Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose. Hier als Gast bei Robin Hood im Altonaer Theater. Foto: erstepresse
Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose. Hier als Gast bei Robin Hood im Altonaer Theater. Foto: erstepresse

Hamburg / Altona (erstepresse). Der Bezirk Altona muss sich vorerst nicht auf die Suche nach einem neuen Bezirksamtsleiter machen. Bereits vor Wochen wurde spekuliert, ob der 49-jährige Jurist als Staatsrat in den Hamburger Senat (Finanzbehörde) wechseln würde. Eine Bilderserie vom Vortag lässt nur vermuten, dass das Thema bereits fortgeschritten war.

Auf der gestrigen Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft mischte sich der Bezirksamtsleiter unter die Leute. Auch Bilder können sprechen – Doch was genau sagten sie uns? Der Platz auf der Tribüne neben dem kürzlich aus der Bezirksversammlung Altona gewechselten Staatsrat Peter Wenzel in der zweiten Reihe deutete auf etwas hin. Die Verwaltung im Bezirk hielt sich gestern auf Rückfragen hin sehr bedeckt: kein Dementi, keine Bestätigung der Gerüchte. Auf eine Presseerklärung um 14 Uhr wurden wir heute freundlich hingewiesen.

Jürgen Warmke-Rose bleibt also dem schönsten Bezirk in der schönsten Stadt der Welt erhalten – doch die wirklichen Gründe bleiben weiter im Verborgenen. Der seit 1993 ‘Parteilose’ (vormals CDU) gehörte der Hamburgischen Bürgerschaft in der 14. Wahlperiode von 1991 -1993 an. Er saß damals im Haushaltsausschuss, Gesundheitsausschuss sowie dem Ausschuss für Arbeit und Soziales. 2002 bewarb sich Warmke-Rose zunächst erfolglos auf die Stelle des damaligen Bezirksamtsleiters Uwe Hornauer (SPD) in Altona. Im Sommer 2007 war es dann soweit. Mit den Stimmen der schwarz-grünen Koalition wurde der Jurist, der auch häufig in koordinierender Funktion für Belange der Bezirke zuständig ist, zum Bezirksamtsleiter von Altona und damit als Nachfolger des per Misstrauensvotum abgesetzten Hinnerk Fock gewählt.

Für Uwe Szczesny (CDU) ist das ein gutes Zeichen und er hätte es auch nicht anders erwartet. „Wir sind natürlich froh, dass uns Jürgen Warmke-Rose erhalten bleibt und freuen uns auf eine weitere jahrelange und gute Zusammenarbeit“, sagt der Fraktionsvorsitzende Szczesny. „Wir sind jetzt natürlich auch froh, dass wir mit unserem ehemaligen Bezirksversammlungs-Mitglied Rolf Reincke einen weiteren Staatsrat – zuständig für Bezirksangelegenheiten (Finanzbehörde) – benennen konnten. Wir gehen vor dem Hintergrund der anstehenden Haushaltsplanungen davon aus, dass wir mit Rolf Reincke nun auch aus bezirklicher Sicht in einem vernünftigen und abgewogenen Rahmen planen können.“
Für den Oppositionskollegen in der Bezirksversammlung,  Thomas Adrian (SPD), wäre ein Wechsel des Bezirksamtleiters „mehr als eine Enttäuschung“ gewesen. „Altona hat mehr verdient, als einen Bezirksamtsleiter, der nach so kurzer Zeit wieder ginge“, sagt Adrian, der sich noch gut an das „blanke Chaos“ bei der letzten Entscheindungsfindung erinnern kann.

Die Berufung zu einem Staatsrat macht sich in Hamburg übrigens fast genauso gut bezahlt, wie die zum Senator (13.577,83), da Staatsräte nach der Besoldungsgruppe B 10 mit 10.626,26 Euro vergütet werden. Ein Bezirksamtsleiter verdient nach dem Hamburgischen Besoldungsgesetz (HmbBesG) in der B4-Besoldungsgruppe 6.852,98 Euro im Monat. Oberbaudirektoren liegen bei 9.025,32 Euro.

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