Ginge es nach dem Bezirk Altona, sollte es bald mehr solcher Schilder für Tempo 30 Zonen geben. Foto: erstepresse

Hamburg / Altona (erstepresse). Aus einer Mittteilung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt geht der Vorschlag für neue Tempo 30 Zonen in Hamburg hervor. Nach einer Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr, Verkehrsbetrieben und Wirtschaftsbehörde werden zunächst 41 Straßen benannt.

Überprüft wurden in einem ersten Schritt 60 Straßen, beziehungsweise Straßenabschnitte, die der BSU überwiegend von den Bezirken, teilweise auch von anderer Seite, vorgeschlagen wurden, teilt die Stadtentwicklungsbehörde mit. Da noch zahlreiche weitere Vorschläge vorlägen, sollen auch noch weitere Straßen geprüft werden. Die jetzt vorgeschlagenen Straßenabschnitte haben eine untergeordnete Bedeutung für den Durchgangsverkehr. Belange des Linienbusverkehrs und der Feuerwehr seien berücksichtigt worden.

In einem nächsten Schritt will die BSU die Straßen nun den Bezirken zur Einführung von Tempo 30 empfehlen.Nachdem eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Bernadottestraße bereits mehrfach abgelehnt wurde, könnte es im Bezirk Altona schon bald eine neue Tempo 30 Zone in der Parkstraße geben. Tim Schmuckall, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Altona, begrüßt den Vorschlag der BSU: “Wir tragen diesen Vorschlag mit. Die BSU hat uns aufgefordert, Vorschläge für neue Tempo 30 Zonen in Altona zu machen. Im gemeinsamen Antrag der CDU und GAL Altona sind auch noch weitere Straßen für die Einrichtung benannt worden, wir hoffen, dass auch unsere weiteren Vorschläge noch Berücksichtigung finden.”

Sind Sie für die Einführung von mehr Tempo 30 Zonen in Altona?

Ergebnis

Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok ärgert sich darüber, dass nach Monaten der Prüfung und der Konsultation der Polizei, der Feuerwehr, dem Hamburger Verkehrsverbund und der Wirtschaftsbehörde in ganz Altona nur eine einzige weitere Tempo-30-Zone eingerichtet wird. „Da hätte ich mir schon mehr erhofft“ betont die SPD-Verkehrspolitikerin Krischok in einer Mitteilung. Sie erinnert daran, dass die SPD bereits länger bemängelt hatte, dass die Prüfungen sich über ein Jahr hingezogen haben. „Bedenkt man diese lange Zeit, dann hatten wir Sozialdemokraten doch auf die Realisierung von mehr Vorschlägen gehofft, die ja alle keine Hauptverkehrsstraßen betrafen“ so Krischok. Die Verkehrspolitikerin hatte zuvor einen Stillstand der Planungen seitens der BSU befürchtet. Laut Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt liegt es nun an den Bezirken, die Vorschläge in Abstimmung mit der örtlichen Straßenverkehrsbehörde zügig umzusetzen. “Die Umsetzung in der Parkstraße kann relativ schnell gehen. Dort ist nur eine angemessene Beschilderung nötig”, sagt Schmuckall.

Tempo 30 Zone bald auch im Lüttkamp?

Auch der Lüttkamp war als Vorschlag für eine neue Tempo 30 Zone an die BSU genannt worden, berichtet Tim Schmuckall. “Dieser Vorschlag kann vorerst nicht umgesetzt werden, da der Lüttkamp auf der Busstrecke der PVG liegt. Wird der Busverkehr an dieser Stelle verlangsamt, muss er an einer anderen wieder beschleunigt werden”, so der verkehrspolitische Sprecher. Um das zu erreichen, soll noch im Herbst mit dem Bau zweier Kreisel (Flurstraße / Ecke Bloomkamp und Spreestraße / Franzosenkoppel) begonnen werden. Ein Antrag dazu sei bereits im Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Altona beschlossen worden.

8 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Lärm macht Leute krank!

    Tausende wohnen in Hamburg an lauten Strassen und leiden v.a. im Sommer bei heissen Temperaturen daran, wenn man die Fenster nachts für Durchzug aufhalten muß! Schlafqualität gleich null.

    Interessant ist vor allem die Doppelmoral mancher Leute in den Elbvororten. Vor dem eigenen Häuschen soll natürlich max. Tempo 30 sein, auf dem Weg zur Arbeit am besten Tempo 100 (vorbei an Anwohnern die dort wohnen).

    Wenn man selber ein ruhiges Schlafzimmer hat, dann fällt es schwer Verständnis für andere Betroffene aufzubringen.

    Kümmern sich die Grünen eigentlich noch um dieses Thema??

    Die Polizei scheint über die Innenbehörde die Bestrebungen nach Tempolimits auch zu blockieren (würde mehr Arbeit durch mehr notw. Kontrollen bedeuten).

    Dies passiert sogar vor Schulen bei denen man ruhig mal eine Sekunde inverstieren kann.

    Vielleicht ist Tempo 40 an Durchgangsstrassen mal ein erster Schritt.

    (wurde mal vor ein paar Jahre von Fr. Goetsch etc. gefordert)

    • „Kümmern sich die Grünen eigentlich noch um dieses Thema??“

      Natürlich kümmert sich die GAL noch um dieses Thema – sei es auf Bezirksebene durch verschiedene Anträge z.B. in dieser Legislaturperiode zu Tempo 30 im Lüttkamp, in der Bernadottestraße oder auf dem Schulterblatt, sei es auf Landesebene wie eben durch genau die Maßnahmen, die hier im Artikel beschrieben sind. Schließlich ist die BSU eine grün geführte Behörde, die mit den Vorschlägen für die neuen Tempo 30 Zonen den Koalitionsvertrag von CDU und GAL umsetzt.

      Generell zu grüner Verkehrspolitik in dieser Legislaturperiode:

  2. Wie wäre es für bestimmte Straßen jenseits 30 und 50 sog. Tempo-40-Zonen einzuführen?
    Überhaupt ist es traurig, dass sich die CDU, früher Partei des flüssigen Verkehrs für solche Vorhaben einsetzt. Sinn ergibt Tempo 30 zB. im Lüttkamp erst, wenn die Kreuzung Rugenbarg-Luruper Haupstraße aus Richtung Eidelstedt um einen leistungsfähigen Linksabbieger anstelle dieses 2-Auto-Stummels ertüchtigt wird.. Also erst Kreuzungen ausbauen (war da früher nicht mal von Kreuzungsfreien Knotenpunkten die Rede..?) Und dann über weitere Verlangsamung des Individualverkehrs diskutiueren!

      • Moin,

        Sinn ergibt eine Trennung von Auto, Geh-und Radverkehr im Sinne von höchstmöglicher Flüssigkeit, geringer gegenseitiger Behinderung etc. Sprich-bspw. Unterführungen etc. anstelle von „Chaos-shared-Space“ a´la Grün. Zuletzt war ich in Malmö, dort gibt es nahezu nur Unterführungen an größeren hauptstraßen, schön barrierfrei, hell und freundlich-anders als in Hamburg mit seinen „Taubentunneln“.

        Ich selber bin (nur-)Radfahrer, würde nie ein Radfahrstreifen benutzen und finde die Penetranz mancher Radfahrer auf der Strasse zu fahren trotz Radweg schon recht dreist.

        Gute Radwege PLUS Gute Straßen-nicht gegen-sondern ein friedliches Nebeneinander anstelle von ideologischer Verkehrsausbremsung sind gefragt!

        • um dem ganzen mal ne philosophische note zu geben: wieso sind wir eigentlich immer alle permanent unterwegs? was ist das für ein massenwahn? sind wir nicht permanet auf der suche nach einem anderen dasein und in unserer hilflosigkeit fahren wir einfach alle drauf los? irgendwohin, wo es vielleicht besser ist, als da wo wir gerade sind? aber letztlich fahren wir doch alle im kreis und kommen so nie an! ;-) …einem ausserirdischen würde das vielleicht auffallen und sich fragen: wieso fahren die hier immer alle?

  3. Diese ganze Diskussion um die Tempo 30 Zonen, geht langsam aber sicher komplett auf den sogenannten ..ck. Ich bin dauerhafter Fahrradfahrer und habe dadurch in den Tempo 30 sowie den anderen Zonen mit den Autofahrern, die sich zu 95% nicht an die Tempovorgabe halten, meine eigene Erfahrung gemacht. Weist man die Herrschaften (meist sind es Frauen mit Kindersitzen auf der Rückbank) darauf hin, in welcher Zone Sie sich befinden und bittet Sie darum sich doch bitte mal an die vorgegebene Geschwindigkeit zu halten, ist der Stinkefinger meist noch das netteste was ich zu sehen bzw. zu hören bekomme. Aber es ist doch auch so, „wer hält sich überhaupt an die Geschwindigkeitsvorgabe“??? Selbst die Polizei, die eigentlich eine Vorbildfunktion haben sollte, fährt mit überhöhter Geschwindigkeit durch die z.B. Haubachstraße (Schulweg). Also warum soll ich mich als Bürger daran halten, denken sich wohl die meisten. Auf die Anfragen bei der Polizei, ob es vielleicht mal möglich wäre eine transportable Blitzanlage in der Haubachstraße in Fahrtrichtung Julius-Leber-Straße aufzustellen, da die Haubachstraße als schnelle Umgehungsstraße für die Max-Brauer genutzt wird und teilweise die Lenker der Autos Ihre Fahrzeuge auf ca.50-70km/h beschleunigen. Bekam ich jeweils als Antwort nur ein „warum?“
    Worüber sprechen wir also, wenn diese Zonen sowieso nur Maskerade sind und eine eventuelle Überprüfung der gefahrenen Geschwindigkeit, zuviel Aufwand für die Ordnungshüter ist.
    Mit der ganzen Diskussion über die Einrichtung von Tempo 30 Zonen, ist mehr Geld verbrannt worden, als ein solches „Projekt“ gekostet hätte!!!

  4. Entschleunigung??
    Da es natürlich auch aus anderen Gründen sinnvoll ist solche Kreuzungen durch Kreisel zu ersetzen, ist natürlich nichts dagegen zu sagen sie zu bauen! Aber die PVG ist wirklich sehr Albern, für die kurze Strecke im Lüttkamp eine „Entschleunigung“ zu berechnen und damit seit Jahren eine, wenigstens moderate, Verkehrsberuhigung im Lüttkamp zu blockieren! Es handelt sich rein rechnerisch um gerade mal 20 sec., da der Bus überhaupt nur auf einer Strecke von maximal 400 Metern im Lüttkamp Tempo 50 erreichen kann!! Das auch an die Adresse möglicher Jammerer, dass man dann mit Tempo 30 vielleicht nicht mehr schnell genug durch den Lüttkamp käme!
    Ausserdem wenn die Sperrung im Lüttkamp bleibt, wird natürlich die Fahrzeit, durch die nicht mehr vorhandenen Stauungen vor der Ampel, locker eingespart!

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