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Wohnungsbaukoordinator Michael Sachs. Foto: Hamburger Senat

Hamburg (erstepresse). Mit dem Wohnungsbauentwicklungsplan habe der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg seine wohnungsbaupolitischen Zielsetzungen für die Zukunft deutlich gemacht: es sollen die Rahmenbedingungen für neue Wohnungen geschaffen und verstärkt der Bau von Mietwohnungen gefördert werden. In Absprache zwischen der Kommission für Bodenordnung, der BSU und dem Wohnungsbaukoordinator wird zur Zeit ein Wettbewerb ausgelobt. Zuletzt zeigten Zahlen fertiggestellter Wohneinheiten in Hamburg im Verlauf der letzten Jahre ein düsteres Bild. Nach Zahlen des Statistikamts Nord sackte die Zahl der im vergangenen Jahr fertig gestellten Wohnungen um 9,6 % auf 3.269 ab.

“Der Senat hat eine Reihe von Handlungsansätzen und Instrumenten geschaffen, mit deren Hilfe diese Ziele erreicht werden sollen”, heißt es in der Mitteilung der Finanzbehörde. Ein häufiger Engpass für Wohnungsneubau seien fehlende geeignete Flächen oder Nutzungen, die dies verhinderten. Das Immobilienmanagement der Finanzbehörde unterstützte daher aktiv Maßnahmen durch den „Wettbewerb der Ideen“. Das völlig neue Verfahren richtet sich dabei an alle Unternehmen der Wohnungswirtschaft, Genossenschaften, Bauträger und Projektentwickler. Wohnungsbaukoordinator Michael Sachs erklärte dazu an die Adresse der Wohnungswirtschaft: „Verraten Sie uns Ihre Ideen! Sagen Sie uns, wo Sie für Hamburg mehr Wohnungen bauen könnten! Wir werden Ihre Vorschläge prüfen und das Immobilienmanagement wird bei einer Realisierung die betreffenden Grundstücke vorrangig an die Ideenträger veräußern.“

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Quelle: Statistikamt Nord - Baufertigstellungen Wohneinheiten


SPD prangert mangelnden Wohnungsbau in Hamburg an

Jüngst äußerte die Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok (SPD) ihren Unmut über die unzureichende Entwicklung fertiggestellter Wohneinheiten. Die Stadtentwicklungsexpertin ist über die fortgehende Entwicklung verärgert: „Die Zahlen zeigen, dass der Senat in der Wohnungsbaupolitik erfolglos bleibt. Bisherige Aktionen – Wohnungsbauoffensiven, Zielvereinbarungen oder Wohnungsbauentwicklungsplan – haben nicht den geringsten Erfolg gebracht“, sagte Anne Krischok. „Das ehrgeizige Ziel, jährlich 5000 bis 6000 neue Wohnungen zu bauen, hat der Senat klammheimlich längst aufgegeben”, meint Krischok. Seit dem Amtsantritt der CDU-Senate, lägen die Zahlen nur noch bei durchschnittlich ca. 3.600 – davon überwiegend Eigentumswohnungen und hochpreisiger Mietwohnungsbau. „Diese Entwicklung ist ärgerlich, denn alle Hamburger Parteien sind sich offiziell einig, dass jährlich mindestens 5.000 neue Wohnungen braucht“ führt Krischok aus, die Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft ist.

Bis zum 20.12.2010 können nun für den Wettbewerb der Finanzbehörde Ideen und Vorschläge entwickelt werden. Die zentrale Frage lautet in den Wettbewerbsunterlagen „wo gibt es Flächen, die erhebliche Potenziale für den Neubau von Wohnungen oder eine Verdichtung vorhandener Bebauung bergen“. Laut Behörde können auch eigene Möglichkeiten oder Flächen der Unternehmen mit in eine Planung einbezogen werden. Ein besonderes Merkmal ist in den Unterlagen mit Blick auf künftige Verkaufsprozesse auch zu finden. In dem Anschreiben an die Wohnungswirtschaft steht wörtlich: “Ggf. könnte im Rahmen des Gebotsverfahrens dem Ideenträger ggf. ein Vorerwerbsrecht eingeräumt werden”. Auf Rückfrage bei der Finanzbehörde erklärt Pressesprecher Stricker “Es gibt in diesem Sinne keine Rechtsgrundlage für ein Vorerwerbsrecht.” Rechtsgrundlage sei § 3 des Gesetzes über die Kommission für Bodenordnung und man könne eher über eine “Anhandgabe“ sprechen. Der Ideenwettbewerb sei ferner kein Verfahren nach dem Vergaberecht, stellt Stricker klar.

Die Ideen sollen gemäß “beiliegenden Anforderungen” in einem gesonderten Umschlag mit dem Hinweis „Ideenträgerwettbewerb, nicht vor dem 20.12.2010 öffnen” an das Immobilienmanagement der Behörde eingehen: Finanzbehörde Hamburg – Immobilienmanagement – z. Hd. Herrn Albrecht Sonnenschein, Dammtorstraße 7, 20354 Hamburg

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Weitere Infos:

Wohnungsbauentwicklungsplan (PDF)
Gewerbestandortkarte Hamburg (PDF)
Anschreiben an Wohnungswirtschaft /  beiliegende Anforderungen (PDF)

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