Mit lauten Rufen und Plakaten forderten die Atomkraftgegner den Abgordneten auf, sich bei Bundeskanzlerin Merkel für einen Verzicht auf längere Laufzeiten für die Atomkraftwerke und eine konsequente Wende zu erneuerbaren Energien einzusetzen. “Die Menschen in Hamburg erwarten von den Abgeordneten, dass sie sich bei Bundeskanzlerin Merkel für einen Kurswechsel in der Atompolitik einsetzen. Die übergroße Mehrheit der Wähler und Wählerinnen will nicht längere, sondern kürzere Laufzeiten für Atomkraftwerke”, sagt Malte Urban vom Organisationsteam des Kampagnennetzwerkes Campact in Hamburg. Laufzeitverlängerungen seien unverantwortlich: Mit jedem zusätzlichem Betriebsjahr wachse der Atommüllberg und mit dem Alter der Anlagen auch das Risiko eines “Super-GAUs”, so die Auffassung von Urban.
Der Boom der erneuerbaren Energien mache längere Laufzeiten ohnehin überflüssig, argumentieren die Atomkraftgegner weiter. “In den letzten zwei jahren waren sieben bis acht Atomkraftwerke wegen technischer Probleme fast ständig abgeschaltet und trotzdem gingen die Lichter nicht aus. Deutschland exportierte gleichzeitig mehr Strom ins Ausland als jedes andere europäische Land. Das beweist, dass wir diese alten Schrottreaktoren wie Krümmel gar nicht brauchen”, sagt Malte Urban.

Malte Urban (20) und Olga Wlodarczyk (23) vom Organisationsteam "Campact" Hamburg. Foto: erstepresse
Weinberg: “Kurz- und mittelfristig müssen wir Brückenlösungen finden”
Im Anschluss an die Demo vor dem Wahlkreisbüro übergaben Malte Urban und Olga Wlodarczyk die Erklärung “Atomkraft abschalten”, die bereits über 150.000 Bürger und Bürgerinnen unterzeichnet haben, einem Mitarbeiter des Abgeordneten – sich den Atomkraftgegnern zeigen wollte dieser allerdings nicht. Weinberg selbst konnte zu diesem Termin nicht vor Ort sein. “Ich freue mich zwar über das demokratische Engagement der Atom-Gegner, teile aber nicht deren sachliche und politische Begründung! Das langfristige Ziel – darin sind sich alle hoffentlich einig – muss eine Energieversorgung ohne Atom und ohne Kohle sein! Aber kurz- und mittelfristig müssen wir Brückenlösungen finden, die eine zuverlässige Energieversorgung gewährleisten”, sagt Marcus Weinberg in einem Statement zu altona.INFO. “Der Anteil regenerativer Energieträger muss weiter und konsequent gesteigert, die Energieeffizienz erheblich verbessert werden. Solange nicht sicher ist, dass der Strom auch ohne Atom und Kohle zu jeder Tag- und Nachtzeit bei jedem Wetter und jeder Witterung aus jeder Steckdose kommt, solange brauchen wir den Energiemix. Die Atom-Gegner bieten keine verlässlichen Alternativen”, so der Bundestagsabgeordnete weiter.
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