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Sechsjährige Grundschule: Hamburger Schulbehörde genehmigt vier Schulversuche

Schulreform-Altona Hamburg. Neun Hamburger Grundschulen hatten im Herbst Anträge für sogenannte Schulversuche eingereicht. Schul- und Bildungssenator Dietrich Wersich hat nun vier Anträge für die längere Grundschule genehmigt. Fünf Anträge erfüllen die gesetzlichen Kriterien für einen Schulversuch nicht, heißt aus der Behörde. Aus Altona gab es indes keinen Antrag für einen Schulversuch.

„Wir haben alle Anträge sorgfältig geprüft und die anspruchsvollen Schulversuche ausgewählt, die alle mit Zustimmung der dortigen Eltern, Schüler und Lehrer zustande gekommen sind. Damit wurde gleichzeitig die Zusage eingehalten weder „flächendeckend“ noch „durch die Hintertür“ doch noch die Primarschule einzuführen. Wichtig war mir auch, dass die Eltern auch an diesen Schulen frei sind, ihre Kinder nach der 4. Klasse an weiterführenden Schulen anzumelden“, sagt Schulsenator Dietrich Wersich (CDU). Michael Gwosdz (GAL), bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion, begrüßt die Genehmigung als “Erfolg für engagierte Eltern und Lehrkräfte“.

Die Schulen Rellinger Straße (Eimsbüttel), Vizelinstraße (Lokstedt), Grumbrechtstraße (Heimfeld) und die Ganztagsschule an der Burgweide (Wilhelmsburg/Kirchdorf Süd) werden “wissenschaftlich begleitet” nun neue Wege des Übergangs von der Grundschule auf die weiterführende Schule erproben. „Die Genehmigung ist ein großer Erfolg für das außergewöhnliche Engagement von Eltern, Lehrkräften und Schulleitung. Sie haben mit viel Sorgfalt und Herzblut fundierte Anträge für Schulversuche erarbeitet. Es freut mich deshalb sehr, dass Senator Wersich diese Anträge sachlich geprüft und nun genehmigt hat. Es wäre ein großer Rückschlag für eine Schulentwicklung von unten gewesen, wenn das Engagement vor Ort zwischen ideologischen Mühlsteinen zerrieben worden wäre”, kommentiert Gwosdz (GAL).

Insgesamt neun der ursprünglichen 24 „Starterschulen“ (Primarschulen) hatten bei der Behörde für Schule und Berufsbildung Anträge auf einen Schulversuch als sechsjährige Grundschule, eine Fusion als Langform (1. bis 10. Klasse) oder eine Kooperation mit einer bestehenden Langform gestellt. Alle Anträge entsprachen zunächst nicht den gesetzlichen Kriterien eines Schulversuches und waren daher nicht entscheidungsfähig. Ein Teil der Antragssteller hat nun die 2. Chance der Behörde entsprechend genutzt. Zu den abgelehnten Anträgen fordert die GAL eine Erklärung von Schulsenator Wersich (CDU) im Schulausschuss. „Da vier Schulversuche genehmigt wurden, gehe ich davon aus, dass fundierte Gründe für die Ablehnung der weiteren Anträge vorliegen”, sagt Gwosdz. Laut Mitteilung der Behörde waren drei Anträge von Schulen auf Schulversuche waren nicht zustimmungsfähig. In einem Fall mangels hinreichender Konkretisierung auch in der Nachbesserungsrunde.In zwei Fällen wären die beantragten Schulformen (Klassen 1 bis 10) nicht im Hamburgischen Schulgesetz vorgesehen gewesen. Zwei weitere Schulen hätten wiederum ihre Anträge zurückgezogen beziehungsweise ihren Antrag auch in der Nachbesserungsrunde nicht konkretisiert.

Alle vier Schulen hätten nun mit Beginn des Schuljahres ab August 2011 die Möglichkeit, im Rahmen eines zehnjährigen Schulversuches zu erproben, ob und inwiefern Schülerinnen und Schüler besser unterstützt und gefördert werden können, indem der Übergang in einer weiterführende Schule um zwei Jahre verschoben wird. Dies soll laut Schulbehörde die Chance erhöhen, eventuell bestehende Lerndefizite aufzuarbeiten und Elterneinbindungen intensiver zu nutzen. Gegenstand der “wissenschaftlichen Untersuchung”,  so die Behörde, sollen sein:

- Jährliche Überprüfung der Lernleistungen; als Basis dient insbesondere die Lernausgangslage in der 4. Klasse
- Kooperation zwischen Grundschule und weiterführender Schulen; z.B. werden verschiedene Kooperationsformen zwischen der sechsjährigen Grundschule und den kooperierenden weiterführenden Schulen erprobt und auf ihre Wirksamkeit überprüft.
- Über den Besuch der Grundschule hinaus wird die Schullaufbahn der einzelnen Kinder verfolgt und begünstigende sowie belastende Momente ermittelt und auch die frühe Bildung in der Kita oder Vorschulklasse berücksichtigt.

Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=25845

geschrieben von am 03 Jan 2011. abgelegt unter Allgemeines, Bildung und Schule, Hamburg, Meldungen, News & Meldungen, Politik Wirtschaft Gesellschaft, Verwaltung. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

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