Moltkeblock_Ottensen_Kleingartenidylle Ottensen. In “Einvernehmen mit den Eigentümern” habe das Denkmalschutzamt die Gebäude Am Rathenaupark 1-15, Bernadottestraße 70-72, Bleickenallee 41-45, Griegstraße 2-18, Grünebergstraße 1-5, 2-6, Othmarscher Kirchenweg 1-11 sowie die Vorgartenflächen und die Gartenfläche im Innenhof des Blocks unter Schutz gestellt. Noch im letzten Jahr gab es Pläne, den Innenhof zu bebauen. Nach Protesten (ALTONA.INFO berichtete) kam es jedoch hierzu nicht. Das Ensemble vom 1920 kann damit in seiner jetzigen Form bestehen bleiben.

Das Gesamtensemble des sogenannten Moltkeblocks sei schützenswert wegen seiner Bedeutung für die Sozial- und Stadtentwicklungsgeschichte Altonas, die Architektur- und Gartenarchitekturgeschichte und den Siedlungsbau der 1920er Jahre in Hamburg, mit seiner hervorragenden gestalterischen Qualität auch aus künstlerischen Gründen. Das Ensemble prägt auf seine Art das Ottenser Stadtbild, schreibt die BKM.

Kultursenator Reinhard Stuth begrüßt die Unterschutzstellung und betont das gemeinsame Vorgehen mit dem Eigentümer: „Der Moltkeblock ist ein wichtiges Baudenkmal Altonas. Ich freue mich besonders darüber, dass der Moltkeblock im Einvernehmen mit dem Eigentümer unter Denkmalschutz gestellt worden ist. Das zeigt, dass sich Denkmalschutz mit den gesunden wirtschaftlichen Interessen eines Immobilieneigentümers verbinden lässt.“ In diesem Hof wird entgegen ursprünglicher und kontrovers diskutierter Planung nun keine Neubebauung stattfinden.

1922-1925 wurde der Wohnblock nach Plänen der Altonaer Bausenatoren Kurt Meyer und Gustav Oelsner in zwei Bauabschnitten durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA errichtet.  Es entstanden drei- bis viergeschossige Häuser mit 176 Wohnungen unterschiedlicher Größe, mehreren Läden, einem Restaurant und einigen Ateliers. Kleine begrünte Vorgärten ergänzen das farbig-lebendige Bild der Straßenfronten, die entweder als Klinkerrohbau oder als Putzfassaden mit bunter Farbfassung gestaltet sind. Die einzelnen Abschnitte sind architektonisch unterschiedlich gestaltet mit jeweils eigenen Dekorations- und Gliederungsmotiven, das Gesamtensemble wirkt jedoch durch die gemeinsame städtebauliche und stilistische Formensprache als Einheit. Der großzügige Innenhof des Wohnblocks wurde mit einer geometrisch geformten Hecken-Anlage gestaltet und als gemeinschaftlicher Raum genutzt, mit Mietergärten, die für den Reformwohnungsbau in der Zwischenkriegsphase charakteristisch waren.

2 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Als langjähriger Mieter und Unterstützer der IG-Moltkeblock bin ich gezwungen zu erfahren wann der erhebliche Sanierungsstau an diesen schönen Fassaden der Bauwerke seit 1923 beseitigt wird.Feuchtigkeit tritt ein.Hausmeisterin nebst Verwaltung sind langjährig informiert ???Dachziegeln fallen vom >Dach. UNFALLGEFAHR.

  2. Als Mieter und Aktivist der „IG Moltkeblock“ freue mich natürlich sehr über die Unterschutzstellung. Erstaunt bin ich nur über die Aussage, dass dies im „gemeinsamen Vorgehen mit dem Eigentümer“ geschehen ist !?
    Wäre es nach ihm gegangen, würden die Reihenhäuser doch schon im Gartengelände stehen.
    Auf diesem Weg noch einmal großen Dank auch an alle Unterstützer der „IG Moltkeblock“ zum Erhalt der Gartenanlage.

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