Der Jüdische Friedhof Königstraße gilt als einer der bedeutendsten jüdischen Grabfelder weltweit. Macht man einen Rundgang, so ist man einige Zeit beschäftigt, will man jede Ecke des großen Areals erforschen. Die Ruhestätte ist jedoch nicht immer so groß gewesen.

Der Bau des Friedhofs war das Resultat langer Debatten, vieler Anträge und vor allem dem Kampf der Juden für Unterkunft in Altona. Im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts siedelten sich portugiesische Juden in Altona an. Da das Judentum zu dieser Zeit nicht geduldet wurde, gaben sie sich zunächst als Christen aus. Mit der Zeit fanden sie jedoch zurück zu ihrer eigentlichen Religion, was dazu führte, dass die Altonaer Bürgerschaft beim Stadtrat die Ausweisung der Juden beantragte.

Der Stadtrat jedoch setzte sich für die Portugiesen ein und leitete einen Vertrag in die Wege, der der jüdischen Bevölkerung Altonas fünf Jahre Recht auf  Wohnen und Handel gewährte. Neben einigen Verboten, wie dem Bau einer Synagoge und der Beschneidung, wurde den Juden erlaubt, ihre Toten in Altona zu bestatten. Mit dieser Bemächtigung erwarb der Judenverband Altonas kurze Zeit später ein Stück Land, das als Begräbnisstätte dienen sollte. 1616 Fand die erste Beerdigung statt.

Im gleichen Jahr bauten die deutschen, aschkenasischen Juden ihren Friedhof in unmittelbarer Nähe. Im Laufe der Jahrzehnte dehnten sich beide Friedhöfe aus, bis sie ineinander übergingen. Dies gilt als ungewöhnlich, da sich beide Glaubenskulturen eher voneinander distanziert hatten. Dadurch steht der jüdische Friedhof nicht nur durch sein Alter und seine gute Beschaffenheit für ein wichtiges Stück Geschichte, sondern ist gleichzeitig Symbol für Migaration, Kulturgeschichte und jüdische Literatur.

Nachdem der Friedhof im 19 Jahrhundet geschlossen und im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, lag er Jahre lang brach. Aufgrund seines Alters, seinem immer noch guten Zustand und seiner kulturellen Bedeutung wurde er 1960 unter Denkmalschutz gestellt.

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