Altona / Osdorf. Schon bald könnte die Amtszeit von „Neu-Bürgermeister“ Christoph Ahlhaus wieder vorbei sein. Die vorgezogene Neuwahl am 20. Februar macht es möglich. Dennoch wird wahrscheinlich noch immer der millionenschwere Umbau seiner Villa in Osdorf vorangetrieben, die er schon in seiner Zeit als Innensenator gekauft hatte.

„Natürlich soll ein Bürgermeister gut und sicher in unserem Wahlkreis wohnen“, sagt der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Uwe Grund, der selber in Lurup an der Grenze zu Osdorf wohnt. „Allerdings wäre es angesichts der schwierigen Kassenlage in Hamburg eine anständige und zudem äußerst hanseatische Geste, wenn Ahlhaus die Bauarbeiten sofort stoppen ließe. Denn es deutet vieles darauf hin, dass er nach der Wahl nicht mehr Bürgermeister sein wird.“ Christoph Ahlhaus (CDU) war im Frühjahr massiv in die Kritik geraten, weil er sich in Osdorf ausgerechnet eine Bleibe gesucht hat, die für rund eine Million Euro auf einen angemessenen Sicherheitsstandart nachgerüstet werden muss. Alleine die  Kosten für die neuen Fenster, Türen, Zäune, Schlösser, Alarmanlagen und Videokameras sollen rund eine Million Euro betragen. „Für diese Million könnte man vier große Eigentumswohnungen kaufen oder auch vier Einfamilienhäuser im Rohbau“, rechnet der Sozialdemokrat Uwe Grund vor. „Natürlich steht es außer Frage“, so Uwe Grund, „dass ein Bürgermeister, der generell als besonders gefährdete Person gilt, auch besonders geschützt werden muss. Notwendige Sicherungsmaßnahmen am Haus müssen deshalb sein. Allerdings ist das offenbar seit April nicht kurzfristig realisiert worden. Für mich ist das ein weiteres Beispiel dafür, dass Hamburgs Regierende zwar gerne vom Sparen reden, aber immer nur Andere meinen. Wenn Ahlhaus als Politiker ein Vorbild sein will, dann muss er jetzt den Umbau stoppen!“, schreibt der SPD-Abgeordnete Uwe Grund dem Noch-Bürgermeister und Neu-Osdorfer Bürger ins Stammbuch.

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