Dieter Meine, Alexander Wall, Gerhard Fiedler, Devrim Öztürk. Foto: erstepresse

Hamburg / Altona. Anlässlich der diesjährigen „altonale 13“ fand am 22. Februar in der Schnittke Akademie in Altona eine Pressekonferenz statt, um erste Ideen und Planungsergebnisse vorzustellen. Anwesend waren Dieter Meine, Geschäftsführer der altonale GmbH, Alexander Wall, Projektleiter von „altonale goes green“, Gerhard Fiedler, künstlerischer Leiter der altonale und Devrim Öztürk, Generalkonsul der Republik Türkei.

Partnernation der altonale ist dieses Jahr die Türkei. Dieter Meine zeigt sich erfreut darüber, der Türkei die Hamburgische Kultur vorzustellen. Im Gegenzug sei die altonale eine hervorragende Möglichkeit, „die Facetten der türkischen Kultur“ aufzuzeigen. „Die Kultur der Türkei bildet einen Erfahrungshintergrund für viele Bürger Altonas“, so Meine. Der türkische Generalkonsul Öztürk unterstreicht Meines Aussagen. Es leben ohnehin viele Türken in Altona und seien somit überall involviert. Vor allem in der Kultur. Die altonale biete Kulturaspekte aus allen Bereichen.

Das Programm ist dieses Jahr voll bepackt. Neben vielen Bands, die auf mehreren Bühnen spielen werden, gibt es wie immer zahlreiche Angebote aus unterschiedlichen Bereichen. Dieses Jahr gibt es jedoch etwas Neues: Unter dem Motto „Altona musiziert“ können sich dieses Jahr Musiker und Künstler an sechs Orten in Altona präsentieren, egal wie. Jeder dieser Orte wird von einem „Paten“, also etwa einer Musikschule, einer Schule oder ähnlichem betreut. Abgerundet werden soll der Abend, indem zu einer bestimmten Uhrzeit alle Musiker ein und das dasselbe Lied spielen. „Jeder soll die Möglichkeit haben, seine Musik zu machen! Altonale ist ein Beteiligungsfest!“, so Meine. Doch die altonale findet nicht nur auf der Straße statt: „Dieses Mal soll es einen Theater-Schwerpunkt geben“, verkündet der künstlerische Leiter Gerhard Fiedler. Dafür stelle sich das Thalia Gaußstraße zur Verfügung. Neben Theater bietet die altonale Literaturlesungen, Ausstellungen und hinsichtlich der Partnernation deutsch-türkische Filme. Ein genaues Programm stehe noch nicht fest. Näheres dazu werde noch bekannt gegeben.

Der zweite Schwerpunkt ist das Motto „altonale goes green“. Der „ökologische Gedanke“ zieht sich durch den Großteil des ganzen Konzeptes. Es sollen Infostände auf der „Öko-Meile“ zu den Themen Energieeinsparung, Wasser, Abfallentsorgung und Klimawandel aufgebaut werden. Zusätzlich soll der Verkauf von Fair Trade Produkten angeregt werden und ein Auto-freier Sonntag ist geplant. Sogar die anfallenden Flugmeilen der anreisenden Künstler sollen durch Sparmaßnahmen kompensiert werden. Ziel des Konzeptes soll sein, den ökologischen Gedanken zu verbreiten und zum Diskutieren, Weitertragen und vor allem zum Handeln anregen. Die Mischung aus Kultur und dem ökologischen Gedanken spiegelt sich auch auf dem Plakat der altonale 13 wieder: Seifenblasen schweben über grünem Hintergrund. In der Mitte die Zahl 13. Die Seifenblasen stehen, so Meine, für die „Leichtigkeit“ und „Kreativität“ in der Kultur. Der grüne Hintergrund nimmt Bezug auf den „grünen“ Aspekt der altonale.

2 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. SCHÖN DRAPIERT – DIE HERREN!
    WO BLEIBEN DENN DIE DAMEN?
    SIND DIE GRAD KAFFEE KOCHEN?

    „altona goes green“?
    Nachdem im Bezirk tausende von Bäumen abgeholzt wurden (mindestens zehntausend im Volkspark innerhalb von 10 Jahren) und noch werden und sogenannte „Sichtachsen“ geschaffen wurden, entdecken diese Macher plötzlich ihr Herz fürs Green(washing)?
    Grünanlagen (schon das Wort ist bäh!) der Zukunft sehen dann wahscheinlich so aus:
    http://www.igs-hamburg.de/334.0.html
    IGS-Geschäftsführer Heiner Baumgarten ist übrigens Landesvorsitzender des BUND in Niedersachsen – da gibt’s keine Interessenskonflikte – neeiin!!! Gewissenskonflikte erst recht nicht: das wurde abgeschafft (entsorgt).

    Früher hatten wir mal Parks – auch mit Wildwuchs. Heutzutage muss alles pflegeleicht und übersichtlich sein – deswegen die „Anlagen“ (die Ähnlichkeiten mit Sanitäranlagen sind rein zufällig :-) – angepasst an die Archtektur der Neubauten.

    Der Altonaer Volkpark sollte ja auch schon mal „ungestaltet“ werden – die Pläne für den Sportpark liegen noch in der Schublade und warten auf Investoren.
    Am Liebsten erstmal alles Grüne abholzen, dann Beton drauf und grün anstreichen.

    Auf der Internetseite „GRÜNFRASS IN HAMBURG – Unterwegs in der Umweltzerstörungshauptstadt“ hat die PROJEKTGRUPPE STADTNATUR HAMBURG damit begonnen, die anhaltende, systematische Ausräumung der natürlichen Stadtvegetation und die exzessiven Baumfällungen in Hamburg zu dokumentieren:
    http://www.isebek-initiative.de/gruenfrass.html.
    Alle Hamburgerinnen und Hamburger sind dazu aufgerufen, sich an dieser Dokumentation zu beteiligen.

  2. Aha, jede Gruppe soll also zu einer bestimmten Zeit dasselbe Lied spielen. Und das ist dann eine Möglichkeit, die EIGENE Musik zu machen. Und das ist dann Beteiligung. Aha. Das erklärt mal wieder so einiges.

    Oder ist das Zitat von Herrn Meine da irgendwie falsch rübergekommen? Wie wir kürzlich gelernt haben, ist das mit dem zitieren ja nicht so einfach…

    Ach isses nicht herrlich wie man so über Kultur Botschaften verbreiten kann?Und die Altonale springt nun, oh Wunder, auch noch auf den Grünzug auf. (man verzeihe mir dies Wortspiel)

    Greenwashing goes altonale….und das Partnerland ist die Türkei, denn die Türken sind ja eh überall involviert. Das aber genau jene Gruppe von Migranten häufig zu eben der Personengruppe gehört, die als „ungünstige Sozialstruktur“ bezeichnet wird, besonders in Altona- Altstadt, und deswegen ausgetauscht werden muss, lässt die Aussagen einmal mehr scheinheilig klingen. Für wen und von wem ist dieses Fest eigentlich? Und wer zahlt den für all die Kultur und Kulturschaffenden, mit denen hier , weit über die Grenzen des Bezirks Werbung gemacht wird, imagebildende Werbung?
    Es ist traurig wozu die altonale verkommt, und mit ihr Altona. Eine Sauf- und Fressmeile, mit immer weniger Originalen und immer mehr Buden wie man sie überall findet. Die Leute pissen in alle Ecken und lassen ihren Müll rumliegen. Die Künstler treten oft genug für wenig Geld auf und für die „Ehre“ angeblich etwas gutes zu tun. Weil die altonale ja auch mal was schönes war…aber das is Jahre her.

    last but not least: Geschäftsführer, Projektleiter, künstlerischer Leiter…..noch Fragen?

    Ich werd mich, wie viele andere Altonaer, bemühen an dem Wochenende nen großen Bogen zu machen um die altonale.

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