Baumaßnahmen zur Verkehrsberuhigung könnten bald beginnen. Foto: erstepresse

Altona / Lurup. Da die neue Bezirksversammlung noch keinen Verkehrsausschuss eingerichtet hat, gilt derzeit der Regionalausschuss 2 als zuständiger Ausschuss für die Verkehrssituation in und um den Lüttkamp in Lurup. Dieser hat in seiner jüngsten Sitzung einer Beschlussempfehlung zugestimmt, die in der kommenden Sitzung der Bezirksversammlung am 20.04.2011 zur Abstimmung vorliegt. Ein Beschluss der Bezirksversammlung könnte die Vertrauensleute beider Initiativen – Pro und Contra Schließung Lüttkamp – dazu bewegen, die Bürgerbegehren zurückzuziehen.

Die Bezirksversammlung Altona hatte mit Beschluss vom 28.10.2010 die dauerhafte Verkehrsberuhigung des Lüttkamps durch eine Sperrung des Farnhornweges zwischen Lüttkamp und Elbgaustraße beschlossen. Zusätzlich sollte eine Bussonderspur eingerichtet werden. Die entsprechenden straßenverkehrsbehördlichen Anordnungen wurden zur Erprobung zwischenzeitlich umgesetzt. Der vorstehende Beschluss der Bezirksversammlung wurde mit dem Vorbehalt beschlossen, dass zwischenzeitlich eintretende neue Erkenntnisse dem Verkehrsausschuss vorzulegen sind. Außerdem sind in der Zwischenzeit zwei Bürgerbegehren mit entgegen gesetzten Beschlussvorschlägen zur künftigen Verkehrsregelung für den Lüttkamp angemeldet worden.

Im Zuge der Erschließungsplanung des Lurup-Centers und der geplanten Umstrukturierung der Fläche von Hermes-Schleifmittel habe sich mittelerweile herausgestellt, dass die Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes Luruper Hauptstraße/Lüttkamp bei fortdauernder Schließung des Farnhornweges/West nicht mehr nachgewiesen werden kann, da für entsprechend erforderliche Umbaumaßnahmen (Rechtsabbieger-Spur auf der Luruper Hauptstraße in Richtung Westen) nicht genügend Fläche vorhanden ist. Daraufhin hat das Bezirksamt in enger Abstimmung mit den Vertrauensleuten beider Bürgerbegehren und den zuständigen Fachbehörden eine Konzeption für die künftige Verkehrsregelung ausgearbeitet. Die Vertrauensleute beider Bürgerbegehren haben in Aussicht gestellt, bei Zustimmung in der kommenden Bezirksversammlung zu dieser Beschlussvorlage am 20.04.2011, beide Bürgerbegehren zurückzuziehen.

Beschlussvorlage zur Abstimmung in der Bezirksversammlung Altona am 20.04.2011 (Wortlaut)

1. Vorrangiges Ziel der Bezirksversammlung Altona bleibt, die Anwohner des Lüttkamps und der anliegenden Wohnstraßen vor dem Durchgangsverkehr zu schützen.
2. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt wird gemäß § 27 BezVG gebeten,
• den Geradeausverkehr im Farnhornweg an der Kreuzung Elbgaustraße / Farnhornweg in den Hauptverkehrszeiten morgens in Richtung Osten und nachmittags / abends in Richtung Westen mit verkehrslenkenden, stauraumabhängigen Grünzeitverteilungen einzurichten;
• auf dem neu herzustellenden Linksabbieger der Einmündung Luruper Hauptstraße / Lüttkamp in den Morgenstunden bis um 10.00 Uhr nur eine Mindestgrünzeit einzurichten;
• die Maßnahmen an der Kreuzung Farnhornweg / Elbgaustraße zeitnah (3 Monate) möglichst noch im Rahmen der Sperrung für den Individualverkehr im Lüttkamp umzusetzen;
• der Einrichtung der Tempo 30 Zone im Lüttkamp sowie im Farnhornweg westlich der Elbgaustraße und östlich der Luruper Hauptstraße gemäß Anlage vom 01.04.2011 zuzustimmen.
3. Die Behörde für Inneres und Sport wird gemäß § 27 BezVG gebeten,
• sowohl in Richtung Osten wie auch in Richtung Westen eine Umleitungsbeschilderung für LKW-Verkehr über die Elbgaustraße anzuordnen;
• einer Einrichtung der Tempo-30-Zone zuzustimmen.
4. Das Bezirksamt wird gemäß § 19 BezVG gebeten, in Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde und den zuständigen Fachbehörden
• die in der Anlage 01.04.2011 aufgeführten Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Lüttkamp unverzüglich baulich umzusetzen – diese Anlage ist Bestandteil des bindenden Beschlusses;
• die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Farnhornweg (begrünter Fahrbahntrennstreifen und Rückbau der rechten Geradeausspur zur Verbesserung des Rechtsabbiegens) mit der zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt abzustimmen und baulich umzusetzen;
• die Sprunginsel und die Fahrbahnbegrenzung (sog. Nase) im Farnhornweg baulich umzusetzen;
• die Ausfahrt vom neuen Einkaufszentrum so planen, dass den Fahrzeugführern suggeriert wird, der Rechtsabbieger in Richtung Luruper Hauptstraße sei die Hauptausfahrt aus dem Einkaufszentrum;
• die verkehrstechnischen Auswirkungen der durchgeführten Arbeiten nach einer angemessenen Erfahrungszeit zu untersuchen und auszuwerten (Ampelschaltungen, Verkehrsmengen, Rückstaulängen, Akzeptanz der Geschwindigkeitsbegrenzung, Auswirkungen des Lurup- Centers). Die Ergebnisse sind im Verkehrsausschuss oder im Regionalausschuss vorzustellen. Die Vertrauensleute beider Bürgerbegehren sind einzuladen und zu hören.

„Ich halte dieses Konzept für eine gute Lösung und hoffe auf einen breiten Konsens. Wir sollten dann zügig an die Umsetzung rangehen“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Adrian. Auch Stephan Müller (CDU) hält die Vorlage für einen „tragfähigen Kompromiss“. Im Bezirksamt habe man „großes Interesse daran, die Maßnahmen möglichst zeitnah umzusetzen“, betont Carsten Butenschön, der für das Management im öffentlichen Raum in Altona zuständig ist. Ziel des Bezirksamtes sei die Aufhebung der Sperrung bis zum Ende der Sommerferien.

Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen wäre der BV-Beschluss vom 28.10.2010 aufgrund der o.g. neuen Erkenntnisse und der daraus folgenden verkehrstechnischen Zwänge erledigt.

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