politbarometer_hamburg Hamburg/ Mainz. Schwerer Schlag für die CDU: Das ZDF-“Politbarometer” sieht ein “Klares Votum für Olaf Scholz als Erster Bürgermeister”. Die deutliche Mehrheit für Rot-Grün in Hamburg wurde per Telefonumfrage bei 1006 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten im Zeitraum 29. –30. November (Montag, Dienstag) ermittelt.

Laut der Umfrage zeichne sich ein “eindeutiger Machtwechsel” ab, schreibt das ZDF. Wenn schon am Sonntag gewählt würde, dann käme in der “Politbarometer-Projektion” die CDU nur noch auf 22 Prozent, die SPD könnte mit 41 Prozent rechnen, die Grünen (GAL) kämen auf 21 Prozent, die Linke auf 7 Prozent, die FDP auf 4 Prozent und die sonstigen Parteien zusammen auf 5 Prozent. Bei der letzten Wahl im Februar 2008 hatte die CDU 42,6 Prozent erhalten, die SPD 34,1 Prozent, die Grünen (GAL) 9,6 Prozent, die Linke 6,4 Prozent, die FDP 4,8 Prozent und die Sonstigen zusammen 2,5 Prozent.

Es zeige sich ein weiteres Mal, dass eine Großstadt wie Hamburg durch große Volatilität gekennzeichnet ist und sehr viel Bewegung in kurzer Zeit möglich werden lässt. Das wäre in Hamburg auch schon in der Vergangenheit zu beobachten gewesen und mache deutlich, dass bis zu einer voraussichtlichen Neuwahl am 20. Februar 2011 noch größere Veränderungen dieses Befundes möglich sind, der jetzt sehr stark vom Ende der schwarz-grünen Koalition geprägt ist.

Nach der nun anstehenden Bürgerschaftswahl wünschen sich die meisten Hamburger eine Koalition aus SPD und Grünen. Ein solches Bündnis würden 59 Prozent gut finden, 26 Prozent schlecht und 13 Prozent wäre es egal. Eine Koalition aus CDU und SPD fänden 41 Prozent gut und 41 Prozent schlecht (egal: 16 Prozent), ein rot-rot-grünes Bündnis fände die Unterstützung von 23 Prozent und würde von 62 Prozent abgelehnt (egal: 13 Prozent), eine Koalition aus CDU und FDP fänden 17 Prozent gut und 66 Prozent schlecht (egal: 14 Prozent). Die geringste Unterstützung findet das gerade gescheiterte schwarz-grüne Modell, das nur 13 Prozent wollen, aber 71 Prozent ablehnen (egal: 13 Prozent; Rest zu 100 Prozent jeweils „weiß nicht“):

Klare Interpretation der Umfrage durch ZDF

Die deutlichen Veränderungen der Parteianteile im Vergleich zur letzten Bürgerschaftswahl 2008 hänge vor allem mit den “als desaströs empfundenen Leistungen des Senats” zusammen. Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf erhält der bisherige Senat aus CDU und Grüne eine durchschnittliche Beurteilung von minus 1,1. Das sei die schlechteste Leistungsbeurteilung einer Regierung in einem Bundesland, die die Forschungsgruppe Wahlen vor einer Wahl jemals gemessen hat. Im Einzelnen erhält die CDU im Senat eine Bewertung von minus 1,0 und die Grünen eine von minus 0,7. Die SPD in der Opposition wird allerdings mit 0,4 auch nur verhalten positiv bewertet, die Linke gar mit minus 1,6 beurteilt. Vergleicht man diese Bewertungen mit den aktuellen Projektionswerten der Parteien, dann zeigt sich auch hier wieder, dass Erfolge wie Misserfolge eines Regierungsbündnisses in erster Linie dem größeren Koalitionspartner zugerechnet werden.

Aber auch die Spitzenvertreter der bisherigen Koalition erhalten sehr schlechte persönliche Bewertungen. Der seit kurzem als Nachfolger von Ole von Beust im Amt befindliche Erste Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) bekommt auf der +5/-5-Skala nur einen Durchschnittswert von minus 0,8, aber auch Christa Goetsch (GAL) wird nur mit minus 0,4 bewertet. Der SPD-Spitzenkandidat, Olaf Scholz, hingegen erhält mit 1,3 eine deutlich positive Note. Bei der Frage, wen man lieber als Ersten Bürgermeister nach der Wahl hätte, führt Olaf Scholz mit 58 Prozent sehr deutlich vor dem Amtsinhaber Christoph Ahlhaus, der nur auf 20 Prozent kommt (keinen von beiden: 9 Prozent, kenne nicht/weiß nicht: 13 Prozent).

Dass es jetzt zu vorgezogenen Neuwahlen in Hamburg kommt, finden 82 Prozent gut, darunter Mehrheiten in allen Parteianhänger-Gruppen, und nur 14 Prozent finden das nicht gut (weiß nicht: 4 Prozent). Die Umfrage zu diesem Politbarometer Extra in Hamburg wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 29. und 30. November 2010 bei 1.006 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei wurde auch das neue Wahlrecht in Hamburg berücksichtigt. Die Befragung sei repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Hamburg.

3 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. @MAX
    Ich bin nicht nur kreativ, sondern gehöre auch (leider) zu der Sorte Mensch, die mehr sehen als andere und nicht nur im Nachhinein, sondern vorher warnen und letztendlich rechtbehalten.

    Generell bin ich überparteilich und wenn „angepisst“, dann davon, dass die Politik seit Jahrzehnten nur reagiert und nicht einmal einen Furz an Kreativität und Visionen gezeigt hat (mal abgesehen von der Lügen und falschen Versprechungen; die waren mehr als kreativ…).

    Das Haltbarkeitsdatum von diesem Staat in der jetztigen Form ist mehr als fraglich und eher abgelaufen.

    Und zu Olaf. Der Kerl hat sich all zu häufig selber vorgeführt. Das bedarf keinen Aussenstehenden. Kurz und knapp: UNTRAGBAR.

    Genauso unvertretbar wäre es die CDU gewähren zu lassen…

    Tja, MAX, den Aufruf „lassen Sie Olaf in Frieden“ kann man nur folgen, wenn er die anderen auch in Ruhe lässt, sprich: Der darf kein Amt, ausser Platzwart, mehr inne haben…

    Schönen Tach noch, oder wie heisst das hier…?
    ;-)

  2. Na, da schau´ her, wie schnell die Leute vergessen.

    Der Olaf ist als Arbeitsminister schon mehr als dumm aufgefallen und vorgeführt worden. Wenn das an Personal alles ist, was die SPD bringen kann, dann „Kinder gute Nacht“!

    HALLO, wie leben im 21.Jahrhundert und brauchen keine Greise und Politikstrukturen aus dem letzten Jahrhundert…

    Rgds.

    • @DADA, welch holder Name, zeigt eine gewisse Kreativität…

      Es ist einfach an Sachen und Personen herum zu Mäkeln. Haben Sie eventuell auch kreative Vorschläge oder sind Sie einer von denen, die nur immer negativ über alles reden, um später sagen zu können „hab ich Euch doch gesagt“ . Oder sind Sie einfach nur pissed, da Sie zuerst Ihren Brüdermeister verloren haben und jetzt auch noch 15% durch bla Ahlhaus???? Die CDU hat es verpasst, den richtigen Nachfolger für Ole v. B. zu stellen, jetzt haben Sie durch Ahlhaus jemanden der vorgeführt worden ist.

      Ein Mensch der vorgeführt wird, ist meist durch andere verschaukelt worden!!!
      Suchen Sie also bitte die, welche an der jetzigen Situation Schuld sind und lassen Sie Olaf in Frieden.

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