Gemeinsam mit den Kindern weiht Frau Matthies die neue Lehmpresse ein. Foto: erstepresse

Altona / Altona-Altstadt (erstepresse). Seit zwei Wochen veranstaltet der Verein Bunte Kuh e.V. mitten in der Fußgängerzone in der Großen Bergstraße eine Lehmbau-Mitmachaktion. Die bis zu 3 m hohen Skulpturen können jetzt bis zum 3. Oktober bestaunt und beklettert werden.

Es herrscht ein buntes Treiben auf dem Platz vor dem alten Frappant in der Großen Bergstraße. Für alle Besucher offen und kostenlos, bauen dort über 2500 Kinder und Erwachsene bereits seit zwei Wochen frei modellierte, begehbare Räume und bis zu 3 m hohe Skulpturen nach eigenen Entwürfen aus Lehm. In den ersten Tagen modellierten die kleinen und großen Baumeister zunächst kleine Entwürfe aus Lehm, anschließend wurde mit Hilfe eines Statikers entschieden, welche Figuren vergrößert unter dem Zeltdach realisiert werden sollen. Die Kinder wurden dabei aktiv in die Projektplanung mit einbezogen und haben zusammen mit den Fachleuten einige ihrer Modelle ausgewählt.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern in sozialen Brennpunkten zu leisten, indem wir vor Ort kulturelle Bildung im Bereich Architektur und künstlerisches Gestalten anbieten“, sagt Karen Derksen, Pressesprecherin des Bunte Kuh e.V. Durch die Kooperation mit Kitas, Schulen, Familienzentren und Elternschulen im Stadtteil erreicht der Verein mit seinem Lehmbau-Projekt Kinder aller Altersklassen. Schon ab drei Jahren können sich Kinder mit ihren Erziehern und Erzieherinnen bzw. Eltern an dem gesamten Bauprozess beteiligen – vom Entwurf bis zum großen Bauwerk. „Mit unserem Projekt wollen wir auch einen Beitrag zur Integration leisten. Es ist schön zu sehen, wie Kinder aller Ethnien und Bildungsschichten hier zusammen bauen, kommunizieren und Spaß haben“, freut sich Karen Derksen.

Mittels einer selbst entwickelten Lehmpresse können Lehmstränge in einer auch schon für kleine Kinder leicht handhabbaren Größe und Konsistenz produziert werden. Eine neue Maschine im Wert von 10 000 Euro erhielt der Verein von der Kroschke Stiftung. Frau Matthies vom Vorstand der Stiftung hatte die Lehmpresse in Anwesenheit der Kinder direkt an der „Baustelle“ eingeweiht. „40 Tonnen Lehm wollen bewegt werden. Damit blinde, hörgeschädigte, körper-behinderte und gesunde Kinder auch zukünftig miteinander bauen können, haben wir sehr gerne bei dieser Investition geholfen, “ sagt Matthies.

Die Lehmbau-Mitmachaktion dauert noch bim zum 26.09.2010. An diesem letzten Bautag soll es dann auch ein großes Fest geben. Anschließend können die Skulpturen in einer Ausstellungszeit bis zum 03. Oktober bestaunt werden.

Lehmbau – Fest: Sonntag, den 26. September  ab 15 Uhr
Ausstellungszeit: 27. Sept.- 3. Okt. zwischen 9 und 18 Uhr


1 KOMMENTAR / LESERBRIEF

  1. Super, da möchte man doch am liebsten gleich selbst mitmachen!
    Eine tolle Idee, Kunst vor Ort auch von den – bisher unentdeckten – Künstlern vor Ort herstellen zu lassen, das schafft Identifikation mit dem Wohnumfeld. Ein Hundertwasser hätte seine helle Freude daran… :)))

    Es wäre schön, wenn so ein Projekt sich in anderen Stadtteilen vervielfältigen könnte, gern dort, wo Platz ist, diese Gemeinschaftswerke anschließend auch stehen zu lassen.

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