Hamburg. Ab Anfang 2011 will der Senat die Hamburger Hauseigentümer über eine novellierte Wertstoffverordnung dazu verpflichten, neben der normalen Mülltonne auch Bio- und Papiermülltonnen aufzustellen. Hamburg trägt ab kommendem Jahr den Titel „Europäische Umwelthauptstadt“. Der Grundeigentümerverband lehnt die Pläne ab. Zusätzliche Gebühren könnten jetzt auch auf Mieter zukommen.

Es sei nachvollziehbar, dass der Senat Hamburg im bundesweiten Städtevergleich nicht mehr weiter Schlusslicht bei der Mülltrennung sehen möchte, merkt Anne Krischok (SPD, MdHB) zu der Diskussion an. Bisher haben nur 43 Prozent der Hamburger Haushalte die blaue Papiertonne. Mehr als 30 Prozent des Bioabfalls landen in Hamburg weiterhin in der Restmülltonne. Das verwundert insofern, weil die Biotonnen nur etwa ein Drittel der Reststofftonne kostet. Krischok begrüßt die Wertstoffoffensive der Umweltbehörde und Stadtreinigung grundsätzlich.

Biomüllsammlung in der Ueckerstraße in Lurup

In Großwohnsiedlungen, insbesondere bei den Wohnungsbaugenossenschaften, sei jedoch noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. “Ich bin sehr gespannt, wie die Biomüllsammlung in der Ueckerstraße in Lurup angenommen wird.“ Es gebe auch einen Knackpunkt für viele Hauseigentümer: Diese (zusätzlichen) Tonnen brauchen natürlich Platz. Der kann dadurch geschaffen werden, indem die Restmülltonnen kleiner würden, meint Krischok. Das wiederum senke die Ausgaben für den Müll und mache sich direkt im Portemonnaie der Mieter bemerkbar. Anne Krischok verlangt finanzielle Anreize: „Die Blaue Tonne ist bereits kostenlos. Auch die Wertstofftonne muss kostenlos aufgestellt werden, möglichst auch die Biotonne. Mülltrennung und -recycling schont nicht nur Rohstoffe und Klima. Müll ist heute auch ein Wertstoff, mit dem die Industrie viel Geld verdient“, so die Abgeordnete.

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