Hamburg / Altona. Die Ergebnisse des städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerbs, der zwischen Juli und November 2010 durchgeführt wurde, werden nun nach mehreren Monaten der Konzept-Arbeit  der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Anwohnerinnen und Anwohner sind am 24. November einladen, sich die Ausstellung und Präsentation der Ergebnisse des Wettbewerbs anzuschauen, während die Presse bereits am 19.11. Informationen erhalten soll. Am 18.11. findet die abschließende und ganztägige Jurysitzung des städtebaulichen Wettbewerbs statt, der für das knapp 30 ha große Plangebiet – das Jahrhundertprojekt – in Altona wesentliche Rahmenbedingungen festlegt. Eine Vorstands-Entscheidung der Deutschen Bahn AG zur Verlagerung des Fernbahnhofes steht immer noch aus.

In den letzten Monaten hat sich neben den regelmäßigen Veranstaltungen des Frappant e.V. auch bereits eine erste Bürgerinitiative aus Anwohnerinnen und Anwohnern der betroffenen umliegenden Stadtteile Altona-Altstadt, Altona-Nord, Ottensen und Bahrenfeld gebildet. „Altopia“, so der Name, beschäftigt sich u.a. mit den Themen Bürgerbeteiligung, Wohnungsnotstand und „Autofreies Wohnen“.  Das Wortspiel in dem Namen deutet bereits an, dass man sich kritisch mit den Planungsvorstellungen auseinandersetzt.

Die Entwürfe der Architektur-Büros zu „Mitte Altona“ dürfen indes mit Spannung erwartet werden. Bereits vor knapp einem Monat mussten entsprechende Modelle bei dem zuständigen Koordinations-Büro Drost + Consult abgegeben werden. Der Bewertung der Entwürfe auf der Preisgerichtssitzung durch die Jury dürfen am Donnerstag auch sechs sogenannte „Bürgervertreter“ (drei Personen bei einem Event gewählt, drei von den politischen Fraktionen CDU, SPD und GAL bestimmt) beiwohnen. Bereits auf den vergangenen Veranstaltungen haben diese sechs Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit genutzt durch Kommentare und Redebeiträge auf die Diskussion einzugehen. Da ohne Stimmrecht ausgestattet, hält sich der Einfluss natürlich in Grenzen.

Die Betrachtung der Entwürfe wird unter der Maßgabe einer Vielzahl von Aspekten erfolgen. Um einige zu nennen: Baumassenverteilung (Anteil Wohnen / Gewerbe bzw. Anzahl der Wohneinheiten (2000-4000 Wohnungen), Anteil Sozialer Wohnungsbau, Zugänglichkeit der geplanten Grün- und Parkanlage, Erhalt vorhandener Substanz, Erschließung und Anbindung (Straßenbau, Brücken, etc.), Anknüpfung und Integration umliegender Stadtteile, Lärmentwicklung, Parkplatzsituation, Andeutungen für die Entwicklung des Umlandes sowie Anbindung eines eventuell geplanten neuen (Haupt- bzw. Durchgangs-) Fernbahnhofes in Diebsteich.


Sämtliche Termine im Überblick:

Mittwoch, 17.11., ab 19 Uhr
Bürgerinitiative „Altopia“
Theodor-Haubach-Schule, Haubachstraße 55

Donnerstag, 18.11. ganztätig
Jurysitzung Preisgericht (nicht-öffentlich)

Freitag, 19.11. ab 13.30 Uhr
Pressekonferenz der BSU im Altonaer Rathaus

Mittwoch, 24.11.2010 in der Halle des Phoenixhofes, Ruhrstraße 11, 22761 Hamburg
17.30 bis 19 Uhr: vorab Ausstellung der bepreisten Wettbewerbsbeiträge (Einladung als PDF)
19 bis 21 Uhr: Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter stellt die Wettbewerbsergebnisse vor
Eine Anmeldung zu dieser öffentlichenVeranstaltung sei nicht erforderlich. Der Veranstalter weist allerdings darauf hin, dass die Halle des Phönixhofes eine begrenzte Kapazität habe.

Weitere Informationen finden unsere Leserinnen und Leser in unserem Dossier „Mitte Altona„. Wir bitten Leserinnen und Leser um Kommentare und Diskussionsbeiträge in unserem „Bürgerforum Mitte Altona„. Die Diskussion wird dort von uns moderiert.


Auszug aus den veröffentlichungsfähigen Wettbewerbsunterlagen:

Der städtebaulich-landschaftsplanerische Wettbewerb (mit Ideenteil) wurde ausgelobt von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) sowie den Eigentümern DB Netz AG, Holsten und Aurelis.


Wettbewerbsaufgabe

Durch den bereits vollzogenen Wegfall der Güterverladung am Standort Bahnhof Altona und die geplante Verlegung des Fernbahnhofs Altona an den Standort S-Bahnhof Diebsteich werden in Hamburg Altona große zusammenhängende Flächen für die städtebauliche Entwicklung frei.

Durch eine Umstrukturierung der Flächen soll ein neues Quartier mit einer Nutzungsmischung aus Gewerbe- und Wohnflächen für familienfreundliches Wohnen entstehen. Der zu konzipierende, städtebauliche Entwurf soll sich angemessen in sein räumliches Umfeld integrieren, Potenziale der Denkmalsubstanz nutzen, Stadtteile vernetzen und vorhandene Barrieren überwinden. Ferner soll dieser zur städtebaulichen und architektonischen Identitätsstiftung beitragen.
Im Rahmen dieses Wettbewerbs werden städtebaulich, architektonisch, denkmalpflegerisch,  funktional und wirtschaftlich überzeugende Konzepte gesucht, die durch die Neuschaffung einer attraktiven öffentlichen Grünfläche und zeitgemäßen Wohnformen eine langfristige Bindung der Bewohnerinnen und Bewohner bzw. der Nutzerinnen und Nutzer an ihr Umfeld unterstützen. Der Standort kann als verbindendes Element zwischen den Stadtteilen Qualitäten sichern und die dauerhafte zusätzliche Belebung des Stadtteils Altona-Nord ermöglichen. In dem Wettbewerbsgebiet sind mind. 350.000 bis ca. 380.000 m² BGF zu realisieren.

Wettbewerbsgrundlagen
Der Wettbewerb erfolgt als beschränkter, einstufiger, städtebaulicher und landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil und Ideenteil „Nutzungskonzept“. Der Wettbewerb wird als kooperatives Verfahren mit Zwischenpräsentation in Form eines Einladungswettbewerbes mit 10 Teilnehmern ausgelobt.

Die Auslobung erfolgt auf Grundlage der „GRW 1995 – Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens“. Die Lösung der Aufgabe soll in einer Bearbeitungsstufe gefunden werden. Das Verfahren ist anonym.

Wettbewerbsteilnehmerinnen und –teilnehmer
Folgende Architektinnen und Architekten wurden von den Auslobern in Abstimmung mit der Freien und Hansestadt Hamburg für dieses Verfahren gesetzt:

AS&P Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt a.M.
mit bürointernem Landschaftsarchitekten

BOLLES+WILSON GmbH & Co. KG, Münster
mit McGregor Coxall, Sydney

Prof. Klaus Theo Brenner,Berlin
mit Topos Stadtplanung, Landschaftsplanung, Berlin

gmp von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg
mit WES & Partner Landschaftsarchitekten, Hamburg

André Poitiers Architekt RIBA Stadtplaner, Hamburg
mit arbos Freiraumplanung GmbH & Co. KG, Hamburg

ARGE rohdecan/translocal, Dresden
Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden

Spengler – Wiescholek Architekten Stadtplaner, Hamburg
mit Kontor Freiraumplanung, Hamburg

petersen pörksen partner architekten + stadtplaner bda, Hamburg
mit SINAI Faust.Schroll.Schwarz, Berlin

Trojan Trojan + Partner, Darmstadt
mit WGF Nürnberg Landschaftsarchitekten, Nürnberg

West 8 Urban Design & Landscape Architecture, Rotterdam
mit bürointernem Landschaftsarchitekten,

Preisgericht
FACHPREISRICHTERINNEN UND FACHPREISRICHTER
Prof. Jörn Walter, Dr. Reinhold Gütter, Franz Eberhardt, Peter Berner, Prof. Martin Wentz, Günther Vogt, Prof. Anna Brunow, Hans Gabanyi, Prof. Bernhardt Winking, Prof. Christiane Thalgott, Prof. Henri Bava, Jan Störmer, Fritz Schumacher

STELLVERTRETENDE FACHPREISRICHTERINNEN UND FACHPREISRICHTER
Frank Conrad, Tobias Micke, Ingo Kanehl, Dr. Heike Tiedemann

SACHPREISRICHTERINNEN UND SACHPREISRICHTER
Ivo Iven, Harald Hempen, Wolfgang Burgard, Dr. Andreas Mattner, Ute Plambeck , Matthias Kiekebusch, Hans-Detlef Rook, Andy Grote, Horst Becker, Uwe Szczesny, Thomas Adrian, Gesche Boehlich

STELLVERTRETENDE SACHPREISRICHTERINNEN UND SACHPREISRICHTER
Hisko Gentzsch, Cornelia Conrad, Matthias Restorff, Dr. M. Börner-Kleindienst, Dr. Petra Johnen, Martina Schönemann, Hans Lafrenz, Jan Quast, Robert Jarowoy, Leif Reichwald

SACHVERSTÄNDIGE
Dr. Elke von Kuick, Stephan Landgraf, Gabriele Bohnsack-Häfner, Johannes Gerdelmann, Veronika Hilbermann Sabine Barisch-Becker, Antje Lassahn, Stefan Mundt    , Norbert Manthei, Klaus Schwardt, Karsten Lübkert, Jens Kuhne, Bernhard Heitz, Peter Borstelmann, Wolfgang Meier, Indra Jonasson, Dr. Jan Behrendt, Dr. Rolf Hüttmann, Rolf Höhmann, Volkmar Drescher, Martin Lepper, Enno Jäger, Martin Brinkmann, Olav Janssen, Wolfgang Meier, Michael Sachs, Günter Bönnighausen