Hamburg. Bedarfsgerechter Ausbau der wohnortnahen Versorgung in der Altersmedizin sowie für Schlaganfallpatienten und insgesamt ein leichter Anstieg der Bettenzahlen in den Hamburger Krankenhäusern – so die Eckpunkte des neuen Krankenhausplans 2015, den Gesundheitssenator Dietrich Wersich dem Senat vorgelegt hat. Ziel der Krankenhausplanung sei, gemäß den Vorgaben des Krankenhausfinanzierungsgesetzes, die Sicherstellung der Krankenhausversorgung für die Hamburger Bevölkerung und die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der hierfür erforderlichen Strukturen.

„Mit dem neuen Krankenhausplan, dessen Laufzeit von 2011 bis 2015 reicht, berücksichtigen wir den tatsächlichen Anstieg der Inanspruchnahme der Hamburger Krankenhäuser und setzen gezielt Schwerpunkte in der wohnortnahen Versorgung“, so Gesundheitssenator Dietrich Wersich. „Erstmals seit Längerem haben wir mit einem Plus von 1,4 Prozent gegenüber 2011 wieder einen leichten Anstieg der Bettenzahl auf dann etwa 11.800 in den Hamburger Plankrankenhäusern. Damit wird Hamburg auch in Zukunft seiner Metropolposition gerecht, um auch die vielen Patienten aus dem Umland bestmöglich versorgen zu können. Denn wenngleich die Liegedauern der Patientinnen und Patienten aus Hamburg aufgrund des sehr guten ambulanten Angebotes in der Stadt immer kürzer werden, so verzeichnen wir auch eine höhere Inanspruchnahme durch Menschen aus dem Umland. Insgesamt machen sie bereits über ein Viertel aus.“

Ein Schwerpunkt des Krankenhausplans 2015 der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) ist u.a. der bedarfsgerechte Ausbau der geriatrischen Versorgung durch wohnortnahe Versorgungsangebote, z.B. durch ein neues Angebot im Bethesda Krankenhaus Bergedorf oder den Ausbau im Asklepios Westklinikum Hamburg und im Katholischen Marienkrankenhaus. Ebenso wohnortnah soll die neurologosch-neurochirurgische Frührehabilitation, insbesondere nach Schlaganfällen, durch die Erweiterungen u.a. in der Schön Klinik Eilbek oder im Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand, ergänzt werden. Daneben soll ein ergänzendes teilstationäres Versorgungsangebot in der Suchtstation für Jugendliche in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) mit sieben Behandlungsplätzen realisiert werden. Auch der Vollzug der bereits im Zuge der Umsetzung des Krankenhausplans 2010 vorgesehenen zweiten Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Kath- Kinderkrankenhauses Wilhelmstift in Langenhorn mit zwölf teilstationären Behandlungsplätzen ist in der neuen Planung berücksichtigt. Insgesamt ist im Rahmen des Krankenhausplans 2015 ab 1. Januar 2011 ein Soll von 11.344 vollstationären Betten und 963 teilstationären Behandlungsplätzen vorgesehen.

„Wir wollen ein wohnortnahes Angebot schaffen ohne über die Krankenhausplanung eine Patientenlenkung vorzunehmen. Krankenhausplanung orientiert sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen in Hamburg und im Umland, nicht an den Wachstumszielen der Krankenhäuser“, so Gesundheitssenator Wersich. „Entsprechend haben wir im Krankenhausplan nicht allen Erweiterungswünschen zugestimmt.“ Ausgesetzt wurde vorerst die Entscheidung über eine Erweiterung der Kapazitäten in der Psychiatrie/ Psychotherapie, Psychosomatik und Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Wir haben Zweifel, ob in diesen Bereichen ein Ausbau nötig ist, der weder durch Fallzahlsteigerungen, noch durch die Liegedauer gestützt wird. Deshalb haben wir uns mit den Beteiligten geeinigt, die Entwicklung im kommenden Jahr zu überprüfen und dann in einer gesonderten Zwischenfortschreibung des Krankenhausplans zu berücksichtigen.“ Der Krankenhausplan 2015 insgesamt soll dann im Jahr 2012 auf Basis der Daten des Jahres 2011 fortgeschrieben werden, um eventuell erforderliche Korrekturen auf Grund der zwischenzeitlichen Patientenströme und der weiteren Entwicklung in den Fachgebieten vorzunehmen.

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