Foto: Stadtteilarchiv Ottensen

Altona / Altona-Nord. Die St. Johannis Kirche an der Max-Brauer-Allee ist eine der bekanntesten Kirchen in Altona. Nicht nur für ihre facettenreiche Fassade ist sie bekannt. Heute wird sie oft zu kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten, Theater und Lesungen genutzt.

Im 19. Jahrhundert erfuhr das noch zu Schleswig Holstein gehörende Altona einen starken Bevölkerungszuwachs. In der Gegend um das heutige Kirchengelände siedelten sich zahlreiche Häuser an und Altona weitete sich Richtung Norden aus. So kam es, dass der bald große Stadtteil nicht mehr Einzugsgebiet des bereits vorhandenen “Kirchenspiels” von Altona-Mitte war. Als “Kirchenspiel” wird das Einzugsgebiet der jeweiligen Kirchengemeinde bezeichnet. So wurde 1866 das “Norderkirchenspiel” eingeführt.

Mit der Einführung des neuen Kirchenspiels war eine eigene Kirche unabdingbar. Anfangs wurde über den Umbau der Kapelle im anliegenden Arbeitshaus nachgedacht. Davon sah man jedoch ab: Die Kapelle lag nicht zentral genug und gehörte laut Stadtplan ohnehin zum Kirchenspiel von Altona-Mitte. Viel geeigneter erschien der Kirchengemeinde das private Grundstück am “Alten Kirchhof”. Geographisch lag das Stück Land zentral, bot genug Platz und garantierte dadurch auch genug Freiraum für das Gebäude, ohne eingebaut zu werden.

Am 22. März 1866 wurde der Kirchenkommission per Regierungsschreiben die Baugenehmigung zugestellt. Vor dem Bau mussten allerdings Pläne her. Dafür veranstaltete die Kirchenkommission einen Architekten-Wettbewerb, wie es auch heute oft üblich ist. Die Kriterien waren simpel gehalten: 1500 Menschen sollten in der Kirche Platz finden, der Hauptkörper sollte schlank und fein sein und aus Backstein gebaut werden. Der Baustil und die Innenausstattung wurden den Architekten selbst überlassen. Insgesamt standen für den Bau 96.000 Reichstaler zur Verfügung. Es war Johannes Otzen, der die Baupläne entwarf. 1868 begann man mit dem Bau, der 1873 fertig gestellt wurde. Am 3. April wurde im gleichen Jahr die Einweihungsfeier zelebriert.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kriche teilweise schwer beschädigt und musste in der Nachkriegszeit erneuert werden. Dabei wurde das einst detaillierte Erscheinungsbild stark verändert. Die ernüchternden Umbauten wurden Ende das 20. Jahrhunderts wieder rückgängig gemacht und die Kirche hat heute ihr ursprüngliches Aussehen zurück.

 

 

 

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