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Günstiger Gewerberaum in Altona gefordert: “Lux & Konsorten” besetzten Gewürzmühle

Petra und Christoph von Lux & Konsorten im Interview.

Petra und Christoph von Lux & Konsorten im Interview.

Altona / Ottensen. In einer kurzfristigen Aktion besetzten die Aktivisten von “Lux und Konsorten”, die im Frühjahr das Electroluxgelände verhüllten, die ehemalige Ottenser Gewürzmühle in der Gaußstraße. Vor Ort führten wir ein Interview. Im Anschluss kam die Polizei und einer der Eigentümer, der Altonaer Spar- und Bauverein, vorbei.

Wem gehört denn das Gelände in der Gaußstraße 71 in Hamburg Ottensen? Die Gewerbefläche, die bereits seit Jahren brach liegt, ist nicht weit vom Altonaer Bahnhof entfernt. Nebenan: Der Bauwagenplatz. “Wir – ein Zusammenschluss von Gewerbetreibenden in Altona – stehen vor einem Rätsel: Die ehemalige Gewürzmühle an der Gaußstraße steht seit Jahren leer und verfällt. Anfang des Jahres 2011 haben uns hochrangige Bezirkspolitiker in Altona das Gelände angeboten, um dort ein Zentrum für günstige Gewerberäume und Gemeinwesenprojekte zu realisieren”, geht aus der Mitteilung der Initiative Lux und Konsorten hervor. Man habe mit den Fraktionen der Altonaer Bezirkspolitik Gespräche geführt, nachdem die Aktivisten zuletzt das Electroluxgelände verhüllten. Nun sei man vor Ort, um Klarheit zu erhalten.

Vor Ort ist Klarheit da. Das Gelände, das für Gewerbe im Bebauungsplan ausgeschrieben ist, wurde zusammen vom Altonaer Spar- und Bauverein und Behrendt Wohnungsbau zum 31.12.2010 erworben. Das berichtet kein geringerer als der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, der kurz nach Aktionsstart eintrifft und ins direkte Gespräch mit den Aktivisten geht. Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Eigentümer so offen über seine Belange spricht und das Gespräch mit Initiativen sucht. Ein Modell mit Vorbildcharakter?



Wohnungsbau auf Gewerbefläche geplant

Zur Frustration der Initiative, die aus etwa 40 Gewerbetreibenden besteht, steht das von der Politik angebotene Gelände nicht mehr zur Verfügung. Oder doch? Man könne sich bis zur Erlangung des Baurechts über eine Zwischennutzung verständigen, stellt Holger Kowalski, Vorstandsvorsitzender vom Altonaer Spar- und Bauverein vor Ort in Aussicht. Er hat sogar einen Mediator dabei: Kay Wiese von “Jugend hilft Jugend e.V.” könne die Interessen der Beteiligten aufnehmen und mit der Initiative Verhandlungen durchführen.

Kurz nach der Ankündigung taucht Wiese sogar auf. Am Herzen liegt dem Vorstand des gemeinnützigen Vereins, dass man auch Menschen mit Behinderung unterbringen kann. Hier könne man doch Synergien schaffen, meint Wiese unter Zustimmung der Aktivisten. Dem Netzwerk von Gewerbetreibenden hatte zuletzt die Bezirkspolitik noch vor den Wahlen in Aussicht gestellt, man käme mit den Vorstellungen zurecht. Ein gemeinsamer Termin zur Begehung des Geländes fand jedoch nie statt. Das war vor den Wahlen.

Auf Rückfrage sagt Uwe Szczesny (CDU): “Ja, das war mal im Gespräch, dass das ein Grundstück sein könnte. An der Stelle wird das wohl aber nichts mehr.” Den Stab habe man jetzt nach dem Regierungswechsel allerdings an die SPD übergeben. Ein Anruf dort ergibt: Für die SPD ist das Kind anscheinend noch nicht in den Brunnen gefallen. “Das ist eine ausgewiesene Gewerbefläche, darauf hat der Bezirk Einfluss”, sagt Mark Classen. Man solle der SPD, die sich gerade noch in Koalitionsverhandlungen mit der GAL befände, allerdings noch etwas Zeit geben, meint der SPD-Politiker.

Zeit ist ein Luxus, den die Gewerbetreibenden kaum haben. Ihnen läuft selbige davon, während nicht nur Wohnungsmieten steigen. Wir führten ein Interview mit Lux und Konsorten (Christoph und Petra) und waren auch beim Dialog zwischen Polizei, Gründeigentümer und den Aktivisten dabei.


Kurz-URL: http://www.altona.info/?p=34637

geschrieben von am 23 Mai 2011. abgelegt unter Allgemeines, Aus Stadtteilen, Baustelle Altona, Meldungen, News & Meldungen, Politik Wirtschaft Gesellschaft, Unwohnbarkeiten. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

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