Foto: Stadtteilarchiv Ottensen

Die Zeise Hallen in Ottensen sind heute ein kleines Kulturzentrum mit einigen kleinen Läden, Cafés und Bars, der Jugendbibliothek „Hoeb4U“ und dem Zeise-Kino. Doch nicht immer waren die alten Mauern in der Friedensallee Anlaufziel für Kinofans und Café-Besucher.

Ursprünglich waren die Zeise Hallen eine Schiffschrauben Fabrik. Sie wurde vom gleichnamigen Altonaer Theodor Zeise betrieben. Die Fabrik wurde 1868 gegründet und war lange Zeit die größte Schiffschrauben-Manufaktur Deutschlands. Die riesigen Propeller wogen bis zu 61 Tonnen und hatten einen Durchmesser von bis zu 9,4 Metern. Mit Hilfe der Konstrukteure Hans Brehme und Klaus Meyne baute die Fabrik unter anderem Schiffschrauben für die „Maxim Gorki“ und den Supertanker „Tina Onassis“. Berühmtheit erlangte Zeise auch durch den hydraulischen Propeller-Wellenverband und das Flügel-Nabe-Modell.

Um 1975 bekam Zeise jedoch wirtschaftliche Probleme, welche durch zu hohe Ausschussraten auftraten. Als Folge wurde die Schraubenfabrik von dem viel kleineren Lübecker Unternehmen „Schaffran Lehne & Co“ übernommen. Im Jahre 1977/78 kam allerdings die Schiffbaukrise, welche einen massiven Auftragsmangel mit sich führte. Die Firma musste 1979 Konkurs anmelden und verkaufte das Fabrikgebäude an einige Interessenten aus Detmold.

Diese wollten zusammen mit dem Hamburger Filmbüro e.V. und dem Hamburger Denkmalschutzamt das Gebäude in eine „Medienfabrik“ aufbauen. Zusammen mit dem Filmbüro, dem Zeise Kino und Hark Blohm, der Film auf universitärer Basis lehren wollte, wurde das neue Konzept 1993 eröffnet. Kurz darauf wurde jedoch die Filmförderung in Hamburg erneuert und die Kulturfabrik liquidiert. Das Medienkonzept wurde fallen gelassen. Heute sind die Zeise Hallen vor allem für das Zeise Kino bekannt und beliebt.

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